neue Regeln zur Beitragsanpassung

PKV will Beitragssprünge in Zukunft vermeiden

Berlin / Stuttgart - 09.08.2017, 10:10 Uhr

Die PKV neue gesetzliche Regeln für Beitragserhöhungen. (Foto: dpa)

Die PKV neue gesetzliche Regeln für Beitragserhöhungen. (Foto: dpa)


Die privaten Krankenversicherer wollen neue Regeln für Beitragsanspassungen. So sollen sprunghafte Anstiege in Zukunft vermieden werden. Denn die seien schuld, dass der Eindruck entstehe, die PKV sei besonders teuer, heißt es. Laut einer Untersuchung des IGES-Instituts im Auftrag der Debeka sollen die Beitragssteigerungen der PKV über einen längeren Zeitraum betrachtet sogar niedriger ausgefallen sind als die der Gesetzlichen Krankenversicherung.

Die privaten Krankenversicherer fordern neue gesetzliche Regeln für Beitragserhöhungen, um die gefürchteten sprunghaften Anstiege künftig zu vermeiden. Denn sie können derzeit ihre Beiträge nur nach sogenannten auslösenden Faktoren anheben. Das ist in der Regel dann gegeben, wenn die Versicherungsleistungen in einem Tarif nachweislich um mindestens zehn Prozent höher liegen als ursprünglich kalkuliert (in einigen Tarifen fünf Prozent). Da die Ausgaben nicht in jedem Jahr um diesen Anteil steigen, kommt es über mehrere Jahre zu keiner Anhebung der Beiträge. Irgendwann kann es dann zu einer sprunghaften Steigerung kommen, da die Veränderungen der Vorjahre, die nicht zum Tragen kamen, mit einkalkuliert werden müssen.

Starke Schübe nach Jahren ohne Erhöhung

Starke Beitragsschübe nach mehreren Jahren ohne Erhöhungen vermittelten immer wieder den Eindruck, die Private Krankenversicherung (PKV) sei besonders teuer, sagte der Vorstand des privaten Versicherers Debeka, Roland Weber, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Weber verwies auf eine umfängliche Untersuchung des IGES-Institut im Auftrag der Debeka, wonach die Beitragsanhebungen der PKV über einen längeren Zeitraum betrachtet sogar niedriger ausgefallen sein sollen als die der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

IGES konnte für die Untersuchung auf anonymisierte Daten von knapp 716 000 Versicherten – einschließlich Versicherungsumfang und Beitragshöhe – zurückgreifen (31,5 Prozent aller Krankheitskostenversicherten der Debeka).

Nach der IGES-Untersuchung, die der dpa vorliegt, schneidet die PKV im Beitragsvergleich mit der GKV ganz gut ab. Je nach betrachtetem Zeitraum könnten die Steigerungen sogar niedriger sein, heißt es. So ergebe sich über die vergangenen zehn Jahren (2006 bis 2015) gerechnet im Gesamtdurchschnitt in der PKV eine Steigerung von 2,2 Prozent pro Jahr, in der GKV liege diese in dieser Zeit bei 3,7 Prozent pro Jahr.

Ist die Debeka repräsentativ?

Allerdings ist es fraglich, ob diese Zahlen für die ganze Branche repräsentativ sind. So schreibt das Handelsblatt in einem Ratgeber-Beitrag zur PKV, dass die Debeka in einigen Punkten in einer Sondersituation sein soll: Als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit sei die Debeka ausschließlich ihren Mitgliedern verpflichtet, heißt es, und nicht wie etliche Konkurrenten ihren Aktionären. Überschüsse blieben folglich im System und kämen den Versicherten zugute. Zudem stehe die Debeka in dem Ruf, im Branchenvergleich besonders kostenbewusst zu arbeiten. 


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