Wegen geringer Nachfrage

Kleinste Moventig-Packung verschwindet vom Markt

Stuttgart - 09.08.2017, 09:00 Uhr

Moventig verschwindet in der kleinsten Packung vom Markt. Die 30er (hier im Bild) wird es weiterhin geben. (Foto: AstraZeneca)

Moventig verschwindet in der kleinsten Packung vom Markt. Die 30er (hier im Bild) wird es weiterhin geben. (Foto: AstraZeneca)


Der Hersteller des Opioid-Rezeptorantagonisten Naloxegol (Moventig®), die Kyowa Kirin GmbH hat sich entschieden, in der Wirkstärke 25 mg die 10er-Packung vom Markt zu nehmen. Begründet wird das mit dem geringen Bedarf für die kleine Packung. Moventig® ist indiziert bei Opioid-induzierter Obstipation und soll über die gesamte Dauer der Schmerztherapie eingenommen werden. 

Naloxegol (Moventig®) ist die pegylierte Variante des Opioid-Antagonisten Naloxon. Durch die Pegylierung soll einerseits die Wirkdauer verlängert werden andererseits, so der Hersteller, die ZNS-Gängigkeit von Naloxon reduziert werden, da dadurch die analgetische Wirkung gemindert werde.

Ebenso wie Naloxon ist Naloxegol ein peripher wirkender Opioid-Antagonist, der durch Blockade der enteralen μ-Opioid-Rezeptoren die Opioid-induzierte Verstopfung lindert, eine Nebenwirkung, unter der ein Großteil aller Schmerzpatienten leidet und die im Verlauf der Therapie auch nicht nachlässt.

Schmerztherapie dauert meist länger als zehn Tage

Naloxegol ist indiziert bei Schmerzpatienten, die unzureichend auf eine symptomatische Laxanzien-Therapie angesprochen haben. Es kann mit allen Opioiden kombiniert werden und ist in zwei Wirkstärken verfügbar – 12,5 und 25 mg. Die Einnahme erfolgt einmal täglich. 12,5 mg sind in Packungen à 30 und 90 Stück auf dem Markt. 25 mg sind derzeit 10-, 30-, und 90-stückweise zu haben – noch. Denn der Hersteller hat sich entschlossen, die 10er Packung nicht länger anzubieten.

Er begründet dies damit, dass die Nachfrage nach der 10er-Packung nur sehr gering und zudem rückläufig sei. Denn zur kausalen Therapie der Opioid-induzierten Obstipation ist eine konstante Einnahme eines PAMORA (Moventig®, peripherally acting µ opioid receptor antagonist) parallel zum Opioid und über die gesamte Dauer der Opioid-Einnahme notwendig. Die Behandlung chronischer Schmerzen mit einem Opioid erfolgt in den meisten Fällen über einen längeren Zeitraum. Daher gebe es kaum Bedarf für die kleine Packung.

Der Vertrieb wird zum 1. September eingestellt. 


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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