Wegen Preisdruck

Generikahersteller Mylan senkt Prognose

Hertfordshire / Pittsburgh / Stuttgart - 09.08.2017, 17:00 Uhr

Mylan war vergangenes Jahr wegen seiner Preispolitik beim Epipen in der Kritik. (Foto: Mylan)

Mylan war vergangenes Jahr wegen seiner Preispolitik beim Epipen in der Kritik. (Foto: Mylan)


Die zunehmende Konkurrenz auf dem US-Generika-Markt macht dem amerikanischen Generikahersteller Mylan zunehmend zu schaffen. Auch das unsichere regulatorische Umfeld unter US-Präsident Donald Trump belastet. Der Konzern kürzte deshalb am Mittwoch bei der Vorlage seiner Quartalszahlen seine Prognosen für 2017 und 2018. 

Der Konzern habe sich entschieden, wegen der herrschenden Unsicherheit alle größeren Produktanläufe in den USA aus seinen zuvor kommunizierten Zielen für 2017 zu streichen und erst im kommenden Jahr zu berücksichtigen, erläuterte Konzernchefin Heather Bresch. Hierzu gehört etwa ein Nachahmer für das Asthmamittel Advair (Fluticason / Salmeterol) von GlaxoSmithKline, das in Deutschland unter anderem als Viani oder Atmadisc vertrieben wird. 

Mylan peilt nun für das laufende Jahr einen Umsatz zwischen 11,5 und 12,5 Milliarden US-Dollar an und einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 4,30 und 4,70 Dollar. Zuvor hatte der Konzern noch als Richtschnur 12,25 bis 13,75 Milliarden Dollar für die Erlöse ausgegeben und den Ergebnis-Korridor bei 5,15 bis 5,55 Dollar gesehen. Für 2018 kürzte Mylan gleichwohl sein Ziel von 6 Dollar je Aktie auf nunmehr „mindestens 5,40 Dollar". Analysten hatten bislang mit mehr gerechnet.

Wachsende Konkurrenz im Heimatmarkt

Mylan kämpft wegen der zunehmenden Konkurrenz durch andere Generikahersteller in seinem Heimatmarkt mit Preisdruck und Umsatzrückgängen, kontert nun aber mit einer weltweit breiteren Aufstellung – auch durch Zukäufe. Europa und die übrigen Auslandsmärkte machen inzwischen mehr als die Hälfte des Umsatzes aus. Dank des Wachstums in diesen Regionen stiegen die Erlöse im zweiten Quartal um 16 Prozent auf 2,96 Milliarden Dollar. Positiv wirkte sich auch der schwedische Zukauf Meda aus. Unter dem Strich stieg der Gewinn von 168 Millionen auf 297 Millionen Dollar, dabei profitierte Mylan allerdings von einem hohen Sondereffekt durch eine Neubewertung von Geschäftsteilen.

Die Mylan-Aktie rutschte vorbörslich um rund 10 Prozent ab – in der vergangenen Woche war das Papier bereits im Sog der gesenkten Ziele und gekürzten Dividende durch den weltgrößten Generikahersteller Teva eingebrochen und hatte sich hiervon bislang nicht erholt. Analysten hatten schlechte Nachrichten bereits erwartet.

Mylan war vergangenes Jahr stark in die Kritik geraten. Die Firma hatte den Preis für ihren Adrenalin-Autoinjektor innerhalb weniger Jahren fast verfünffacht und gleichzeitig den Absatz des Arzneimittels mit einer großangelegten Kampagne über das Risiko, das von einem allergischen Schock ausgeht, kräftig angekurbelt. Aufgrund zunehmender Konkurrenz wurden aber für das  Jahr 2018 heftige Umsatzeinbrüche prognostiziert, 


dpa-afx / jb
redaktion@daz.online


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