Merck verlagert Teile der Buchhaltung

Aus Darmstadt nach Polen und auf die Philippinen

Darmstadt - 07.08.2017, 16:30 Uhr

Merck (hier die Zentrale in Darmstadt) will aus Kostengründen Teile der Buchhaltung ins Ausland verlagern. (Foto: dpa)

Merck (hier die Zentrale in Darmstadt) will aus Kostengründen Teile der Buchhaltung ins Ausland verlagern. (Foto: dpa)


135 Stellen in Buchhaltung und Rechnungswesen sollen von Darmstadt ins Ausland verlegt werden. Das teilte der Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA am heutigen Montag mit. Das Unternehmen will auf diese Weise Kosten sparen. Doch die Buchhaltung ist nicht der einzige Bereich, in dem Merck Stellen abbaut. Insgesamt sollen bei Merck durch Standortschließungen und Teilverlagerungen inzwischen 850 Mitarbeiter an sechs deutschen Merck-Standorten betroffen sein.

Erst vor wenigen Wochen kündigte die Darmstädter Merck KGaA an, den Betrieb an einigen deutschen Standorten im Laufe der Jahre 2019 bis 2022 schrittweise einzustellen. 200 Arbeitsplätze sollen in Summe wegfallen. Nun wurden weitere Abbaumaßnahmen bekannt: Die Firma will große Teile von Buchhaltung und Rechnungswesen ins kostengünstigere Auslandverlegen. 135 Stellen würden bis Ende 2020 von Darmstadt nach Breslau in Polen und nach Manila auf den Philippinen verlegt, teilte der Dax-Konzern am heutigen Montag mit. Am Stammsitz soll dann eine Kerneinheit mit rund 80 Stellen arbeiten, die künftig vor allem strategische Aufgaben übernehme. 25 dieser Stellen würden neu geschaffen.. Zuerst hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Samstag) über die Pläne berichtet.

Die Gewerkschaft IG BCE kündigte nach einer Betriebsversammlung Widerstand gegen das Vorhaben an, das 2012 erfolgreich verhindert worden sei. Dieser „Schock" reihe sich ein in eine Folge von Standortschließungen und Teilverlagerungen, von denen innerhalb weniger Wochen inzwischen 850 Mitarbeiter an sechs deutschen Merck-Standorten betroffen seien.

Gewerkschaft will Kündigungen verhindern 

„Wir werden auch dieses Mal nicht aufgeben, jede Maßnahme zu hinterfragen und nach Alternativen zu suchen", kündigte der Leiter des IG-BCE-Bezirks Darmstadt, Jürgen Glaser, in einer Mitteilung an. Sollten Verlagerungen nicht verhindert werden können, müsse der Konzern den Betroffenen gleichwertige Arbeitsplätze in Darmstadt anbieten. Betriebsbedingte Kündigungen müssten verhindert werden.

Merck-Finanzchef Marcus Kuhnert versprach, gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern für alle betroffenen Mitarbeiter nach sozialverträglichen Lösungen zu suchen. Der Dax-Konzern musste zuletzt trotz Umsatzzuwächsen einen Rückgang des operativen Gewinns verkraften. Im zweiten Quartal verdienten die Darmstädter vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) noch 1,1 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 421 Millionen Euro.


dpa-afx / jb
redaktion@daz.online


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