Zeitungsbericht

Rossmann und Amazon machen gemeinsame Sache

Berlin - 04.08.2017, 13:30 Uhr

Gemeinsames Geschäft: Laut einem Bericht der Lebensmittelzeitung wollen der Drogeriekonzern Rossmann und der Versand-Gigant Amazon künftig eine Marktkooperation betreiben. (Foto: dpa)

Gemeinsames Geschäft: Laut einem Bericht der Lebensmittelzeitung wollen der Drogeriekonzern Rossmann und der Versand-Gigant Amazon künftig eine Marktkooperation betreiben. (Foto: dpa)


Der Versandhandelskonzern Amazon könnte in Deutschland bald erneut für Aufruhr sorgen: Einem Bericht der Lebensmittelzeitung zufolge will Amazon mit dem Drogeriekonzern Rossmann kooperieren. Offensichtlich sollen Kunden bei Amazon zahlreiche Produkte aus dem Rossmann-Sortiment auswählen können, die ihnen dann nach Hause geliefert werden. Ob auch Arzneimittel dabei sind, ist bislang unklar.

Nach den Recherchen der Lebensmittelzeitung soll die Kooperation für Kunden des Schnellliefer-Service Amazon Prime Now gelten. Zunächst sollen nur Berliner Amazon-Kunden die neuen Bestellmöglichkeiten erhalten. Betroffen ist demnach auch nicht das gesamte Rossmann-Sortiment, sondern nur etwa 17.000 Artikel. Eine Nachfrage von DAZ.online, ob auch Arzneimittel oder andere Produkte aus der Gesundheitssparte von Rossmann bestellbar sein werden, beantwortete der Drogeriekonzern bislang nicht. Auch die Lebensmittelzeitung schreibt, dass beide Unternehmen Stillschweigen vereinbart hätten.

Und so soll das Modell dem Zeitungsbericht zufolge funktionieren: Rossmann soll bei Amazon den sehr selten verteilten Status des „Verkäufers“ erhalten. Konkret heißt das, dass die Drogeriekette gewissermaßen einen eigenen Mini-Shop auf Amazon anbieten kann, also eine Unterseite, auf denen ausschließlich das Rossmann-Sortiment zu finden ist. Laut Recherchen übernimmt Amazon die Arbeit an der Online-Seite und die gesamte Logistik und erhält dafür einen Teil des Kaufpreises. Die Berliner Logistik-Dienstleister des Versand-Konzerns sollen die Ware nach der Bestellung des Kunden in der nächsten Rossmann-Filiale abholen und sie von dort aus zum Kunden bringen.

Der Kunde soll einen Jahresbeitrag von 69 Euro als Grundgebühr und dann die normalen Preise pro Bestellung bezahlen. Dem Bericht zufolge es auch eine besonders schnelle Lieferung geben: Für einen Aufpreis von 6,99 Euro wird innerhalb einer Stunde geliefert. Der Mindestbestellwert soll allerdings immer 20 Euro betragen.

Rossmann und Amazon auch im Arzneimittelmarkt tätig

Für Rossmann ist dieser sogenannte Click & Collect-Service nicht neu: Schon jetzt können Online-Kunden einen Teil des Sortiments im Internet bestellen. Darunter ist auch die Kategorie „Hausapotheke“, unter der die Kunden Gesundheitsprodukte bestellen können. Nach Hause liefert Rossmann bislang allerdings nicht – die Kunden müssen sich ihren Internet-Warenkorb in der Filiale abholen. Insofern könnte Rossmann von der Logistik-Hilfe des Versand-Riesen Amazon durchaus profitieren.

Für Apotheker sind beide Konzerne keine unbeschriebenen Blätter. Rossmann hat in den vergangenen Jahren – so wie auch andere Drogerieketten – seine Schritte in den Arzneimittelbereich intensiviert. Der Drogerie wurde teilweise vorgeworfen, sogar apothekenpflichtige Präparate anzubieten. Vor einigen Jahren startete Rossmann außerdem mit der niederländischen Versandapotheke DocMorris ein Pick-up-Modell.

Der Versandkonzern Amazon hat erst in den vergangenen Monaten seine ersten Versuche im Arzneimittelmarkt unternommen. In München startete der Online-Handelsgigant im Mai dieses Jahres eine Kooperation mit den „Bienen-Apotheken“. Dort werden OTC-Arzneimittel über Amazons „Prime Now“-Dienst innerhalb von einer Stunde geliefert.


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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