Tipps für die Praxis

Tabletten teilen wie die Profis

Berlin - 03.08.2017, 16:00 Uhr

Apotheken können Patienten helfen, Tabletten richtig zu teilen. (Foto: Nico Jende / Fotolia)

Apotheken können Patienten helfen, Tabletten richtig zu teilen. (Foto: Nico Jende / Fotolia)


Wenn möglich, sollte man einfach ganz darauf verzichten Tabletten zu teilen. In manchen Fällen ist es aber unumgänglich, zum Beispiel weil die gewünschte Dosis nicht auf dem Markt oder nicht lieferbar ist. Dann sollte aber auch korrekt geteilt werden. Das zu erklären, ist eine Aufgabe für die Apotheke. 

Unzählige Tabletten werden jeden Tag in Deutschland geteilt. Zum Teil passiert das aus falsch verstandener Sparsamkeit der Ärzte – bei doppelter Stärke, hält die Packung doppelt so lang. Zum Teil passiert das aber eben auch, weil die benötigte Wirkstärke anders nicht realisierbar ist. Sei es, weil sie gar nicht im Handel ist oder auch weil das entsprechende Präparat wegen eines Lieferengpasses nicht beschafft werden kann. Ein weiterer Grund, warum Tabletten geteilt werden, ist, Patienten, die sich mit dem Schlucken schwer tun, dies zu erleichtern.

Worauf man als Apotheker unbedingt ein Auge haben sollte: Nicht alle Verordner haben im Blick, welche Tabletten man teilen kann und welche nicht. Stichwort: Retardierte oder magensaftresistente Arzneiformen, die in Abhängikeit der Formulierung teilbar sein können, aber eben häufig auch nicht. Es gibt auch einige Wirkstoffe, die aufgrund ihrer pharmakologischen Eigenschaften nicht geteilt werden sollen, weil sie als krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend eingestuft wurden. Denn beim Teilen enstehen Stäube . Das gilt zum Beispiel für Methotrexat oder Finasterid. Bei Letzterem besteht Gefahr vor allem für Frauen im gebärfähigen Alter.

Ein weiteres Problem stellen Rabattverträge dar. Bei Abgabe muss geprüft werden, ob die rabattierte Darreichungsform  teilbar ist. Und auch die Frage, ob der jeweilige Patient überhaupt in der Lage ist, die Tablette zu teilen. Sehschwäche sowie motorische oder kognitive Einschränkungen können dem entgegenstehen. 

Tipps zum Tabletten teilen

Hier einige Tipps zum Tabletten teilen, die Apotheker an Patienten weitergeben können (Quelle: BPI).

Tipps zum Tabletten teilen

Achtung Schmuckkerbe

Es gibt neben Bruchrillen auch sogenannte Schmuckrillen. Aus diesem Grund darf nicht jede Tablette einfach geteilt werden, wenn sie eine Einkerbung aufweist. Im Zweifel kann die Apotheke weiterhelfen.

Erst kurz vor der Einnahme teilen

Wenn eine Tablette geteilt wird, sollte dies erst kurz vor der Einnahme geschehen, da äußere Einflüsse die Wirksamkeit der Tablette beeinflussen können. Das gilt auch für Tabletten die ausdrücklich geteilt werden dürfen. Geteilte Tabletten sollten nicht lange aufbewahrt werden.

Tablettenteiler nutzen

Gerade für alte und kranke Menschen kann es zu schwer sein, eine Tablette von Hand gleichmäßig zu teilen. Daher sollte besser ein spezieller Tablettenteiler verwendet werden, um die Tablette möglichst genau und mit wenig Kraftaufwand in zwei gleichgroße Teile zu teilen.

Adhärenz

Auch wenn es manchmal schwerfällt eine Tablette zu teilen, soll die Medikation nicht eigenmächtig pausiert  oder abgesetzt werden.  Patenten sollen sich helfen lassen, bevor Sie von der ärztlich verschriebenen Dosis abweichen oder die Therapie unterbrechen.

Nach  Alternativen fragen

Wenn Sie Probleme mit dem Zerteilen von Tabletten haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Dieser kann Ihnen gegebenenfalls Tabletten mit niedrigerer Dosis verschreiben, die dann nicht mehr geteilt werden müssen. Außerdem  können für nicht verfügbare Wirkstärken Tropfen oder individuell in der Apotheke hergestellte Kapseln eine Alternative sein. 

Hier gibt es Infos

Hinweise zur Teilbarkeit liefert die Identa-Liste. Die Informationen daraus sind auch in viele Apotheken-Softwaresystemen hinterlegt. Die Seite pharmatrix.de ist ebenfalls eine wertvolle Quelle (Teilbarkeit und Sondengängigkeit). Sie ist zudem mit der CMR-Datenbank verknüpft. 

Außerdem stellen die Hersteller diese Informationen zur Verfügung – auf Nachfrage oder zum Teil auch im Internet, zum Beispiel Hexal oder Neuraxpharm.


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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1 Kommentar

Tablettendose

von Bettina am 03.11.2017 um 16:25 Uhr

Hallo,

danke für die guten Tipps zum Tabletten teilen! Um die Tabletten und Medikamente besser vorbereiten zu können und für ein besseres Medikamentenmanagement eignet sich besonders eine gute <a href="http://tablettendose.com">Tablettendose</a>; !

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