Sachsen-Anhalt

Apotheker streiten über Festival-Apotheke

Düsseldorf - 01.08.2017, 10:50 Uhr

Bei den Festivals Melt! und Splash! in Sachsen-Anhalt bietet Apotheker Michael Spiegel eine Festival-Apotheke an. Seine Mitbewerber im Umkreis stören sich daran. (Foto: dpa)

Bei den Festivals Melt! und Splash! in Sachsen-Anhalt bietet Apotheker Michael Spiegel eine Festival-Apotheke an. Seine Mitbewerber im Umkreis stören sich daran. (Foto: dpa)


Wenn im Industriedenkmal Ferropolis im sachsen-anhaltinischen Gräfenhainichen Musik-Festivals stattfinden, ist auch seit Jahren Apotheker Michael Spiegel mit seiner Festival-Apotheke vor Ort. Doch die Einrichtung, die die Besucher vor allem mit rezeptfreiem Sortiment versorgt, stört jetzt anscheinend andere Apotheker aus der Umgebung.

Wenn die Musiker von Kool Savas, Genetikk oder Von Wegen Lisbeth inmitten des Gremminer Sees im Industriedenkmal Ferropolis die Besucher der Musik-Festivals „Splash!“ oder „Melt!“ zum Ausflippen bringen, ist Apotheker Michael Spiegel auch häufig dabei. Das Ferropolis-Gelände (ein Freilichtmuseum zum ehemaligen Braunkohle-Tagebau) liegt direkt vor den Toren der rund 12.000-Einwohner-Stadt Gräfenhainichen, etwa 20 Kilometer südwestlich von Wittenberg in Sachsen-Anhalt. In Gräfenhainichen betreibt Spiegel seine Linden-Apotheke.

Bei den Festivals ist er regelmäßig mit der „Festival-Apotheke“ vor Ort in der „Stadt aus Eisen“, Ferropolis, vertreten. Aus einem Wohnmobil heraus versorgt er die Besucher der Events vor allem mit vielen rezeptfreien Produkten. „Da gehen zum Beispiel Kondom-Packungen über die Ladentheke“, sagt Spiegel. Oder auch mal was gegen Kopfschmerzen oder rezeptfreie Salben gegen Mückenstiche. Allerdings bietet der Apotheker auch einen Botendienst-ähnlichen Service der Linden-Apotheke an, Arzneimittel auf Rezept in seiner Hauptoffizin zu bestellen. „Die werden dann in der Linden-Apotheke bestellt und kommen per Auto aus der Apotheke in die Festival-Apotheke“, sagt der Apotheker. Weder habe er auf dem Ferropolis-Gelände rezeptpflichtige Medikamente gelagert, noch gebe es „einen Verkauf direkt aus dem Auto heraus“, sagt Spiegel.

Leute wollen das Festival-Gelände nicht für Aspirin verlassen

Genau das aber werfen ihm nun Apotheker aus der Umgebung im Landkreis Wittenberg vor. Ihrer Ansicht nach sei „der Pillen-Verkauf in Ferropolis genehmigungspflichtig“, zitiert die Mitteldeutsche Zeitung einen Apotheker, der seine Offizin im über 20 Kilometer entfernten Dessau-Roßlau betreibt. Auch eine Kollegin aus Gräfenhainichen, die etwa während des Splash!-Festivals im Juli den Notdienst mit ihrer Apotheke leistete, beklagt sich, dass keiner der Festival-Gäste zu ihr gefunden habe.



Volker Budinger, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Bitte korrigieren

von Daniel S. am 01.08.2017 um 11:58 Uhr

Das Ferropolis-Gelände ... liegt direkt vor den TOTEN der rund 12.000-Einwohner-Stadt Gräfenhainichen ... ;)

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