Brexit

18 Städte konkurrieren mit Bonn um EMA-Sitz

Brüssel - 01.08.2017, 15:10 Uhr

So stellt sich die Bundesregierung in einem Kampagnenvideo den Sitz der EMA in Bonn vor. (Foto: Screenshot)

So stellt sich die Bundesregierung in einem Kampagnenvideo den Sitz der EMA in Bonn vor. (Foto: Screenshot)


In den letzten Monaten haben sich einige EU-Mitgliedstaaten als Bewerber um den zukünftigen EMA-Standort zurückgezogen, doch Deutschland hat immer noch viel Konkurrenz: Beim Rat der Europäischen Union sind insgesamt 19 Bewerbungen eingegangen. Um die Europäische Bankenaufsicht bewerben sich nur 8 Nationen.

Aufgrund des geplanten Ausstiegs Großbritanniens aus der Europäischen Union müssen die Europäische Arzneimittelagentur EMA und die Bankenaufsicht EBA innerhalb der nächsten zwei Jahre eine neue Heimat finden. Nachdem sich im Juni die EU-Staatschefs auf ein Auswahlverfahren geeinigt hatten, war am gestrigen Montag Bewerbungsschluss. Wie der Europäische Rat nun bekannt gab, bewerben sich 19 der zukünftig 27 EU-Mitgliedstaaten um den zukünftigen Sitz der EMA.

14 Staaten bewerben sich mit ihren Hauptstädten – darunter sind Amsterdam, Athen, Brüssel, Dublin, Helsinki oder Wien. Fünf Mitgliedsländer haben – wie Deutschland – andere Städte ins Rennen geschickt – wie Frankreich mit Lille, Italien mit Mailand oder Spanien mit Barcelona. Das Bundesgesundheitsministerium hatte kürzlich eine Webseite für die Bewerbung Bonns online gestellt und mit der ehemaligen Hauptstadt als starkem Pharmastandort und Sitz des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geworben.

„Die Europäische Arzneimittelagentur zieht auf den Kontinent, zu einem Standort im Herzen der EU“, heißt es in einem Video optimistisch. „Dieser Ort ist Bonn.“ Die Kampagne wirbt mit einer guten Verkehrsanbindung und internationalen Kindergärten für die bislang rund 900 Mitarbeiter.

„Wir, die deutsche Regierung, sind überzeugt, dass innerhalb Europas Bonn der Europäischen Arzneimittelagentur die besten Bedingungen als neue Heimat bietet“, erklärt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Bonn habe mit der Universität Bonn, der Uniklinik und anderen Forschungsinstituten gute Ressourcen in allen Humanwissenschaften, erklärt BfArM-Chef Karl Broich. Wenn es nach den Vorstellungen der Bundesregierung geht, soll die EMA in die Nachbarschaft seiner Behörde ziehen, Skizzen für ein neu zu errichtendes Gebäude wurden bereits erstellt. 



Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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