HIV-Therapie 

Spritze alle vier Wochen statt Tablette einmal täglich

Stuttgart - 26.07.2017, 09:00 Uhr

Depotspritzen führen normalerweise zu besserer Adhärenz. (Foto: stanislavss / Fotolia)

Depotspritzen führen normalerweise zu besserer Adhärenz. (Foto: stanislavss / Fotolia)


Lässt sich mit Cabotegravir und Rilpivirin als Depotformulierung, einmal im Monat intramuskulär verabreicht, eine HIV-Infektion ebenso gut kontrollieren wie mit der einmal täglichen oralen Gabe vom Cabotegravir plus Abacavir–Lamivudin? Eine Studie, die vor Kurzem im Fachmagazin Lancet veröffentlicht wurde, weckt diese Hoffnung.

In der HIV-Therapie hat sich in den letzten Jahren einiges getan. So mussten Infizierte früher täglich viele Tabletten schlucken – 15 und mehr waren die Regel. Heute gibt es sogenannte „One-Pill-Regimes“. Mit einer Tablette täglich lässt sich das Virus in Schach halten. Eine Phase-2b-Studie mit einer Depotformulierung gibt nun Anlass zur Hoffnung, dass die Therapie noch einmal einfacher wird. 

An der randomisierten open-Label-Studie nahmen knapp 300 therapienaive Patienten mit einer HIV-1-Infektion teil. Alle Patienten, die nach einer 20-wöchigen Induktionsphase unter der oralen Gabe von 30 mg Cabotegravir plus Abacavir/Lamivudin, jeweils 600 bzw. 300 mg, eine Viruslast von unter 50 Kopien pro ml aufwiesen, wurden zufällig auf die verschiedenen Arme verteilt.

Die erste Gruppe (115 Personen) erhielt eine Depotformulierung aus 400 mg Cabotegravir plus 600 mg Rilpivirin jeweils in einem vierwöchigen Intervall verabreicht. Bei Gruppe zwei (115) betrug der Abstand zwischen zwei Gaben acht Wochen. Diese Patienten erhielten eine etwas höhere Dosis: Cabotegravir 600 mg plus 900 mg Rilpivirin. Der Rest (56) setzte die orale Therapie fort. 32 Wochen nach der Randomisierung war die Viruslast weiterhin bei 51 Patienten (91 Prozent), die die orale Therapie erhielten, unter der Grenze von 50 Kopien pro ml. In der Gruppe mit dem kürzeren Intervall war das bei 108 Patienten (95 Prozent) der Fall und beim achtwöchigen Dosierungsintervall bei 109 Patienten. In Woche 96 sah die Lage folgendermaßen aus:

Das Fazit der Forscher

Bei 47 (84%) Patienten unter oraler Therapie, 100 (87%) in der 4-Wochen-Gruppe und 108 (94%) in der 8-Wochen-Gruppe war die Virusreplikation weiterhin protokollgemäß wirksam unterdrückt. Bei drei Patienten wurde ein virologisches Versagen festgestellt, davon zwei beim achtwöchigen Dosierungsintervall und einer unter oraler Therapie. Die Studie läuft noch weiter. Häufigste Nebenwirkung waren Schmerzen an der Einstichstelle, die im Mittel nach drei Tagen abklangen.

Das Fazit der Forscher nach 96 Wochen lautet also: Die Depotformulierung mit zwei Wirkstoffen, nämlich Cabotegravir und Rilpivirin, unterdrückt die Virusreplikation ebenso effektiv wie eine orale Dreierkombination aus Cabotegravir plus Abacavir/Lamivudin. Zulassungsstudien für das 4-Wochen-Intervall sollen bereits laufen. 

Experten sprechen von Meilenstein

In einem Kommentar im Lancet schreiben Experten „von einen Meilenstein in der Geschichte der HIV-Therapie.“ Norbert Brockmeyer von der Ruhr-Universität Bochum sagte gegenüber der Deutschen Presseagentur, er halte die neue Therapie für eine „gute Lösung für Menschen, die Probleme haben, täglich Tabletten zu nehmen”. Auch dass diese Therapie nur zwei statt wie bisher üblich drei Substanzen enthält, wertet der Sprecher des Kompetenznetzes HIV/Aids als Fortschritt.

Denn ein einfacheres Dosierschmema führt in der Regel zu besserer Adhärenz und somit zu besserer Kontrolle des HIV-Virus. Zudem wird durch die zuverlässige Anwendung die Entstehung von Resistenzen erschwert.


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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1 Kommentar

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