Karikatur-Postkarten

Die ABDA startet in den Bundestags-Wahlkampf

Berlin - 21.07.2017, 11:30 Uhr

Wahlkampf geht los: Als erste PR-Aktion vor der Bundestagswahl verschickt die ABDA Postkarten mit Karikaturen, die die politischen Forderungen der Apotheker enthalten. (Foto: DAZ.online)

Wahlkampf geht los: Als erste PR-Aktion vor der Bundestagswahl verschickt die ABDA Postkarten mit Karikaturen, die die politischen Forderungen der Apotheker enthalten. (Foto: DAZ.online)


Mit Postkarten für Politiker startet die ABDA in den Bundestags-Wahlkampf. Die Standesvertretung hat mehrere Karikaturen entwerfen lassen, die die derzeitigen politischen Diskussionen aus dem Apothekenmarkt aufgreifen. Laut ABDA sollen die Karten ab Ende Juli an die politischen Entscheider verschickt werden. Aber was plant die ABDA noch in den kommenden Wochen? Ein Überblick.

In ziemlich genau zwei Monaten findet die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag statt. Auch in der Gesundheitspolitik schlägt die Wahl bereits große Wellen: Mehrere Verbände haben in den vergangenen Wochen ihre Forderungen öffentlichkeitswirksam vorgestellt. Aus Apothekersicht fallen dabei insbesondere die Positionen mehrerer Krankenkassen-Verbände auf, die sich Direktverträge mit Versandapotheken, die Aufweichung der Festpreis-Regelung und teils auch die Aufhebung des Fremd- und Mehrbesitzverbotes fordern.

Ende Juli startet dann auch die ABDA ihre erste PR-Aktion zur Bundestagswahl. Die Standesvertretung der Apotheker hat über ihre Kommunikationsagentur Cyrano den Karikaturisten Jürgen Tomicek damit beauftragt, die derzeitigen politischen Diskussionen auf dem Apothekenmarkt bildhaft darzustellen. Herausgekommen sind mehrere Motive, die die ABDA auf Postkarten hat drucken lassen. Diese Karten will die ABDA ab dem 31. Juli an Politiker schicken. Zudem sollen auch die Mitgliedsorganisationen die Möglichkeit bekommen, Kontingente der Postkarten zu erhalten, um diese in regionalen und lokalen Politiker-Kontakten zu verteilen.

Foto: DAZ.online

Karten für Abgeordnete und Kandidaten

Mögliche Adressaten sind dabei nicht nur die derzeitig schon tätigen Gesundheitspolitiker, sondern auch alle neuen Bundestagskandidaten, zu denen Kammern, Verbände oder einzelne Apotheker schon Kontakt haben. In jeder Woche vor der Wahl will die ABDA eine neue Karikatur in Umlauf bringen. Bis zur Wahl sollen so unter anderem die Themen Verbraucher- und Datenschutz, Arzneimittelsicherheit, Digitalisierung, Wechselwirkungen, Nacht- und Notdienst und Botendienste aufgegriffen werden.

(Foto: DAZ.online)

Das erste Motiv thematisiert gleich mehrere aktuelle Probleme: Ein Mann steht vor drei Automaten: einer für Arzneimittel, einer für Süßigkeiten und einer für Zigaretten. Vor dem Arzneimittel-Automaten liegen benutzte Spritzen und aufgerissene Medikamentenpackungen. Auf der Rückseite kommentiert die ABDA die Situation: „Zwei Schokoriegel, einen Kaffee und vielleicht noch zehn Kopfschmerztabletten dazu?“, heißt es auf der Karte. Arzneimittel sollten nur beim Apotheker erhältlich sein, so die Empfehlung. Und: Man dürfe Medikamente nicht mit reinen Handelswaren gleichstellen, mahnt die ABDA an. Natürlich geht es der ABDA hier in erster Linie um den DocMorris-Abgabeutomaten in Hüffenhardt, gleichzeitig liest man aber auch eine Kritik am EuGH-Urteil zur Rx-Preisbindung durch, in dem Arzneimittel als Handelsware betrachtet wurden.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Apotheker engagieren sich im Wahlkampf. Kandidaten besuchen Apotheken. ABDA startet „Wahlradar Gesundheit“ und produziert Postkarten und Videos.

Die Wahlkampfmaschine läuft an

Postkarten-Aktion zum Rx-Versandverbot

Unionsabgeordnete sind genervt von DocMorris

Gefälschte Pro-Versandapotheken-Postkarten?

CDU-Abgeordnete bezweifeln Echtheit der DocMorris-Kampagne

Pro und contra Rx-Versand / DocMorris verteilt Broschüre an Kandidaten

Der Wahlkampf nimmt Fahrt auf

4 Kommentare

Das Schreien der Basis....

von Pierre Roer am 24.07.2017 um 12:08 Uhr

Die Basis hat oft genug geschrien....und wurde weder von der Politik noch von der Standesführung gehört.
Ich erinnere mich zum Beispiel an eine Demonstration in Düsseldorf vor rund zehn Jahren mit 16.000 Teilnehmern. Im Radio auf der Rückfahrt wurde berichtet über einige Tierschützer, die irgendwo ein paar Kröten über die Straße getragen haben. ... (Leider keine Übertreibung!) Unsere Schreie werden doch bewusst ignoriert.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Wahlkampf

von Frank ebert am 21.07.2017 um 15:00 Uhr

Was für eine Chance der Hamburger Apotheker vertan hat!

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Wahlkampf

von Pierre Roer am 24.07.2017 um 12:27 Uhr

...Sehr richtig! Den steuerfinanzierten Multimillionär aus Würselen hätte man mit einem A****tritt aus der Offizin befördern sollen.
Erst das Messer in den Rücken stechen und dann zum Krankenbesuch erscheinen. ... erspart uns diese Heuchelei!

Basispostkarte

von Florian Becker am 21.07.2017 um 12:24 Uhr

Ok.. DocMorris erzürnt diverse Abgeordnete mit einer Postkartenaktion. Und wir machen - eine Postkartenaktion????
Leute, das kann doch nicht Euer Ernst sein!
Wäre ich einer dieser DocMorris geschädigten Abgeordneten wäre "Apotheke" in Verbindung mit "Postkarte" aber so was von negativ belegt.
Hat sich bei Cyrano mal jemand darüber Gedanken gemacht?
Wohl eher nicht.
Was "unsere" PR Abteilung bei der ABDA macht, außer Cyrano mit Aufträgen zu versorgen, ist mir immer noch nicht klar.
Also erklärt bitte einem unwissenden "Basis"Apotheker, was die Überlegung dahinter war.

Und nein Herr Schmidt, NEIN! Es ist nicht vorwiegend die Basis gefragt, sondern Basis UND Führung.
Und die Aussage von Herrn Henrich ist hier sehr grob und missverständlich verkürzt worden.
Er hat gesagt, die Apotheker seien zu leise, währen alle anderen Gruppen lautstark ihre Forderungen gestellt haben.
Damit meinte er aber die Spitzenorganisationen, also SIE!
Keine Basis der Welt kann ausgleichen, was die Spitzenverbände nicht tun.
Und auch was das Laut sein angeht: Geht die Führung mit gutem Beispiel voran, folgt die Basis.
Das ist eine Führungsbinsenweisheit, die vielleicht ihren Weg mal nach Berlin finden sollte.
Also bitte erst an die eigene Nase fassen und dann erst der "Basis" vorwerfen, zu wenig zu tun.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.