Neue Annahmefrist startet

Stada – die nächste Runde ist eingeläutet

Stuttgart - 19.07.2017, 10:05 Uhr

Die Stada-Übernahme geht in die nächste Runde, ob es auch die letzte ist, ist fraglich. (Foto: picture alliance/augenklick)

Die Stada-Übernahme geht in die nächste Runde, ob es auch die letzte ist, ist fraglich. (Foto: picture alliance/augenklick)


Am heutigen Mittwoch wurde die Angebotsunterlage für das neue Übernahmeangebot für den Generikahersteller Stada veröffentlicht. Das teilen die Investoren Bain Capital und Cinven mit. Damit beginnt die vierwöchige Annahmefrist. Bain Capital und Cinven bieten den Aktionären 66,25 Euro pro Aktie. Damit der Deal zustande kommt, gilt eine Mindestannahmeschwelle von 63 Prozent. 

66,25 Euro je Aktie – und damit 25 Cent mehr als beim ersten Anlauf – bietet das Investorenduo Bain und Cinven den Stada-Aktionären bei seinem neuen Versuch, das Pharmaunternehmen aus Bad Vilbel zu übernehmen. Um zwei Prozentpunkte hatten Bain und Cinven mit ihrem ersten Angebot die erforderliche Annahmequote verpasst. Mit der heutigen Veröffentlichung der Angebotsunterlage beginnt nun erneut eine vierwöchige Annahmefrist. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) hatte zuvor die Veröffentlichung der Angebotsunterlage gemäß Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz gestattet.

Aktionäre von Stada können ab sofort das Angebot annehmen und einer von Bain und Cinven kontrollierten Holdinggesellschaft ihre Aktien andienen. Dazu müssen Stada-Aktionäre innerhalb der nächsten vier Wochen eine entsprechende Erklärung in schriftlicher oder elektronischer Form bei ihrer Depotbank einreichen. Die Annahmefrist endet am 16. August 2017 um Mitternacht (Ortszeit Frankfurt am Main).

Damit das Geschäft zustande kommt, müssen 63 Prozent der Anteilseigner zustimmen. Die Mindestannahmeschwelle liegt somit niedriger als beim ersten Versuch, bei dem die erforderliche Annahmequote von 67,5 Prozent verfehlt worden war. Ursprünglich waren sogar 75 Prozent gefordert gewesen. Einen Tag vor dem Ende der Annahmefrist hatten aber erst 21,5 Prozent der Anteilseigner zugestimmt. Daher hatten die Investoren bereits einmal nachgebessert und sowohl die Schwelle gesenkt als auch die Frist verlängert – am Ende jedoch vergeblich. 

Fast 20 Prozent sollen schon zugesagt haben

Nach eigener Aussage wollen Bain und Cinven bereits unwiderrufliche Zusagen von Stada-Aktionären in Höhe von rund 19,6 Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft erhalten haben. Diese hätten sich verpflichtet, das Angebot anzunehmen, erklären die Investoren.

Stada-Vorstand und Aufsichtsrat gehen laut Bain und Cinven – aus heutiger Sicht und unter Vorbehalt der Prüfung – davon aus, den Aktionären das neue Angebot empfehlen zu können. Dazu soll eine begründete Stellungnahme abgegeben werden, heißt es. Die Unternehmensführung sei aus heutiger Sicht der Auffassung, dass die Transaktion im besten Interesse des Unternehmens sowie seiner Aktionäre und weiteren Stakeholder ist, erklärt das Investorenduo. Die ursprüngliche Investorenvereinbarung sei für das neue Angebot entsprechend angepasst worden.

Auch beim gescheiterten Übernahmeversuch hatten Vorstand und Aufsichtsrat bei den Aktionären für die Übernahme geworben. 


jb / DAZ.online
redaktion@daz.online


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