Für Frauen im gebärfähigen Alter

Wo bleibt die Valproat-Patientenkarte?

Bonn / Stuttgart - 14.07.2017, 12:40 Uhr

Steht beim BfArM für Apotheker zum Download bereit: Patientenkarte bei Abgabe Valproat-haltiger Arzneimittel. (Foto: picture alliance / maxppp)

Steht beim BfArM für Apotheker zum Download bereit: Patientenkarte bei Abgabe Valproat-haltiger Arzneimittel. (Foto: picture alliance / maxppp)


Apotheker sollen Arzneimittel mit Valproat seit dem gestrigen Donnerstag an Patientinnen nur noch mit einer Patientenkarte abgeben. Die wollten die Hersteller verschicken. Doch offenbar hat noch nicht jede Apotheke diese Patientenkarten erhalten. Was sollen Apotheker jetzt tun?

Die Einnahme Valproat enthaltender Arzneimittel kann bei schwangeren Frauen zu Fehlbildungen des Kindes führen. Das ist bekannt – oder vielleicht doch nicht? Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat darauf reagiert: Spezielle Patientenkarten sollen etwaige Informationslücken endgültig schließen. Diese sollen Apotheker und Ärzte ab sofort ihren Patientinnen im gebärfähigen Alter mitgeben, die mit Valproat therapiert werden. Die Patientenkarte informiert über die Gefahr von Fehlbildungen beim ungeborenen Kind bei Vorliegen einer Schwangerschaft.

Am gestrigen Donnerstag sollten Apotheker eigentlich bereits ein solches Päckchen mit Valproat-Patientenkarten erhalten, um – bis künftig jeder Valproatpackung automatisch eine beigelegt wird – die verbesserte Arzneimitteltherapiesicherheit direkt umsetzen zu können. Offenbar kamen die Patientenkarten allerdings nicht in jeder bundesweiten Apotheke an. Was Apotheker in diesem Fall tun können – DAZ.online hat beim BfArM nachgefragt.

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„Das BfArM stellt im Rahmen der Servicekommunikation die Valproat-Patientenkarte zum Download zur Verfügung, um die Patientensicherheit zu gewährleisten“, sagt Maik Pommer, Sprecher des BfArm. Die Valproat-Patientenkarte gibt es hier.

Außer dem BfArM bieten auch die Hersteller hinter den Valproat enthaltenden Arzneimitteln diesen Service zur Überbrückung an. Wir haben Links zu einigen Valproat-Herstellern zusammengestellt. Die vollständige Liste finden Sie hier auf der zweiten Seite des Infobriefs.


Celine Müller (cel)
redaktion@daz.online


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