Noweda-Brief an Hüffenhardter Bevölkerung

„Lassen Sie sich von DocMorris keinen Bären aufbinden“

Berlin - 10.07.2017, 10:40 Uhr

(Screenshot: DAZ)

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Die Apotheker-Genossenschaft Noweda lässt nicht locker in ihren Bemühungen gegen den Arzneimittel-Automaten von DocMorris in Hüffenhardt. Nachdem der Großhändler einige Apotheker bei Gerichtsverfahren gegen die Versandapotheken unterstützt hat, richtet sich die Noweda nun in einem offenen Brief an die Hüffenhardter Bevölkerung.

Seit ein paar Wochen ist die Arzneimittel-Abgabestelle von DocMorris im baden-württembergischen Hüffenhardt inzwischen geschlossen. Der Landesapothekerverband hatte vor dem Landgericht Mosbach erfolgreich geklagt, woraufhin die Niederländer den Automaten vorerst schlossen. Das Hauptverfahren, in dem es um die Arzneimittel-Abgabe in Hüffenhardt geht, läuft allerdings noch. Der Großhändler Noweda lässt daher nicht locker und kämpft weiter gegen das Vorgehen der EU-Versandapotheke in Hüffenhardt.

Neuester Coup der Apotheker-Genossenschaft: In einem offenen Brief sensibilisiert das Unternehmen die Hüffenhardter Bevölkerung für das Thema und weist auf die Bedeutung der Apotheke vor Ort für die Versorgung hin. Der Brief wurde in der vergangenen Woche öffentlichkeitswirksam als große Anzeige in der Rhein-Neckar-Zeitung veröffentlicht. Zu Beginn des Schreibens heißt es: „Liebe Bürgerinnen und Bürger in Hüffenhardt, sicher glauben Sie nicht alles, was man Ihnen so erzählt. Deshalb sollten Sie sich auch von dem niederländischen Arzneimittelversender DocMorris keinen Bären aufbinden lassen.“

„In Wirklichkeit geht es DocMorris darum, die Versorgung aufzubrechen"

Die Noweda erklärt den aktuellen Stand des Gerichtsverfahrens und geht dann dazu über, die Arzneimittelversorgung rund um Hüffenhardt aufzugreifen. „Natürlich weiß auch DocMorris, dass die Versorgung der Einwohner von Hüffenhardt voll und ganz durch die umliegenden Apotheken der Nachbarorte gewährleistet ist.“ Diese Apotheken kümmerten sich um die Nacht- und Notdienste in der Region, stellten Rezepturen her und bieten „menschliche Zuwendung, Verständnis und Beratung im persönlichen Gespräch an“, heißt es in dem Brief.

Die Noweda stellt infrage, ob die Arzneimittelversorgung in den Plänen von DocMorris überhaupt eine Rolle spiele. Denn das Unternehmen scheibt: „In Wirklichkeit geht es DocMorris denn auch um ganz andere Dinge: Die Kapitalgesellschaft will die anerkannt gute Arzneimittelversorgung durch die inhabergeführte Apotheke vor Ort weiter aufbrechen. Mit aller Macht. Natürlich, um die eigenen Gewinne zu steigern. Die illegale Abgabestelle in Hüffenhardt ist da nur ein erster Schritt.“

Die Genossenschaft weist auch darauf hin, dass 90 Prozent aller Bundesbürger hohes Vertrauen zu ihren Apothekern vor Ort haben, und schließt mit dem Satz: „Kein Wunder also, dass Vor-Ort-Apotheken den Vergleich mit dem niederländischen Versender nicht fürchten. Fair sollte der Wettbewerb allerdings schon sein. Ist das zu viel verlangt?“


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1 Kommentar

Noweda

von Frank ebert am 10.07.2017 um 11:52 Uhr

Man muss nicht unbedingt bei Noweda sein , aber wer bei Gehe und vorallem bei Phönix ist, hat nichts verstanden

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