CDU/CSU

Rx-Versandverbot ist im Wahlprogramm der Union

Berlin - 03.07.2017, 13:15 Uhr

Die Union hat ihr Programm für die Bundestagswahlen vorgestellt, mit dabei: das Rx-Versandverbot. (Foto: picture alliance / AP Photo) 

Die Union hat ihr Programm für die Bundestagswahlen vorgestellt, mit dabei: das Rx-Versandverbot. (Foto: picture alliance / AP Photo) 


Das Rx-Versandverbot ist noch nicht vom Tisch. Die Unionsparteien CDU und CSU wollen sich in der nächsten Legislaturperiode dafür einsetzen, dass der Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln verboten wird. 

Sollten CDU und CSU in der nächsten Legislaturperiode an der Bundesregierung beteiligt sein, wird das Rx-Versandverbot erneut auf den Tisch kommen. Denn CDU und CSU schreiben sich das Verbot überraschenderweise in ihr Wahlprogramm. Der Bundesfachausschuss für Pflege und Gesundheit der CDU hatte den Arzneimittel-Versandhandel in seinen Vorschlägen für das Regierungsprogramm komplett ausgeklammert. Doch in der nun vorliegenden, finalen Version des Programms, das die Parteispitzen am heutigen Montag beschlossen haben, heißt es: „Wir garantieren eine gute ärztliche Versorgung im ländlichen Raum. Die Versorgung durch ein ortsnahes Apothekenangebot werden wir sichern, indem wir den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln verbieten.“

CDU und CSU haben sich in dieser Legislaturperiode bereits für ein Rx-Versandverbot stark gemacht. Nach dem EuGH-Urteil zur Rx-Preisbindung sprach sich Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) schnell für das Verbot aus und legte im Winter einen entsprechenden Gesetzentwurf vor, der allerdings an der SPD-Bundestagsfraktion scheiterte. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Unionsfraktion, Georg Nüßlein, hatte in einem Interview mit DAZ.online bereits angekündigt, dass das Verbot in das Wahlprogramm beider Parteien kommen solle.

Sollte die Union an der Regierungsbildung im Herbst beteiligt sein, dürfte das Rx-Versandverbot also erneut eine Rolle spielen. Welche Durchsetzungschancen CDU und CSU mit dem Verbot haben, ist aber völlig unklar. Als einzige Partei hat sich noch die Linke das Verbot ins Wahlprogramm geschrieben. Bei SPD und Grünen spielen die Apotheker im Wahlprogramm so gut wie keine Rolle.

Das etwa 80-seitige Papier von CDU und CSU heißt „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“. Aus gesundheitspolitischer Sicht widersprechen beide Parteien in vielen Punkten vehement den Positionen der SPD, den Grünen und den Linken. So will die Union die zweigliedrige Krankenversicherung erhalten und lehnt eine sogenannte Bürgerversicherung ganz entschieden ab. 



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


Diesen Artikel teilen:


5 Kommentare

LÖSCHUNG

von frank ebert am 04.07.2017 um 14:05 Uhr

Pech, habe den Beitrag nicht gelesen. Gibts also noch einen schlimmen Wahrheitsschreiber.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Dieser Kommentar wurde von der Redaktion aufgrund eines Verstoßes gegen die allgemeinen Verhaltensregeln gelöscht.

Köder

von Karl Friedrich Müller am 03.07.2017 um 17:21 Uhr

Papier ist geduldig.
Nichts wird kommen, nicht mit der CDU (oder anderen Parteien)
Es wäre sofort durchsetzbar. Bei anderen Projekten hat man auch keine "gesetzlichen Bedenken" oder ändert sogar das GG.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Versandverbot

von Frank ebert am 03.07.2017 um 16:08 Uhr

Da werden Schäuble und Leikert aber aufstöhnen

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Rx Versandhandel

von Michael Zeimke am 03.07.2017 um 15:16 Uhr

Eine Mehrheit für ein Rx Versandverbot ist jetzt schon im Bundestag vorhanden. Einmal so link sein wie die Sozen.
Ehe für Alle.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.