Jahresziele angepasst

Schwächelnde OTCs drücken auf Bayers Prognose

Leverkusen / Stuttgart - 30.06.2017, 15:00 Uhr

Läuft nicht: Bayers OTC-Sparte (hier Aspirin in den USA) erfüllt die Erwartungen des Konzerns nicht. (Foto: picture alliance)

Läuft nicht: Bayers OTC-Sparte (hier Aspirin in den USA) erfüllt die Erwartungen des Konzerns nicht. (Foto: picture alliance)


Bayer korrigiert seine Jahresprognose nach unten. Schuld ist unter anderem das schwächelnde OTC-Geschäft. Für die Investoren kam dieser Schritt überraschend. So hatte das Leverkusener Pharma- und Chemieunternehmen seine Vorhersage für das laufende Jahr doch erst Ende April erhöht – es lief gut bei der Kunststofftochter Covestro. Doch dann ging die Aktie auf Talfahrt. 

Über 5,5 Prozent rutschten die Bayeraktien zeitweise ab. Zuletzt konnten sie sich wieder etwas erholen und lagen noch mit rund 4 Prozent im Minus. Schuld war die Anpassung der Jahresprognosen für Umsatz und Ergebnis für die Sparten Crop Science und Consumer Health, die der Konzern am heutigen Freitag bekannt gab. Neben der schwachen Entwicklung bei verschreibungsfreien Markenarzneimitteln und hohen Warenbeständen im Bereich Pflanzenschutz in Brasilien, die dem Konzern vor der Rekordübernahme von Monsanto in die Parade fahren, gebe es Druck auf der Währungsseite, so Bayer. Wegen dieser Faktoren würden die Konzernprognosen überarbeitet.

Details nannte Bayer keine. Der neue Ausblick für das Jahr 2017 werde mit den Zahlen zum zweiten Quartal bekannt gegeben. Deren Vorlage ist für den 27. Juli geplant. Bisher hatte Bayer nach der Erhöhung im April ein Umsatzplus auf 51 Milliarden Euro angepeilt, was ein bereinigter Zuwachs im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich gewesen wäre. Der operative Gewinn (Ebitda vor Sonderposten) sollte im unteren Zehner-Prozentbereich steigen.

OTC-Geschäft erfüllt Erwartungen nicht

Analysten rechnen für das Gesamtjahr bislang im Schnitt mit einem Ebitda von 12,3 Milliarden Euro. Unsicherheitsfaktor bleibt allerdings die Frage, wie stark der Gesundheitsbereich enttäuschen wird. Denn hier läuft es auch nicht rund. Die Sparte Consumer Health mit Bepanthen®, Aspirin® oder Claritin® gegen Allergie-Beschwerden, das in Deutschland nicht vertrieben wird, entwickle sich schwächer als prognostiziert, hieß es am heutigen Freitag weiter. Bisher rechnete Bayer hier mit einem Plus beim Ebitda im unteren und mittleren Prozentbereich. Zusätzliche Ergebnisbelastungen erwartet der Konzern aufgrund des verschlechterten Währungsumfeldes. Der Euro ist zum Dollar seit Dezember kontinuierlich gestiegen.

Der Konzern hatte erst Ende April mit den Zahlen zum ersten Quartal vor der geplanten Rekordübernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto die Prognose wegen guter Geschäft bei Covestro erhöht. Die Geschäfte des Kunststoffspezialisten verlaufen weiterhin stark, teilte Bayer entsprechend mit. Dies gelte auch für das Pharma-Geschäft. Die Geschäftseinheit Animal Health liege im Rahmen der Erwartungen.

Antrag auf Monsanto-Übernahme eingereicht

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hat unterdessen bei der EU-Wettbewerbsbehörde den Antrag auf Genehmigung der Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto eingereicht. Damit sei ein weiterer wichtiger Schritt bei dieser Transaktion erreicht worden, hieß es. Das Unternehmen werde eng mit den Behörden zusammenarbeiten. Ziel sei, die Übernahme bis Ende 2017 abschließen zu können.

Neben den USA gilt die Prüfung in Brüssel als die größte Hürde für die Übernahme. Mit der Zulassung würde die neue Allianz von Bayer und Monsanto zum weltgrößten Anbieter in der Agrarchemie aufsteigen. Umweltschützer und Kritiker des Zukaufs fordern wegen der großen Marktmacht eine Untersagung des Zusammenschlusses. Die EU-Kommission hatte im Vorfeld eine genaue Prüfung angekündigt.


dpa-afx / jb
redaktion@daz.online


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