Direktabrechnung

Apotheker verhandeln mit PKV-Verband über Rahmenvertrag

Berlin - 28.06.2017, 16:15 Uhr

Bald Geschichte? Der DAV und der PKV-Verband wollen einen Rahmenvertrag aushandeln, der es weiteren PKV-Unternehmen ermöglicht, Direktabrechnungsmodelle mit Apotheken zu etablieren. (Foto vege / fotolia)

Bald Geschichte? Der DAV und der PKV-Verband wollen einen Rahmenvertrag aushandeln, der es weiteren PKV-Unternehmen ermöglicht, Direktabrechnungsmodelle mit Apotheken zu etablieren. (Foto vege / fotolia)


Dass Apotheken und private Krankenversicherungen Arzneimittel direkt untereinander abrechnen, könnte bald immer häufiger vorkommen. Denn nach Informationen von DAZ.online wollen der Deutsche Apothekerverband und der Verband der privaten Krankenversicherungen Gespräche über einen Rahmenvertrag zur Direktabrechnung aufnehmen. Allerdings machen beide Verbände unterschiedliche Angaben zum Zwischenstand der Verhandlungen.

Die Hauptversammlung der Deutschen Apotheker hatte sich auf dem Deutschen Apothekertag 2016 (DAT) dafür ausgesprochen, dass künftig alle PKV-Versicherte die Möglichkeit bekommen sollen, dass sie ihre Arzneimittel aus der Apotheke erhalten, ohne dass sie die gesamte Rechnung sofort vor Ort begleichen müssen. Schon seit Jahren ist der Deutsche Apothekerverband bemüht, die Direktabrechnung zwischen Apothekern und einzelnen Krankenversicherern zu erleichtern und zu ermöglichen.

Dabei konnte der DAV bereits einige Erfolge verzeichnen: Der Verband konnte entsprechende Verträge mit der Debeka Krankenversicherung, der HUK-Coburg, der PAX-Familienfürsorge, der AXA Krankenversicherung und der Allianz Krankenversicherung abschließen. Die Verträge sind unterschiedlich gestaltet, beinhalten aber meistens eine Mindestrezeptsumme, ab der die Direktabrechnung erst möglich ist. Bei der HUK Coburg sowie bei der PAX-Familienfürsorge gilt die Direktabrechnung beispielsweise ab einer Mindestrezeptsumme von 1000 Euro. Die Verträge mit der Debeka und der Allianz sind ähnlich gestaltet.

In Zukunft könnte es für den DAV aber leichter werden, solche Verträge mit weiteren Krankenversicherern abzuschließen. Denn nach Informationen von DAZ.online wollen sich der DAV und Vertreter des PKV-Verbandes schon bald treffen, um in Verhandlungen in einen Rahmenvertrag zur Abrechnung zwischen PKV-Unternehmen und Apotheken einzusteigen. Was zwischen den beiden Verbänden besprochen werden soll, ist noch völlig unklar. Ein Sprecher der ABDA erklärte lediglich, dass der Rahmenvertrag die Direktabrechnung „grundsätzlich“ regeln solle.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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4 Kommentare

Selbstverletzung

von Franz am 29.06.2017 um 11:39 Uhr

Welchen Nutzen sollen wir aus der Direktabrechnung mit der PKV ziehen?
Wir schreiben Rechnungen, tragen (natürlich) das Porto, müssen Aufträge in der Warenwirtschafts-Software fakturieren, müssen den Eingang der vermutlich verspäteten Zahlung überwachen und uns ggf. bei Abrechnungsdifferenzen (verordnetes AM/agebenes AM) mit der jeweiligen Krankenkasse herumärgern.
Das Schlimmste aber ist, dass wir uns, wie von Hr. K.F. Müller bemerkt, grundlos in neue Abhängigkeiten begeben
und zwangsläufig Begehrlichkeiten bei den PKVen wecken. Das gebrannte Kind scheut bekanntlich das Feuer, der DAV spielt lieber damit.

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zuletzt

von Karl Friedrich Müller am 29.06.2017 um 7:36 Uhr

habe ich

GAR KEIN VERTRAUEN

in das Verhandlungsgeschick unserer Vertreter.
Es wurde ALLES verbockt bisher!
Überhebliche Arroganz und beratungsresistent. Basis existiert nur als Beitragszahler. Da bedient man sich gerne.

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Außerdem

von Karl Friedrich Müller am 29.06.2017 um 7:05 Uhr

Was ist das für ein Verhandlungsklima, wenn (in einem anderen Artikel) den Apotheken vorgeworfen wird, dass sie 100 Mio € "mehr" erhielten als bei der GKV.
Soll das Geld nun auch an die PKV fließen? Rabatte an die PKV?
Warum wird nicht erwähnt, wieviel "mehr" die Ärzte Dank PKV einnehmen?
2,5 Fach und so! Das dürfte erheblich mehr sein als bei den Apotheken!
Warum müssen wir uns für jeden Euro rechtfertigen?
Andere nicht?
Die Kohle ist bei den nicht arbeitenden Aktionären natürlich viel besser aufgehoben, als bei den schuftenden Leistungserbringern!
Finger weg vom Rahmenvertrag! Das bringt uns nur Probleme!
Die Konzerne werden mindestens so schlimm agieren wie die GKV!
Wir geben so das letzte Stück Freiheit ab, nur weil das "Kundenfreundlich" sein soll? Wird das nicht übertrieben?
Wir können nicht jedes Problem des Kunden zu unserem machen! Mit unübersehbaren Folgen!

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Warum

von Karl Friedrich Müller am 28.06.2017 um 17:44 Uhr

Begibt man sich unnötig auch noch in die Abhängigkeit von der PKV?
Reicht die GKV nicht?
Nix gelernt? Sollen wir uns da auch noch gängeln lassen und Rabatte bezahlen?
Das ist der pure Irrsinn.

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