Gesundheitsministerkonferenz

Länder wollen besseres Medikationsmanagement für Ältere

Berlin - 23.06.2017, 17:00 Uhr

Die Gesundheitsminister und -senatoren aller Länder und Hermann Gröhe trafen sich diese Woche in Bremen. Ein Thema: Die Arzneimittelversorgung älterer Menschen. (Foto: gmkonline.de)

Die Gesundheitsminister und -senatoren aller Länder und Hermann Gröhe trafen sich diese Woche in Bremen. Ein Thema: Die Arzneimittelversorgung älterer Menschen. (Foto: gmkonline.de)


Die Gesundheitsminister und -senatoren der Länder wollen die gesundheitliche Versorgung älterer Menschen verbessern. Unter anderem setzen sie darauf, dass das Medikationsmanagement für diese Patientengruppe weiterentwickelt wird. Dies geht aus einem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz hervor, die diese Woche stattfand.

Unter dem Vorsitz der Bremer Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD) haben am 21. und 22. Juni die Minister und Senatoren für Gesundheit gemeinsam mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in der Hansestadt getagt. Die jährliche Gesundheitsministerkonferenz (GMK) dient der Zusammenarbeit der Gesundheitsressorts der Länder und der Koordinierung der Länderinteressen sowie der Zusammenarbeit mit dem Bund.

Eines der zentralen Themen in diesem Jahr war die gesundheitliche Versorgung älterer Menschen. Quante-Brandt erklärte: „Der Anteil älterer und hochbetagter Menschen an der Bevölkerung wird größer. Dadurch verändern sich die Anforderungen an ihre gesundheitliche Versorgung, denn ältere Menschen sind häufiger von Mehrfacherkrankungen betroffen und nehmen mehrere Arzneimittel gleichzeitig ein. Das Ziel der gesundheitlichen Versorgung liegt in einer gut abgestimmten Behandlung, bei der der einzelne Patient mehr im Vordergrund stehen muss, um seine Lebensqualität auch im höheren Alter aufrechtzuerhalten.“

Neue Leitlinien schaffen

Um dorthin zu gelangen, benennen die Landesminister und -senatoren in ihrem frisch gefassten Beschluss einige Handlungsfelder: Grundsätzlich soll sich die gesundheitliche Versorgung stärker an den speziellen Bedarfen von älteren und hochaltrigen multimorbid erkrankten Menschen ausrichten – das betrifft auch die Prävention und Gesundheitsförderung. Zudem sollen Leitlinien als Handlungsrahmen für eine stärker evidenzbasierte Versorgung für diese Patienten geschaffen werden. So wird das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gebeten, an die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) heranzutreten, um die Entwicklung von S3-Leitlinien zur Versorgung von Multimorbidität speziell in der älteren Bevölkerung in die Wege zu leiten und bestehende Projekte fortzuschreiben. Ferner werden die Selbstverwaltungspartner gebeten, ein strukturiertes, multiprofessionelles Versorgungsmanagement modellhaft zu erproben – zum Beispiel mithilfe des Innovationsfonds. Ziel soll dabei die flächendeckende Umsetzung sein.

Überdies bitten die Länderminister das BMG, „die bestehenden Maßnahmen für ein effektives Medikationsmanagement im Hinblick auf Umsetzung, Reichweite, Abdeckungsgrad sowie Verantwortlichkeiten weiterzuentwickeln“. Dabei sollten die Erkenntnisse einbezogen werden, die aus im Rahmen des Innovationsfonds erprobten Versorgungsmodellen zur Arzneimitteltherapiesicherheit gewonnen werden. Nicht zuletzt sollen das BMG sowie das Bundesministerium für Bildung und Forschung Anreize entwickeln, damit Mehrfacherkrankungen und damit zusammenhängende Wechselwirkungen gezielter erforscht werden.



Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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