Eilmeldung des BfArM

Gefälschtes Harvoni auf dem deutschen Markt 

Bonn - 01.06.2017, 18:50 Uhr

Die gefälschten Harvoni-Tabletten sind weiß, nicht orange. (Foto: BfArM)

Die gefälschten Harvoni-Tabletten sind weiß, nicht orange. (Foto: BfArM)


Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte warnt, dass eine Fälschung des Hepatitis-C-Mittels Harvoni der Firma Gilead auf den deutschen Markt gelangt ist. Die Fälschung wurde in einer Apotheke in Nordrhein-Westfalen entdeckt.

Wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) am heutigen Donnerstagabend per Eilmeldung bekannt gab, ist eine Fälschung des Hepatitis-C-Mittels Harvoni auf den deutschen Markt gelangt. 

Die gefälschten Tabletten sind nicht wie üblich orange, sondern weiß. Die Packungen tragen die Chargenbezeichnung 16SFC021D (Verfallsdatum 06/2018), bei der es sich um eine real existierende Charge für den deutschen Markt handelt. Die gefälschten Tabletten unterscheiden sich vom Original nur durch die weiße Farbe. Die Verpackung der Tabletten sowie die Tablettenform und -prägung entsprechen dem Original. Die Fälschung wurde von einem Patienten in Nordrhein-Westfalen entdeckt, der sie seiner Apotheke meldete.

Die Herkunft der Fälschung sowie der Inhalt der Tabletten werden derzeit untersucht. Dem BfArM ist daher noch nicht bekannt, welche Stoffe die anders aussehenden Tabletten enthalten und ob mit der Einnahme gesundheitliche Risiken verbunden sind.

Patienten, die das Arzneimittel Harvoni® 90 mg / 400 mg Filmtabletten der Firma Gilead einnehmen und feststellen, dass es sich dabei um weiße Tabletten handelt, sollen diese keinesfalls einnehmen, sondern sich an ihren behandelnden Arzt oder ihren Apotheker wenden, um das weitere Vorgehen mit ihm abzusprechen. Das BfArM weist darauf hin, dass für den Austausch eine ärztliche Verschreibung bei der Apotheke vorgelegt werden muss. Apotheker werden darauf hingewiesen, die Farbe der Filmtabletten zu prüfen und im Falle einer Fälschung die üblichen Meldewege einzuhalten.

Das BfArM steht in engem Kontakt mit den Landesbehörden, die in Deutschland für die Überwachung des Verkehrs mit Arzneimitteln zuständig sind, sowie mit der Europäischen Arzneimittelbehörde. Sobald weitere Informationen vorliegen, wird die Behörde unverzüglich darüber informieren.

Das Arzneimittel enthält regulär die Wirkstoffkombination Ledipasvir und Sofosbuvir und wird bei Erwachsenen zur Behandlung der chronischen Hepatitis C angewendet.

 

 

 


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1 Kommentar

Naja, alles gut, oder?

von Christian Becker am 01.06.2017 um 20:16 Uhr

"Die gefälschten Tabletten unterscheiden sich vom Original nur durch die weiße Farbe."
Die Farbe ist doch egal, wenn das der einzige Unterschied ist. :P

Aber ernsthaft, dass gefälschte Arzneimittel auf den deutschen Markt gelangen konnten, ist ein schweres Problem.
Auf der einen Seite werden die Fälschungen immer besser und auf der anderen Seite hinken die Fälschungssicherungen in der Implementierung noch hinterher.
Hoffentlich bekommen wir das in den Griff, bevor Fälschungen mehr Alltag als die Ausnahme werden.

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