G20-Gesundheitsministertreffen

Antibiotika nur auf Rezept

Berlin - 22.05.2017, 11:00 Uhr

Großes Treffen der G20-Gesundheitsminister in Berlin – auch Kanzlerin Angela Merkel ist mittendrin. (Foto: BMG/Inga Kjer - photothek)

Großes Treffen der G20-Gesundheitsminister in Berlin – auch Kanzlerin Angela Merkel ist mittendrin. (Foto: BMG/Inga Kjer - photothek)


Die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) wollen sich besser gegen mögliche neue Epidemien und andere Gesundheitskrisen wappnen. Dabei helfen sollen gemeinsame Krisenübungen, in denen Reaktionen erprobt werden. Zudem steht die Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen weit oben auf der Agenda.

Am 19. Und 20. Mai hatten sich in Berlin die Gesundheitsministerinnen und -minister der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) getroffen. Im Mittelpunkt der Tagung stand die Bekämpfung globaler Gesundheitsgefahren. Was können die G20 tun, um einen Krankheitsausbruch, der vor Grenzen nicht Halt macht, möglichst schnell einzudämmen? Wie kann in einem solchen Fall die internationale Hilfe zügiger bereitgestellt werden? Und wie kann die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestärkt werden?

Die Ebola-Epidemie 2014/2015 ist allen noch in Erinnerung. Auf derartige Krisensituationen wollen die G20 künftig besser vorbereitet sein – durch regelmäßige gemeinsame Simulationsübungen. Das haben die Minister in ihrer gemeinsamen Abschlusserklärung festgehalten. Gastgeber und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) erläutert: „So wie jede Feuerwehr den Ernstfall probt, wird es künftig auch für Gesundheitskrisen regelmäßige Übungen geben – denn wir müssen jetzt die Zeit nutzen, um uns vorzubereiten“. Bei dem Berliner Treffen fand bereits eine solche Übung hinter verschlossenen Türen statt. Erprobt wurde der simulierte Ernstfall gemeinsam mit Vertretern der WHO und der Weltbank.

Mit nationalen Aktionsplänen gegen Antibiotika-Resistenzen

Ein wichtiger Durchbruch ist für Gröhe zudem, dass alle G20-Staaten in der Abschlusserklärung zugesagt haben, im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen bis Ende 2018 mit der Umsetzung Nationaler Aktionspläne zu beginnen – Deutschland sieht sich hier mit seiner Deutschen Antibiotika Resistenzstrategie (DART) in einer Vorreiterrolle. Antibiotika-Resistenzen gelten als eine der größten Bedrohungen für die globale Gesundheit, zumal sie Industrienationen und Entwicklungsländer gleichermaßen betreffen. Ein gemeinsames Ziel der nationalen Aktionspläne ist beispielsweise, dass die Behandlung mit Antibiotika nur noch auf Rezept und durch Ausgabe von im Inland anerkannten Gesundheitsfachkräften erfolgen darf. Auch die Antibiotika-Forschung will die Staatengemeinschaft vorantreiben. Ein weiteres Ziel: Die G20 will ärmere Staaten mehr unterstützen – auch beim Zugang zu bezahlbaren Arzneimitteln.“

Am heutigen Montag will sich Gröhe zum Start der WHO-Jahrestagung in Genf dafür stark machen, dass die WHO für eine bessere Krisenreaktionsfähigkeit auch finanziell angemessen ausgestattet ist. Deutschland setzt sich dafür ein, den Pflichtbeitrag der Mitgliedstaaten um drei Prozent zu erhöhen. Die Bundesrepublik hat ihre freiwilligen Beiträge in diesem Jahr bereits von 5 auf 35 Millionen Euro erhöht.


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