Kongress in Würzburg

ADKA-Ehrennadel erstmalig an Nicht-Apotheker

Würzburg - 15.05.2017, 12:10 Uhr

Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig (Bildmitte), der Vorsitzende der AkdÄ, erhält die ADKA-Ehrennadel vom 1. Vizepräsidenten der ADKA, Prof. Dr. Frank Dörje und ADKA-Präsident Rudolf Bernard.  (Foto: ADKA/Peter Pulkowski)

Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig (Bildmitte), der Vorsitzende der AkdÄ, erhält die ADKA-Ehrennadel vom 1. Vizepräsidenten der ADKA, Prof. Dr. Frank Dörje und ADKA-Präsident Rudolf Bernard.  (Foto: ADKA/Peter Pulkowski)


Dass der Wunsch nach einer intensiven, fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen Arzt und Apotheker seitens des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) nicht nur hohle Worte sind, machte der Verband bei der Verleihung der diesjährigen Ehrennadel deutlich. Sie wurde im Rahmen des ADKA-Kongresses, der vergangenes Wochenende in Würzburg stattfand, erstmalig an einen Mediziner verliehen.

Seit 2000 ist die Ehrennadel Anerkennung für Personen, die sich in besonderem Maße um die Krankenhauspharmazie verdient gemacht haben – bislang waren die Geehrten ausnahmslos Krankenhausapotheker. In diesem Jahr geht sie – als Novum – an einen „sehr engagierten Vertreter des Heilberufes, mit dem wir im Krankenhaus am engsten zusammenarbeiten, einen Arzt“, wie der amtierende ADKA-Präsident, Rudolf Bernard erfreut verkündet.. Der Geehrte ist kein Unbekannter, weder in Arzt- noch Apothekerkreisen. Ausgezeichnet wird Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft (AkdÄ).

„Kompetenz bei Arzneimitteln – klinge nach Apotheker “

Ludwig sieht die Herausforderung, der sich Apotheker und Ärzte in naher Zukunft stellen müssen, darin, „die Arzneimitteltherapie als Hochrisikoprozess“ wahrzunehmen. „Wir stehen ganz am Anfang, ich begrüße ausdrücklich den Medikationsplanplan, da er ein winziger Schritt in die richtige Richtung ist“. Und auch Ludwig sieht dieses Vorhaben nur in enger Zusammenarbeit leistbar, dass die gute Idee hinter dem Medikationsplan letztendlich und tatsächlich auch ihr Ziel auch erreicht – und zum Nutzen für den Patienten wird. Dafür müssten aber Patienten ihren Medikationsplan auch verstehen, „wir müssen unsere Patienten informieren, was sie einnehmen“. Hier seien natürlich „humane Ressourcen nötig, die dieses Wissen auch kompetent vermitteln“ könnten, ergänzt der Vorsitzende der AkdÄ. Kompetenz bei Arzneimitteln – klinge nach „Apotheker“.

Vor diesem Hintergrund ist es Ludwig unverständlich, „warum es in Deutschland nicht gelingt, Krankenhausapotheker stärker in den stationären Bereich einzubeziehen“. Zahlreiche Studien belegten, dass dies zu einer Verbesserung der Medikation führe. „Krankenhausapotheker gehören auf Stationen“, nur gemeinsam könne man bei einer sorgfältigen Arzneimittelanamnese und der sektorübergreifenden Entlassung vorankommen, appelliert Ludwig.

Niedersachsen Vorbild bei Stationsapotheker

Vorbildfunktion beim Thema Krankenhausapotheker auf Stationen übernimmt derzeit das Land Niedersachsen. Als erstes Bundesland will es Stationsapotheker verpflichtend einführen. Pro 300 Betten soll künftig ein Apotheker zur Stationsarbeit eingesetzt werden – und zwar zusätzlich zu den bereits tätigen Klinikapothekern. Noch ist das Gesetz nicht in trockenen Tüchern, dennoch hofft ADKA-Präsident Bernard hier auf eine „Signalwirkung für andere Bundesländer“, den Stationsapotheker in Deutschland gesetzlich zu verankern.


Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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