Neue Nutzung

Kaffee, Kuchen und Übernachtungen in historischer Bautzener Apotheke

Bautzen / Düsseldorf - 10.05.2017, 17:30 Uhr

In den historischen Räumen der alten Goethe-Apotheke in Bautzen entsteht ein Hotel. (Foto: Alte-Goethe-Apotheke)

In den historischen Räumen der alten Goethe-Apotheke in Bautzen entsteht ein Hotel. (Foto: Alte-Goethe-Apotheke)


Seit 1903 gab es an der Goschwitzstraße im sächsischen Bautzen die Goethe-Apotheke. Zwar ist sie seit über zwei Jahren geschlossen, doch ihre Geschichte und die historische Einrichtung werden in einem neuen Hotel im Apotheken-Haus weiterleben.

Die historischen Apothekerschränke im Stil des Jugendstils aus der Zeit um den Beginn des 20. Jahrhunderts stehen gut verpackt noch dort, wo sie zum Teil bereits seit den Anfängen der Goethe-Apotheke im Jahr 1903 stehen. Und auch wenn es die Apotheke in der sächsischen 40.700-Einwohner Stadt Bautzen in der Oberlausitz nicht mehr als solche gibt, werden ihre historische Einrichtung und die Geschichte doch noch lange weiterleben – als Bestandteil eines Hotels, das derzeit im Haus der alten Goethe-Apotheke entsteht.

Ob das Hotel selbst auch den Namen der Apotheke tragen wird, stehe noch nicht fest. „Aber in jedem Fall wird das Haus weiter den Namen ‚Alte Goethe-Apotheke‘ tragen“, sagt Mathias Weise, der designierte Direktor des in Entstehung begriffenen Hotels, an dem seit dem Jahr 2015 gebaut wird. Vor Kurzem konnte man nach umfangreicher Renovierung, zu der auch ein neuer Dachstuhl gehörte, Richtfest feiern. Die Eröffnung des neuen Hotels ist für November geplant.

Apotheke soll sich auf der Speisekarte wiederfinden

„Ich finde es wichtig, dass die Geschichte des Hauses und der Apotheke erhalten bleibt“, sagt Weise. Die Apotheke soll auf vielfältige Art in das Konzept des Hotels einfließen, an dem noch gearbeitet wird. „Ab Sommer wird die historische Einrichtung wieder ausgepackt und aufgearbeitet“, sagt Weise. Bislang sei sie eingepackt, um sie vor dem Dreck und möglichen Beschädigungen bei den Bauarbeiten zu schützen. Nach der Eröffnung werden Schränke und HV-Tisch dann Bestandteil eines Cafés sein, in dem man im historischen Ambiente Kaffee und Kuchen essen kann, statt Arzneimittel zu bekommen. „Das ‚Kräutermischen und Pillendrehen‘ wird sich dann auch etwa in den Zimmernamen wiederfinden und auf der Speisekarte“, sagt Weise. Auch Apotheker-Cocktails und viele andere Hinweise auf die Apotheken-Vergangenheit kann sich der zukünftige Hoteldirektor gut vorstellen. Und auch weitere Elemente aus der Geschichte des Hauses, in dem sich vor 1903 unter anderem auch mal eine Baumschule befunden hatte, sollen lebendig bleiben, sagt Weise.



Volker Budinger, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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