BfArM erweitert Informationsangebot

Mehr Material mit der blauen Hand

Stuttgart - 09.05.2017, 17:50 Uhr

Die rote Hand informiert über Sicherheitsrisiken, die blaue kennzeichnet 
behördlich genehmigtes Schulungsmaterial. (Grafik: Johannes Hilbert / 
DAZ.online)

Die rote Hand informiert über Sicherheitsrisiken, die blaue kennzeichnet behördlich genehmigtes Schulungsmaterial. (Grafik: Johannes Hilbert / DAZ.online)


Was haben Chlormadinon-Ethinylestradiol-haltige Pillen, Zolendronsäure, Katadolon® und Multaq® gemeinsam? Sie gehören zu den Arzneimitteln, bei denen es seitens der Behörden die Auflage gibt, dass Schulungsmaterialien zur Verfügung stehen müssen, um die sachgemäße Anwendung zu gewährleisten. Das BfArM hat das Angebot, das sich auch an Apotheker richtet, nun erweitert. 

Zusätzlich zur Fach- und Gebrauchsinformation gibt es für einzelne Arzneimittel Schulungsmaterialien, mit deren Hilfe sich Ärzte, Apotheker und Patienten informieren können. Dort finden sie klare Empfehlungen für die sichere Anwendung. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat sein Angebot an solchen Materialien jetzt erweitert. Das teilt die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft mit. Es kann auf der Webseite des BfArM abgerufen werden. Was für Material findet sich dort? Je nach Arzneimittel kann das unterschiedlich sein. Es gibt beispielsweise Leitfäden und Checklisten für Ärzte oder Informationsbroschüren und Ausweise für Patienten.

Die Materialien werden von den Herstellern zur Verfügung gestellt, allerdings nicht aus reiner Nächstenliebe. Das Schulungsmaterial ist Bestandteil der Zulassung und wird von den Zulassungsbehörden vorgeschrieben und vor Veröffentlichung genehmigt.

Ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit ist die Valproinsäure. Bei diesem Wirkstoff wurde als Resultat eines europäischen Risikobewertungserfahrens angeordnet, dass in Zukunft eine Checkliste für Ärzte sowie Broschüren für Ärzte und Patienten zur Verfügung gestellt werden müssen. Diese finden sich dort. Die komplette Liste der Arzneimittel finden Sie hier. 

Gekennzeichnet mit der bauen Hand

Damit offizielles Schulungsmaterial eindeutig als solches erkennbar ist und von Werbebroschüren oder Ähnlichem abgegrenzt werden kann, wurde 2016 das Logo der Blauen Hand eingeführt. Zudem soll das Symbol dem angeordneten und behördlich genehmigten Schulungsmaterial einen hohen Wiedererkennungswert verschaffen.

Für Arzneimittel, die in den Zuständigkeitsbereich des Paul-Ehrlich-Institut (PEI) fallen, zum Beispiel Antikörper, gibt es dort auf der Internetseite eine entsprechende Liste. 


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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