Geplante Dienstleistungsrichtlinie

ABDA protestiert mit französischen Apothekern gegen EU-Regeln

Berlin/Paris - 09.05.2017, 14:50 Uhr

Offenbar soll es noch im Mai eine Einigung zu der umstrittenen Dienstleistungs-Richtlinie der EU-Kommission geben. (Foto: dpa)

Offenbar soll es noch im Mai eine Einigung zu der umstrittenen Dienstleistungs-Richtlinie der EU-Kommission geben. (Foto: dpa)


In einer gemeinsamen Erklärung rufen der Präsident des französischen Apothekerverbands Jean-Pierre Paccioni und ABDA-Chef Friedemann Schmidt ihre Regierungen dazu auf, sich für Änderungen bei der EU-Dienstleistungsrichtlinie stark zu machen. Diese sieht vor, dass Änderungen am Berufsrecht auch von Heilberuflern zukünftig in Brüssel angezeigt werden müssen. 

Die ABDA schließt sich mit europäischen Kollegen zusammen, um sich gegen das sogenannte EU-Dienstleistungspaket stark zu machen. Die EU-Kommission plant, den freien Dienstleistungsverkehr innerhalb der Europäischen Union zu vereinfachen – und will auch berufsrechtliche Regeln auf den Prüfstand stellen. Zukünftig sollen diese in Brüssel angezeigt und deren Verhaltensmäßigkeit begründet werden, damit andere EU-Mitgliedstaaten informiert sind und bei Bedenken Einfluss nehmen können.

„Die Apotheker aus Frankreich und Deutschland fordern die Regierungen beider Länder dazu auf, die Heilberufe von einer geplanten EU-Richtlinie zur Berufsreglementierung auszunehmen“, erklären der französische Apothekerverband Ordre National des Pharmaciens (ONP) und ABDA nun. Sie fordern die Wirtschafts- und Gesundheitsminister in Paris und Berlin auf, sich in Brüssel für die Änderungen einzusetzen. „Für einen hohen Patientenschutz mahnen die Apotheker an, dass Gesundheitsdienstleistungen nicht ökonomischen Aspekten des EU-Binnenmarktes unterworfen werden dürfen, sondern Belange des Allgemeinwohls berücksichtigen müssen“, heißt es in einer Presseerklärung.

Jean-Pierre Paccioni, Präsident des ONP, erinnert zusammen mit ABDA-Präsident Friedemann Schmidt an die inzwischen engen Verbindungen zwischen den Ländern. „Im Bewusstsein der ganz besonderen Verbindung und Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich und angesichts unserer sehr ähnlichen Regulierungsmodelle für das Apothekenwesen haben wir eine enge Kooperation zu diesem Thema initiiert“, erklären sie. 



Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

60 Jahre europäischer Apothekerverband PGEU

Immer am Puls der Zeit

„Themenforum Europa und Gesundheitspolitik“ übt grundsätzliche Kritik an EU-Vorhaben

Unaufhaltsam auf Deregulierungskurs?

EU-Gesundheitsausschuss: Deregulierungen im Berufsrecht sollen nicht für Heilberufe gelten

Etappensieg bei EU-Dienstleistungspaket

1 Kommentar

EU Regeln ?

von Heiko Barz am 09.05.2017 um 17:54 Uhr

Im Vergleich zu der ausartenden Kakophonie des europäischen 'Gesundheitsdurcheinanders', war der "Wilde Westen" ein fröhliches Samstagnachmittags Kaffekränzchen.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.