Welthändehygienetag

Wann welches Händedesinfektionsmittel?

Stuttgart - 05.05.2017, 11:15 Uhr


Die Auswahl an Händedesinfektionsmitteln ist groß. Allerdings nur, was die Präparate betrifft. Die Zahl der Wirkstoffe ist überschaubar. Hauptsächlich kommen Alkohole zum Einsatz. Diese unterscheiden sich jedoch in ihrer Wirksamkeit.  Aber wann nimmt man welches? Anlässlich des Welthändehygienetags am 5. Mai haben wir uns die Mittel einmal angesehen. 

Die Desinfektion der Hände ist in medizinischen Bereichen unerlässlich – im Gegensatz zum Alltag, wo Händewaschen reicht. Bei der hygienischen Händedesinfektion soll die transiente (nicht zur eigenen Flora gehörende) Hautflora reduziert werden, wohingegen die chirurgische Händedesinfektion eine Reduktion der residenten Flora anstrebt, die in der Regel keine Viren enthält. Für die hygienische Händedesinfektion sind daher nur wenige Wirkstoffe bzw. Präparate geeignet, die sowohl eine viruzide Wirksamkeit gewährleisten als auch den hohen Anforderungen an die Hautverträglichkeit entsprechen. Hier stehen hauptsächlich Alkohole zur Auswahl (z. B. Ethanol, Isopropanol, n-Propanol, Benzylalkohol). Ihre Wirkung basiert auf der Denaturierung von Proteinen. Vorteile der Alkohole sind die gute Wasserlöslichkeit, die schnelle Abtrocknung, das breite Wirkungsspektrum und die günstigen pharmakologisch-toxikologischen Eigenschaften. Jedoch sind sie nur in hohen Konzen­trationen und bedingt gegen Viren wirksam. Unerwünschte Wirkungen stellen überwiegend Hautreizungen in Form von Austrocknung dar. Auch können die in einigen Produkten enthaltenen Zusätze wie Duftstoffe oder rückfettende Substanzen Allergien auslösen.

Geeignete Händedesinfektionsmittel sind u. a. in der Desinfektionsmittel-Liste des Robert Koch-Instituts zu finden. Hier ein paar Beispiele: 

Handelsname nicht viruzid begrenzt viruzid viruzid
Aseptoman® X
Aseptoman® viral X
Descoderm® X
Desderman® pure X
Hospisept X
Manorapid® Synergy X
Promanum® pure X
Saraya® Haut- und Handdesinfektion X
Sensiva Hände­desinfektion X
Skinman® complete (pure) X
Skinman® clear/soft X
Softa-Man® X
Softa-Man® acute X
Sterilium® (classic pure/med) X
Sterilium® virugard X
Virusept® Monorapid Synergy X

Die Liste enthält Produkte, die vom RKI auf Wirksamkeit und vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie vom Umweltbundesamt (UBA) auf Unbedenklichkeit für Gesundheit und Umwelt geprüft wurden. Bei behördlich angeordneten Entseuchungen dürfen nur Mittel verwendet werden, die in diese Liste aufgenommen worden sind. Die Desinfektionsmittel-Kommis­sion des Verbundes für Angewandte Hygiene (VAH) gibt dagegen eine Desinfektionsmittel-Liste heraus, die auf die routinemäßige Desinfektion im humanmedizinischen Bereich ausgerichtet ist. Aufgrund anderer Prüfmethoden und Bewertungskriterien unterscheidet sie sich in einigen Aspekten von der Liste des RKI.



Denise Häschke / Prof. Dr. Ralf Stahlmann, DAZ.Autoren
redaktion@daz.online


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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1 Kommentar

RKI gelistetes Händedesinfektionsmittel

von Gabi Hofmann am 14.10.2019 um 13:57 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren ,

Ich suche nach einem RKI gelistetem Händedesinfektionsmittel, welches wir für unsere Wohnstätte, für Behinderte Menschen anwenden können. In unserem QM Hygiene wird vorgeschrieben: bei V.a eine ansteckende Erkrankung/Multirsesistene Erreger, infektiöse Gastroenteritiden, Influenza, Ekto/Endoparasiten Befall, ein „speziell Viruzided“ Produkt zu verwenden. ! Wir hatten bisher im Rückhalt das Sterillium Virugard. Und für die Routine begrenzt Viruzide z.T Plus, allerdings nicht alle RKI gelistete Händedesinfektionsmittel Produkte , wie C25 Orochemie oder Tetraman B Pirates, oder Sterilium Gel pur.
Ist es unbedenklich, z..B Sterilium Virugard für die Routine zu verwenden, damit wir auf Nr. Sicher sind und im oben genannten Fällen, nicht wechseln müssen? Schlägt unser Chef vor. Ist es zu verantworten hinsichtlich der Hautverträglichkeit, wegen dem hohen Alkohol Gehalt? Desderman pure, wäre ein viruzid Plus Mittel, hat auch schon viel Alkohol, ist wiederum nicht für den Ausbruchs Fall einsetzbar! Und hat 60 sec Einwirkzeit für behüllte Viren (Viruzid nach EN 14476

Was können Sie uns raten?

Letztlich weiß man ja nicht gleich, um welche Viruserkrankungen es sich im Krankheitsfall handelt, wenn nicht sofort Stuhlprobe etc erfolgt. Auch Wochenende oder Feiertag ist keine medizinische Fachkraft im Haus.



Mit freundlichen Grüßen und Dankbar für eine Antwort

G. Hofmann

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