Erster Platz für mehr Rezeptqualität

Richtige Rezepte fördern Patientensicherheit

Berlin / Stuttgart - 08.05.2017, 09:00 Uhr

Welche Angaben müssen auf ein Rezept? Korrekt ausgestellte Verordnungen erhöhen die Patientensicherheit, fand die Uniklinik Heidelberg. (Foto: seen0001 / Fotolia)

Welche Angaben müssen auf ein Rezept? Korrekt ausgestellte Verordnungen erhöhen die Patientensicherheit, fand die Uniklinik Heidelberg. (Foto: seen0001 / Fotolia)


Korrekt ausgestellte Rezepte tragen zur Patientensicherheit bei. Formale Fehler bei der Verordnung schleichen sich schnell ein – teilweise aus Unwissenheit oder Zeitmangel beim verordnenden Arzt. Die Uniklinik Heidelberg hatte dieses Defizit bereits vor fünf Jahren erkannt und ein Modellprojekt zur Verbesserung der Rezeptqualität initiiert – mit Erfolg. Nun gab es den Deutschen Preis für Patientensicherheit 2017. 

Welche Faktoren tragen zur Patientensicherheit bei? Dieses Feld ist weit – und reicht von der Vermeidung von Eingriffsverwechslungen in der Chirurgie und vergessenen Tupfern im Patienten über die Prävention von Stürzen oder Krankenhausinfektionen mit multiresistenten Erregern bis hin zur richtigen Arzneimitteltherapie im klinischen und ambulanten Bereich. So breit wie das Thema, so vielzählig sind auch die Akteure, die Anteil an der Patientensicherheit haben. Geht es um die Arzneimitteltherapiesicherheit, sind Apotheker gefordert, unter anderem – seit Oktober 2016 – bei der Pflege und Aktualisierung des Medikationsplans. Eine korrekte Medikation kann allerdings nur auf der Basis einer korrekten Verordnung erfolgen.

Dass es hier augenscheinliche Defizite gibt, hat die Uniklinik Heidelberg erkannt. Bereits vor fünf Jahren wurde hier ein sogenannter Rezeptmonitor ins Leben gerufen. Hierbei handelt es sich um eine Koordinationsstelle, deren Aufgabe es ist, alle beteiligten Akteure – aus dem Softwarebereich, der Apotheke sowie der Informations- und Medizintechnik – zu vernetzen und eine reibungslose Kommunikation zu gewährleisten. „Zudem stellt der Rezeptmonitor die kontinuierliche Vor-Ort-Betreuung und Schulung in den einzelnen Ambulanzen sicher“, erklärt Dr. Johanna Seidling. Die Apothekerin leitet die Kooperationseinheit Klinische Pharmazie am Universitätsklinikum Heidelberg.

Richtiges Arzneimittel setzt richtiges Rezept voraus

Das Universitätsklinikum Heidelberg stellt pro Jahr rund 250.000 Rezepte aus. Zu Beginn des Projektes im Jahr 2012 hielten die teilnehmenden Apotheken noch bei etwa einem Viertel (23 Prozent) der belieferten Rezepte Rücksprache mit der verordnenden Ambulanz. Nach drei Jahren Projektarbeit verbesserte sich dies dramatisch: Der Anteil missverständlicher Rezepte, die eine ärztliche Rückfrage erforderten, lag nun mehr bei nur noch bei 4,1 Prozent. Eine positive Entwicklung, die sicherlich auch die Apotheker begrüßen.

Diesen Erfolg sieht auch das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) – und belohnt diesen Dienst zum Wohle der Patienten: Das Projekt erhält den ersten Platz des Deutschen Preises für Patientensicherheit 2017. Dieser wurde im Rahmen der Jahrestagung der APS in Berlin am 4. und 5. Mai 2017 vergeben. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.


Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
cmueller@daz.online


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