Lieferengpässe

BfArM veröffentlicht Liste wichtiger Wirkstoffe

Bonn - 03.05.2017, 11:45 Uhr

Bei Defekten sollen die Bundesoberbehörden schnell erkennen können, inwiefern ein Versorgungsnotstand besteht. (Foto: weixx / Fotolia)

Bei Defekten sollen die Bundesoberbehörden schnell erkennen können, inwiefern ein Versorgungsnotstand besteht. (Foto: weixx / Fotolia)


Mehr als 500 Einträge hat eine neue Liste, auf der das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) für die Arzneimittelversorgung besonders wichtige Wirkstoffe auflistet. Sie soll Behörden helfen, schnell einschätzen zu können, wie relevant Lieferengpässe sind.

Wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bekannt gab, führt es ab sofort auf einer Liste die Wirkstoffe auf, „die im Zusammenhang mit der Versorgung der Gesamtbevölkerung als besonders relevant angesehen werden“. Sie soll es Bundesoberbehörden erleichtern, im Falle von Lieferengpässen schnell ermitteln zu können, inwiefern diese eine Versorgungsrelevanz haben. Wichtig sei hierbei die Unterscheidung zwischen Liefer- und Versorgungsengpässen, betont das BfArM: „Denn ein Lieferengpass muss nicht gleichzeitig ein Versorgungsengpass sein, da oftmals alternative Arzneimittel zur Verfügung stehen, durch die die Versorgung der Patientinnen und Patienten weiter sichergestellt werden kann.“

Für die Veröffentlichung der Liste hatte sich kürzlich der Jour Fixe zu Liefer- und Versorgungsengpässen beim BfArM ausgesprochen. „Die Liste enthält Wirkstoffe für verschreibungspflichtige Arzneimittel und beruht maßgeblich auf den Vorschlägen der medizinischen Fachgesellschaften unter Berücksichtigung der WHO-Liste der essenziellen Wirkstoffe“, erklärt die Behörde. Sie werde künftig die Wirkstoffe aufführen, die von den Bundesoberbehörden im Hinblick auf die Versorgungslage einem Monitoring unterzogen werden – und regelmäßig aktualisiert. 

Bestehen Alternativen?

Ein besonderes Versorgungsrisiko liege laut BfArM beispielsweise vor, wenn es für das Arzneimittel nur noch einen Zulassungsinhaber oder nur einen Wirkstoffhersteller gibt – und keine therapeutischen Alternativen bestehen. Dieser risikobasierte Ansatz soll es ermöglichen, relevante Problemlagen schnell zu identifizieren und aktiv im Dialog mit den Herstellern Lösungswege anstoßen zu können. 

„Bereits in der Vergangenheit hat das BfArM im Sinne der sicheren Patientenversorgung proaktiv dazu beigetragen, mögliche Versorgungslücken frühzeitig zu erkennen und Unterstützung bei der Problemlösung zu leisten“, betont die Behörde selber. So habe sie aktuell im Zusammenhang mit dem Lieferengpass bei Remifentanil den direkten Austausch mit dem Hersteller und der medizinischen Fachgesellschaft angestoßen.



hfd / DAZ.online
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Lieferengpässe

von Dr.Diefenbach am 03.05.2017 um 11:59 Uhr

Dieses wahlwirksame Verhalten von allen Seiten plötzlich ist schon unerträglich.Da man sich nach wie vor weigert,eine Definition für einen "Versorgungsengpass "zu nennen,den die Öffentlichkeit dann auch kennt(!),ist vieles kaum glaubhaft.Es gibt sehr wohl Versorgungsengpässe.Es wechselt immer wieder.Die Politik akzeptiert nicht,dass globale Mechanismen und KK-Verhalten ständig(!)Probleme aufwerfen,die wir in der Praxis ausbaden.Was mich ärgert:Von Seiten des Standes gibt es nach wie vor keine SO bekannte Arbeitsgruppe,die der DAV selbst andachte,um hier permanent tätig zu sein,was für eine Einzelperson kaum zu stemmen ist.Somit besteht überall Handlungsbedarf,und wie schön könnte die ABDA das Thema für die Bundestagswahl nutzen.Gerade wenn Randerscheinungen wie die FDP solche Sachverhalte ggf.mit verschlimmern helfen

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