Trotz Misserfolg

Drogeriekette dm schielt weiter auf Arzneimittel

Karlsruhe - 28.04.2017, 07:00 Uhr

dm-Chef Erich Harsch beobachtet den Arzneimittelmarkt genau. (Foto: Unternehmen)

dm-Chef Erich Harsch beobachtet den Arzneimittelmarkt genau. (Foto: Unternehmen)


Auch wenn die Kooperation mit der Versandapotheke Zur Rose laut dm-Chef Erich Harsch „gelaufen“ ist, hat die Drogeriekette den Arzneimittelmarkt nicht aufgegeben. „Im Moment sind die Möglichkeiten für uns sehr beschränkt“, erklärte Harsch mit Blick auf die Gesetzeslage gegenüber DAZ.online. Doch insbesondere die Rechtsprechung auf EU-Ebene halte der Konzern genau im Blick.

Bio-Linie, klimaneutrales Bauen und Elektro-Truck: Bei der gestrigen Halbjahrespressekonferenz der Drogeriekette dm ging es um viele Themen, die dem guten Image des Konzerns gerecht wurden. Für Journalisten warteten Lippenpflege Tropical, Geschirr-Reiniger „nature“ oder Falafel-Trockenpulver – und gute Zahlen: Allein im letzten Halbjahr eröffnete die Kette 31 neue Filialen in Deutschland, dort waren es Ende März 1856 – in ganz Europa sind es 3404 Filialen und 56.522 Mitarbeiter, bei einem Jahresumsatz von bald 10 Milliarden Euro. Bald soll eine erste Filiale in Italien eröffnet werden, nachdem dm dort früher schonmal gescheitert war – und auch in China ist der Konzern nun mit einem Online-Shop vertreten.

Nicht zur Sprache brachte Erich Harsch, Vorsitzender der dm-Geschäftsführung, dabei den Arzneimittelbereich. Hier hatte die Drogeriemarktkette vor einem Jahr einen Verlust hinnehmen müssen: Aufgrund eines Gerichtsverfahrens um die Apothekenpflicht eines Ginkgo-Präparates von Klosterfrau ist dieses seitdem nicht mehr im Sortiment zu finden, der Streitfall geht derzeit zum Bundesgerichtshof. Zwar meldet dm „mehr Produktvielfalt für die Kunden“, prüft aber gleichzeitig, ob andere Ginkgo-Extrakte noch eine Zukunft im Sortiment haben.

dm beobachtet Arzneimittelbereich „ständig intensiv“

Doch wie geht es ansonsten weiter im Arzneimittelbereich? „Das ist natürlich ein Thema, das wir ständig intensiv beobachten und wo wir einfach schauen, wie sich die Möglichkeiten entwickeln“, erklärte Harsch auf Nachfrage von DAZ.online. „Insbesondere beobachten wir natürlich auch aus Deutschland heraus, was sich da in Österreich tut“, betonte er: Die dortige dm-Geschäftsleitung will es auf dem Klageweg erreichen, nicht rezeptpflichtige Arzneimittel verkaufen zu dürfen.



Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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