Apothekenwirtschaftsbericht

Der Apotheken-Markt polarisiert sich

Berlin - 26.04.2017, 19:00 Uhr

Eckart Bauer zeigte auf, wie das durchschnittliche Betriebergebnis einer Apotheke berechnet wird – und welchen Risiken es ausgesetz ist. (Foto: P. Külker)

Eckart Bauer zeigte auf, wie das durchschnittliche Betriebergebnis einer Apotheke berechnet wird – und welchen Risiken es ausgesetz ist. (Foto: P. Külker)


Die wirtschaftliche Lage der Apotheken ist mittlerweile nicht nur von der Politik, sondern auch von Justiz getrieben. Das ist spätestens seit dem EuGH-Urteil vom 19. Oktober 2016 klar. Mögen der durchschnittliche Umsatz und das Betriebsergebnis der Apotheken derzeit noch steigen – dieses „Wachstum steht auf des Messers Schneide“, meint Dr. Eckart Bauer, Abteilungsleiter Wirtschaft und Soziales der ABDA.

Mit den aktuellen betriebswirtschaftlichen Daten zur Apotheke befasste sich am heutigen Mittwoch beim DAV-Wirtschaftsforum Dr. Eckart Bauer, Abteilungsleiter Wirtschaft und Soziales der ABDA. Wie haben sich Umsatz, Kosten und Betriebsergebnis im Zeitverlauf entwickelt? Der DAV stützt sich bei seinen Aussagen auf ein mit der Steuerberatungsgesellschaft Treuhand Hannover abgestimmtes Datenpanel, das testierte Betriebsergebnisse von 2500 Apotheken enthält. Diese Daten werden sodann nach der tatsächlichen Apothekenverteilung hochgerechnet. Bauer ist schon jetzt gespannt auf einen Vergleich der ABDA-Daten mit jenen, die die Agentur 2hm derzeit für ihr Gutachten zur Arzneimittelpreisverordnung zusammenträgt.

Wie sieht es also nach den aktuellen Daten der ABDA aus? Klar ist: Der Umsatz steigt – dies zeigte ABDA-Geschäftsführerin Claudia Korf bereits auf. Aber wie verteilt er sich unter den Apotheken? Früher nahm die ABDA die „typische Apotheke“ als Beispiel – die Umsatzklasse, in der sich die meisten Apotheken befanden (das wäre in der Grafik unten der rote, der höchste Balken). Doch diese Berechnung wurde unter anderem von der Politik moniert, ließ sie doch die ganz großen Verdiener am einen Ende der Skala unberücksichtigt. Und so rechnet man heute mit der rechnerisch durchschnittlichen Apotheke. Und die hat nach den jüngsten ABDA-Daten einen Umsatz von 2,22 Millionen Euro erzielt. Allerdings muss man dabei berücksichtigen, dass rund 61 Prozent der Apotheken unter diesem Durchschnitt liegen.



Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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