Durchsuchungsprotokoll veröffentlicht

Das Tablettenlager von Prince

Stuttgart - 21.04.2017, 13:10 Uhr

Prince starb am 21. April 2016 im Alter von 57 Jahren  an einer Fentanyl-Überdosis. (Foto: picture alliance/ZUMA Press)

Prince starb am 21. April 2016 im Alter von 57 Jahren  an einer Fentanyl-Überdosis. (Foto: picture alliance/ZUMA Press)


Der Musiker Prince, der am 21. April 2016 tot aufgefunden wurde, starb laut toxikologischer Untersuchung an einer Überdosis Fentanyl. Nun wurde auch das Durchsuchungsprotokoll seines Hauses veröffentlicht. Demnach hortete er ein wahres Tablettenlager. Verschrieben wurde ihm selber allerdings nichts davon­, sondern nur seinem Freund und Bodyguard Kirk Johnson. 

15 weiße Kapseln, jeweils bedruckt mit Watson 853; sie enthalten Paracetamol und Hydrocodon

Eine Tablettendose von CVS, drin waren sieben grüne Kapseln  mit Aufdruck „194“, laut Etikett Vitamin D2 für Kirk Johnson sowie acht orangfarbene, nicht näher beschriebene ovale Tabletten

Ein Döschen von Bayer, das 64,25 weiße Tabletten enthielt, ebenfalls mit dem Aufdruck „Watson  853“.

Ein weiteres CVS-Döschen – laut Etikett Ondansetron verschrieben für Kirk Johnson. Enthalten waren aber runde weiße Tabletten mit der Aufschrift  A-349, also Paracetamol plus Oxycodon, und eine orangefarbene Tablette – Wirkstoff unbekannt.

Und nochmal „Watson 853“, also Paracetamol und Hydrocodon – 20,5 Stück in einem weiteren Döschen. 

Klingt fast wie ein Auszug aus einer Inventurliste eines – zugegebenermaßen chaotischen – Arzneimittellagers auf einer Station eines Krankenhauses oder Altenheims. Ist es aber nicht. Es ist das Protokoll des Durchsuchungsberichts des Anwesens von Prince, das nun – gut ein Jahr nach seinem Tod  – veröffentlicht wurde.

Quelle: Screenshot DAZ.online

Alles in allem ein recht imposantes Schmerzmittelager, das der am 21. April 2016 tot aufgefundene Musiker Prince in seinem Haus hatte. Interessanterweise wurde keines der Arzneimittel für den Popstar selbst verschrieben. Zum Teil liefen die Verordnungen auf seinen Freund und Bodyguard Kirk Johnson. Als Prince wenige Tage vor seinem Tod wegen einer Opioid-Überdosis behandelt werden musste, soll ein Arzt zu Protokoll gegeben haben, er habe die Privatsphäre von Prince wahren wollen und daher ein Opioid – Oxycodon – auf den Namen des Bodyguards Kirk Johnson verordnet. Das schreibt die Los Angeles Times. 



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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