Ändert STIKO ihre Empfehlung?

Pertussis-Impfung während Schwangerschaft schützt Säugling besser

Berlin / Stuttgart - 06.04.2017, 12:00 Uhr

Eine Impfung während der Schwangerschaft schützt das Neugeborene offenbar besser vor Keuchhusten als eine Impfung vorher. (Foto: Daniel MR / Fotolia)

Eine Impfung während der Schwangerschaft schützt das Neugeborene offenbar besser vor Keuchhusten als eine Impfung vorher. (Foto: Daniel MR / Fotolia)


Schwangere Frauen in den USA bekommen eine Impfung gegen Keuchhusten – routinemäßig. Diese schützt nicht nur die Mutter, auch der Säugling profitiert insbesondere in den ersten zwei Monaten. In Deutschland ist die Situation anders: Die STIKO empfiehlt die Impfung nur vor oder nach der Schwangerschaft. Warum ist das so? Ist es an der Zeit, die STIKO-Empfehlung zu überdenken? DAZ.online hat beim RKI nachgefragt.

Keuchhusten ist nicht nur lästig, sondern auch gefährlich und zwar vor allem für Neugeborene. Die Hospitalisierungsrate ist gerade bei Säuglingen am höchsten, die für eine eigene Impfung noch zu klein sind – sprich in den ersten zwei Monaten nach der Geburt. Dies zeigte die Auswertung einer Kohortenstudie aus Schweden mit 127 Säuglingen und einem durchschnittlichen Alter von 49 Tagen aus dem Jahre 2013.

Gerade in dieser direkten Zeit nach der Geburt benötigen die Kinder also besonders dringend einen Schutz vor Infektionen mit Bordetella pertussis. In dieser zweimonatigen Latenz sind sie auf den Keuchhustenschutz der Mutter durch maternale Antikörper angewiesen.

Wie kann man Neugeborene besser vor Keuchhusten schützen?

Daten zeigen jedoch, dass dieser häufig zu wünschen übrig lässt. Wie kann dieser verbessert werden? Die maternalen Antikörper schwinden sukzessive nach der Geburt beim Neugeborenen, nach vier Monaten sind sie praktisch nicht mehr nachweisbar. Wirkt sich eine Keuchhustenvakzination bei bereits bestehender Schwangerschaft vielleicht günstig auf den Immunstatus des Neugeborenen aus? Ist sie ein extra „Booster“ für den Schutz des Säuglings?

Diese Frage hat sich ein Team aus Wissenschaftlern um Nicola Klein gestellt und wertete hierzu Daten von 148.981 Neugeborenen aus. Bereitgestellt hat die Zahlen ein US-Versicherer, Kaiser PermanenteDie Ergebnisse wurden im April in Paediatrics veröffentlicht.



Inka Müller-Seubert, Rechtsanwältin
redaktion@DAZ.online


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