Großhandel

Alliance dementiert Übernahmepläne

Monaco - 29.03.2017, 13:10 Uhr

Complete nonsense: Laut Juan Guerra, Großhandels-Chef bei Walgreens Boots Alliance, ist an Übernahmegerüchten zwischen Alliance Healthcare und Phoenix nichts dran. (Foto: WBA)

Complete nonsense: Laut Juan Guerra, Großhandels-Chef bei Walgreens Boots Alliance, ist an Übernahmegerüchten zwischen Alliance Healthcare und Phoenix nichts dran. (Foto: WBA)


Der Chef der internationalen Großhandelssparte von Walgreens Boots Alliance, Juan Guerra, hat die Übernahmegerüchte um Alliance Healthcare Deutschland zurückgewiesen. Sie entbehrten jeder Grundlage.

Als „kompletten Unsinn“ hat Juan Guerra, beim Pharmahandelsgiganten Walgreens Boots Alliance (WBA) für die internationalen Großhandelsaktivitäten verantwortlich, die anhaltenden Übernahmegerüchte rund um Alliance Healthcare Deutschland bezeichnet. Am Rande der Alphega Pharmacy Convention in Monaco sagte Guerra am gestrigen Dienstag, es sei weder ein Zu- noch ein Verkauf in Deutschland geplant. Die immer wieder auftretenden Gerüchte in dieser Richtung entbehrten jeder Grundlage.

Richtig sei, dass die Situation im deutschen Pharmagroßhandel auch aus Sicht von WBA schwierig ist. Es sei „wirtschaftlicher Wahnsinn“, welche Geldsummen vernichtet wurden, um marginale Verschiebungen in den Marktanteilen zu erreichen. „Das habe ich bisher in keinem anderen Land erlebt“, so Guerra.

Will Alliance Phoenix übernehmen?

In den vergangenen Wochen war in der deutschen Großhandelsbranche das Gerücht aufgekommen, dass WBA an einer Übernahme des Marktführers Phoenix in Mannheim interessiert sei. Um ein Verbot durch das Kartellamt zu verhindern, so weitere Gerüchte, könnte WBA seine bisherige deutsche Großhandelstochter Alliance Healthcare Deutschland an die zum US-Pharmahändler McKesson gehörende Celesio (Gehe) verkaufen. Phoenix hatte die Spekulationen gegenüber DAZ.online ebenfalls dementiert.

Auch die Gerüchte, dass der deutsche Marktführer Phoenix vor dem Verkauf stehe, sind nicht neu. So sah sich der Vorstandsvorsitzende Oliver Windholz im Mai vergangenen Jahres bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für 2015 veranlasst, ein klares Bekenntnis der Eigentümerfamilie Merkle zu überbringen. „Wir sind und bleiben ein Familienunternehmen“, erklärte er gleich zu Beginn der Pressekonferenz. Die Gerüchte, die Phoenix könne verkauft werden, entbehrten jeder Grundlage: „Die Familie Merkle sieht die Phoenix als wichtiges Standbein.“

Der Plan hätte gut zum bisherigen Vorgehen von WBA-Chef Stephano Pessina gepasst, der aus einem kleinen italienischen Pharmagroßhandel durch geschickte Zukäufe und Fusionen das „erste globale apothekengeführte Gesundheits- und Wellness-Unternehmen der Welt“ gemacht hat. WBA ist mit Walgreens und Duane Reed heute der größte Apothekenbetreiber der USA, in Großbritannien unterhält WBA über 2000 Boots-Apotheken. Mit Alphega betreibt es eine Kooperation von selbständigen Apothekern mit rund 6200 Mitgliedern in neun europäischen Ländern. Nach eigenen Angaben ist WBA das weltweit größte Pharmagroßhandelsunternehmen, das mit über 390 Distributionszentren jährlich über 230.000 Apotheken, Ärzte, Gesundheitszentren und Krankenhäuser in 20 Ländern versorgt. Darüber hinaus ist WBA der weltweit größte Einkäufer verschreibungspflichtiger Arzneimittel und vieler anderer Gesundheits- und Wellness-Produkte.


Dr. Benjamin Wessinger (wes), Apotheker
Chefredaktion DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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