Seit dem EuGH-Urteil  

Versandhandel legt zu – bei OTC mehr als bei Rx

Stuttgart - 28.03.2017, 12:30 Uhr

Wird seit dem EuGH-Urteil mehr in Versandapotheken bestellt? Diese Frage hat QuintilesIMS gestellt. (Foto: dpa)

Wird seit dem EuGH-Urteil mehr in Versandapotheken bestellt? Diese Frage hat QuintilesIMS gestellt. (Foto: dpa)


Hat sich der Versandmarkt für Arzneimittel seit dem EuGH-Urteil verändert? Erste Analysen von QuintilesIMS zeigen, dass er seit Herbst 2016 bei rezeptfreien Präparaten zulegen konnte. Bei rezeptpflichtigen erhöhte sich der monatliche Absatz auch, aber in geringerem Ausmaß. Aufgrund der kurzen Zeitdauer sind diese Daten aber mit Vorsicht zu interpretieren. 

QuintilesIMS hat untersucht, wie sich das Versandgeschäft mit Arzneimitteln nach dem EuGH-Urteil vom 19. Oktober gegenüber der Zeit davor entwickelt hat. In die Auswertung sind Daten von deutschen und ausländischen Versandapotheken eingeflossen, bei letzteren natürlich nur der Versand nach Deutschland. Der Informationsdienstleister weist zudem explizit darauf hin, dass es sich um erste Analysen auf monatlicher Basis bis einschließlich Januar 2017 handelt. Somit scheine noch eine gewisse Vorsicht bei der Interpretation der Marktzahlen geboten, heißt es in einer Mitteilung. Denn aufgrund der geringen Zeitdauer sei noch nicht auszumachen, ob die Ergebnisse eine Kurzfristreaktion widerspiegeln oder aber den Beginn einer stabileren Entwicklung kennzeichnen. 

OTC legt seit Oktober 2016 deutlich zu

Demnach erfuhr der Versand von OTC-Arzneimitteln zwischen Oktober 2016 und Januar 2017 einen deutlichen Schub. Der Aufschwung bei den OTC-Produkten wird vor allem mit einer Erkältungswelle in Zusammenhang gebracht. Das verdeutlichten Analysen zur Marktentwicklung verschiedener Arzneigruppen, erklärt QuintilesIMS. Der Absatz von Schnupfenmitteln sowie Husten- und Erkältungspräparaten, die im OTC-Bereich die mengenmäßig führenden Kategorien bilden, sei seit Oktober 2016 merklich angestiegen. Aber auch die Menge einiger eher nicht-saisonal bedingt anzuwendender Arzneimittel wie zum Beispiel Mittel gegen Sodbrennen oder Augenpräparate habe sich erhöht, wenn auch auf niedrigerem Niveau. Im Rx-Bereich erhöhte sich der monatliche Absatz nach Packungen der Analyse zufolge ebenfalls, jedoch vergleichsweise wenig. Aus den Daten wird allerdings nicht ersichtlich, ob es durch die Boni eine Verschiebung von inländischen Versandapotheken hin zu ausländischen gegeben hat. 

Beobachtungen über einen längeren Zeitraum sind nötig

Ob die aktuelle Diskussion um ein Rx-Versandhandelsverbot einen Abstrahleffekt auf die Zunahme im OTC-Versandmarkt hat, ist nach Ansicht von IMS derzeit schwer zu beurteilen. Gegen diese Überlegung spreche, dass der Anteil des OTC-Versandhandels am gesamten OTC-Apothekenmarkt sich in den Monaten Oktober und November 2016 sowie Januar 2017 nur sehr geringfügig erhöht hat. Er macht laut IMS 12 Prozent nach Menge und 15 Prozent nach Wert des gesamten OTC-Apothekenmarkts aus. Der Anteil des Rx-Versands am gesamten Rx-Markt beträgt je 1 Prozent nach Absatz und Umsatz. Zusammengenommen kommt der Versandhandel mit Arzneimitteln damit auf einen Anteil am gesamten Apothekenmarkt von fast 8 Prozent nach Menge und knapp 4 Prozent nach Wert Letztlich müsse man dies jedoch erst über einen längeren Zeitraum beobachten, um wirklich eine Aussage treffen zu können, so das Fazit. 


jb / DAZ.online
redaktion@daz.online


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