Sofosbuvir

Neuer Einspruch gegen Patent auf teuren Hepatitis-C-Wirkstoff

Berlin - 28.03.2017, 09:59 Uhr

Sovaldi von Gilead: Eine Tablette gegen Hepatitis C, von Beginn an war die Preispolitik des Unternehmens umstritten. (Foto: DAZ.online)

Sovaldi von Gilead: Eine Tablette gegen Hepatitis C, von Beginn an war die Preispolitik des Unternehmens umstritten. (Foto: DAZ.online)


Der Pharmakonzern Gilead hat ein neues Patent auf den Wirkstoff Sofosbuvir eingereicht. Sofosbuvir steckt in wirksamen wie teuren Hepatitis-C-Arzneimitteln des Unternehmens. Ärzte ohne Grenzen und knapp 30 andere Organisationen haben am Montag beim Europäischen Patentamt Einspruch eingelegt. Sie wollen damit die Herstellung von kostengünstigeren Generika ermöglichen.

Nicht-Regierungsorganisationen kämpfen weiter gegen Patente auf ein sehr wirksames, aber teures Medikament gegen die Leberentzündung Hepatitis C. Die Organisation Ärzte der Welt, Ärzte ohne Grenzen und knapp 30 andere Organisationen reichten am Montag beim Europäischen Patentamt (EPA) einen Einspruch gegen ein neues Patent auf den Wirkstoff Sofosbuvir ein. Sie wollen damit die Herstellung von kostengünstigeren Generika ermöglichen.

Das US-Pharmaunternehmen Gilead Sciences hatte das Patent im Juni 2016 angemeldet, als bereits ein Einspruch von Ärzte der Welt gegen ein erstes Patent auf das Medikament lief. Im Oktober schränkte das EPA dieses Patent ein. Direkte Konsequenzen für die Behandlung hunderttausender Menschen hatte die EPA-Entscheidung nicht. Beide Seiten werteten die Entscheidung als Erfolg, legten aber Rechtsmittel ein. Darüber muss das EPA noch entscheiden.

„Patente sind die Grundlage der überhöhten Preise, die Patienten und Gesundheitssysteme in Europa belasten“, sagt François De Keersmaeker, Direktor von Ärzte der Welt Deutschland am Montag.

In Deutschland leiden rund 270.000 Menschen an Hepatitis C. Laut Ärzte der Welt kostet eine zwölfwöchige Behandlung hierzulande rund 43.000 Euro. Überhöhte Preise verhinderten in vielen Ländern den Zugang zu lebensrettenden Medikamenten.


dpa / DAZ.online
redaktion@daz.online


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