Saison 2017/2018

So sieht der nächste Grippe-Impfstoff aus

Stuttgart - 24.03.2017, 17:45 Uhr

Die Zusammensetzung für den Grippeimpfstoff, der kommende Saison auch in deutschen Apotheken liegen wird, ist nun bekannt. (Foto: picture alliance/Ulrich Baumgarten)

Die Zusammensetzung für den Grippeimpfstoff, der kommende Saison auch in deutschen Apotheken liegen wird, ist nun bekannt. (Foto: picture alliance/Ulrich Baumgarten)


Die Zusammensetzung der Influenza-Impfstoffe für die kommende Saison steht fest. Die europäische Arzneimittelagentur hat sie am heutigen Freitag bekannt gegeben. Sie basiert auf den vor Kurzem veröffentlichten Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation.

„Die Grippewelle in Deutschland hält bei deutlichem Rückgang der Grippe-Aktivität weiter an." Das ist diese Woche im wöchentlichen Influenza-Bericht des Robert-Koch-Instituts zu lesen. Während sich also hierzulande die Lage entspannt, machen sich die Experten weltweit schon Gedanken über die nächste Saison – und zwar konkret über die Zusammensetzung des Impfstoffes. Die EMA hat sie am heutigen Freitag bekannt gegeben. A/Michigan/45/2015 (H1N1)pdm09--like Virus, A/Hong Kong/4801/2014 (H3N2)--like Virus und B/Brisbane/60/2008-like Virus (Victoria-Linie) – zwei A-Stämme und ein B-Stamm, wie üblich. Das ist die empfohlene Zusammensetzung der trivalenten Vakzine für die nördliche Hemisphäre für die Saison 2017 / 2018. In den tetravalenten Impfstoff soll ein zusätzlicher B-Stamm aus der Yamagata-Linie: B/Phuket/3073/2013-ähnlicher Stamm. Die Impfstoffe der aktuellen Saison enthielten einen anderen H1N1-Stamm, A/California/7/2009 (H1N1)pdm09-like Virus, sonst waren sie gleich zusammengesetzt. 

Wie gut war der Impfstoff 2016 / 2017?

Ob die Experten mit ihrer Empfehlung richtig oder daneben liegen, wird sich erst im Laufe der Grippesaison zeigen. Wie sah das in der laufenden Saison aus? Nach Auskunft des RKI zeigten 2016 / 2017 die Influenza-B-Viren eine gute Übereinstimmung mit den verfügbaren Impfstoffen. Allerdings machen die derzeit nur einen verschwindend geringen Teil der zirkulierenden Viren aus. Das war im Jahr zuvor anderes. Da war ein B-Stamm für viele Grippefälle verantwortlich. Denn dummerweise war genau dieser B-Stamm in den trivalenten Impfstoffen, die von den gesetzlichen Kassen bezahlt wurden, nicht enthalten, sondern nur in den tetravalenten. Mit einem Anteil von 75 Prozent, dominierten in der aktuellen Grippesaison Influenza-A-Viren H3N2 des Typs Bolzano die zirkulierenden Viren. Dieser ist auch  in den aktuellen Impfstoffen nicht enthalten. 25 Prozent der zirkulierenden Influenza-A-Viren sind vom Typ H3N2 Hongkong, dieser ist Bestandteil der Impfung.

Allerdings ist es im Falle von H3N2 schwer zu testen, ob die zirkulierenden Viren vom Impfstoff erkannt werden oder nicht. Denn das macht man normalerweise mit Hilfe des Hämagglutinationshemmtests. Die überwiegende Mehrzahl der A(H3N2)-Viren agglutiniert aber keine Erythrozyten. Somit können diese Viren mit dieser Methode nicht untersucht werden. Aber zunächst ist es laut Experten vom RKI natürlich ungünstig, wenn der fast ausschließlich dominierende-zirkulierende Virustyp Bolzano im Impfstoff gar nicht enthalten ist.  

Seit Beginn der Grippesaison wurden mehr 108.200 Fälle gemeldet und damit deutlich mehr als im Vorjahr. Da waren es über die gesamte Saison 71.100. Ihren Höhepunkt hatte die Grippewelle davon in Kalenderwoche (KW) sechs mit 17.350 labordiagnostisch bestätigten Influenzainfektionen. Seitdem geht die Aktivität zurück, in KW elf waren es noch 1855 Fälle. Die Zahl der Todesfälle mit Influenzainfektionen beläuft sich auf auf fast 600. 


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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