Rote Hand Herceptin

Herzschäden lassen sich vermeiden

23.03.2017, 16:00 Uhr

Roche betont die Wichtigkeit kardialer Untersuchungen bei Herceptin in einem Rote-Hand-Brief. (Foto: Hoffmann-La Roche / dpa)

Roche betont die Wichtigkeit kardialer Untersuchungen bei Herceptin in einem Rote-Hand-Brief. (Foto: Hoffmann-La Roche / dpa)


Die Überwachung der Herzfunktion ist ein Muss bei einer Therapie mit Trastuzumab. Auch ohne neue Sichherheitssignale weist Roche in einem Rote-Hand-Brief auf die Bedeutung von kardiologischen Untersuchungen hin. Grund: Roche möchte die kardiale Überwachung bei Herceptin-Patienten verbessern.

In einem Rote-Hand-Brief erinnert Herceptin®-Hersteller Roche an die Bedeutung einer sorgfältigen Überwachung der Herzfunktion bei Patienten, die Trastuzumab erhalten. Neue Sicherheitsbedenken gibt es nicht. Allerdings „ist aus den Ergebnissen von Umfragen hervorgegangen, dass die Einhaltung der kardialen Überwachung verbessert werden kann, um die Häufigkeit und Schwere der linksventrikulären Dysfunktion und kongestiver Herzinsuffizienz bei Patienten, die mit Trastuzumab behandelt werden, zu verringern“, erklärt Roche in dem Rote-Hand-Brief.

Herz checken – vor, während und nach Herceptin-Behandlung

Die Fachinformation zu Herceptin gibt klare Anweisungen zu den Kontrolluntersuchungen. Die müssen vor und während einer Therapie mit Trastuzumab erfolgen, aber auch nach Abschluss der onkologischen Behandlung. „Die kardialen Risiken einer Trastuzumab-Therapie sind bei einigen Patienten nach einem Abbruch der Trastuzumab-Therapie reversibel“, sagt Roche, was die Bedeutung der Überwachung der LVEF-Funktion (linksventrikuläre Ejektionsfraktion) während der Therapie verdeutliche. Zur Überprüfung der Herzfunktion sei die Messung der LVEF immer noch das Mittel der Wahl.

Herzschäden bei Herceptin teilweise reversibel

Während einer Therapie mit dem HER2-Antikörper sollten die behandelnden Onkologen und Gynäkologen alle drei Monate kardiologische Checks durchführen. Diese Kontrolluntersuchungen werden auch nach Beendigung der Therapie aufrechterhalten – und zwar danach alle sechs Monate für einen Zeitraum von zwei Jahren. Patienten, deren zytostatisches Regime ein Anthrazyklin enthielt, sollten darüber hinaus kardiologisch bis insgesamt fünf Jahre nach Abschluss der Herceptin®-Gabe noch jährlich überwacht werden.

Eine gleichzeitige Verabreichung von Anthrazyklinen sollte nicht stattfinden. Anthrazykline sind für ihr ebenfalls kardiotoxisches Potenzial bekannt. Roche gibt im Rote-Hand-Brief weitere Hinweise für medizinisches Personal, wie im Falle des Auftretens einer Herzinsuffizienz während der Therapie verfahren werden soll. Alle Informationen des Roten-Hand-Briefes zu Trastuzumab lesen Sie hier.

Trastuzumab ist zugelassen zur Therapie des metastasierten Mammakarzinoms, des Mammakarzinoms im Frühstadium und des metastasierten Magenkarzinoms. Voraussetzung für die Wirksamkeit ist, dass der Tumor HER2-positiv ist. 

Trastuzumab

Trastuzumab ist ein rekombinanter, vollständig humanisierter monoklonaler Antikörper. Er richtet sich gegen den humanen epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor 2 (HER2). HER2 wird von einigen Tumorgeweben überexprimiert – so bei 20 bis 30 Prozent aller primären Mammakarzinome. Trastuzumab bindet an den HER2-Rezeptor, verhindert dessen Aktivierung und hemmt so die Proliferation der Tumorzelle. Der Antikörper ist zugelassen zur Therapie des Mammakarzinoms im Frühstadium, zur Behandlung des metastasierten Mammakarzinoms sowie des metastasierten Magenkarzinoms. Vor Beginn einer Therapie mit Trastuzumab müssen Ärzte den HER2-Status des Tumorgewebes bestimmen. Trastuzumab ist in zwei Darreichungsformen im Handel: Der Antikörper kann sowohl subcutan als auch intravenös verabreicht werden. Wobei nur Herceptin® s.c. ausschließlich eine Zulassung bei Brustkrebs hat.

Handelsname: Herceptin®


Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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