Positionspapier der IDH

Bekenntnis zur Freiberuflichkeit

Kiel - 22.03.2017, 14:35 Uhr

Ärzte, Apotheker, Psychologen, Tierärzte und Zahnärzte sind im IDH Schleswig-Holstein zusammengeschlossen. (Foto: lenetsnikolai / Fotolia

Ärzte, Apotheker, Psychologen, Tierärzte und Zahnärzte sind im IDH Schleswig-Holstein zusammengeschlossen. (Foto: lenetsnikolai / Fotolia


Zur Landtagswahl hat die Interessengemeinschaft der Heilberufe in Schleswig-Holstein ein Positionspapier entwickelt. Darin hebt sie über die Tagespolitik hinaus die Bedeutung der Freiberuflichkeit hervor. 

Die Interessengemeinschaft der Heilberufe in Schleswig-Holstein (IDH) ist ein bundesweit einmaliger Zusammenschluss der Berufsorganisationen der Ärzte, Apotheker, Psychologen, Tierärzte und Zahnärzte. Sie bietet den beteiligten Berufsgruppen eine Diskussionsplattform und ermöglicht ihnen, mit einer Stimme in der Politik aufzutreten. Zur bevorstehenden Landtagswahl hat sich die IDH mit einem Positionspapier zu Wort gemeldet, das inhaltlich weit über den aktuellen landespolitischen Anlass hinausgeht. Darin bekennt sich die IDH zu einem „freiheitlichen, staatsfernen und solidarischen System mit selbstverwalteten und freiberuflich tätigen Heilberufen, für deren Arbeit der Staat verlässliche Rahmenbedingungen bietet.“

Alle Patienten würden niederschwelligen Zugang zum Gesundheitssystem erhalten. Damit hebe sich das deutsche Gesundheitssystem von anderen europäischen Staaten ab. Die Heilberufe und ihre Organisationen würden das hohe Niveau der Versorgung rund um die Uhr garantieren. Die Grundsätze der IDH gliedern sich gemäß dem Positionspapier in die Bereiche Freiberuflichkeit, Qualität, Regionalität und Interprofessionalität. Zur Freiberuflichkeit betont die IDH, dass die Heilberufler diagnostische und therapeutische Entscheidungen gewissenhaft, unabhängig und frei von Weisungen Dritter treffen.

Politische Forderungen

Weitere Inhalte des Positionspapiers gehen auf die wesentlichen politischen Handlungsfelder ein. Die IDH appelliert an die Landespolitik, in den ländlichen Räumen in eine Infrastruktur zu investieren, die attraktiv für selbstständige Heilberufler ist. Die finanziellen Herausforderungen des demografischen Wandels würden durch eine Bürgerversicherung nicht gelöst. Nach Einschätzung der IDH würde die Abschaffung der PKV das Gesamtsystem schwächen. Selbstbeteiligungen steht die IDH positiv gegenüber. Diese würden das Kostenbewusstsein stärken und eine zielgenauere Versorgungssteuerung ermöglichen.

Die IDH fordert Raum für kreative und flexible Lösungen. Dabei seien angemessene und regelmäßig angepasste Honorare zwingende Voraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb von Praxen und Apotheken. Ohne leistungsgerechte Vergütung werde die Investition in eine Praxis oder Apotheke zu einem unkalkulierbaren wirtschaftlichen Risiko.

IDH-Thementag

Die IDH präsentierte ihr neues Positionspapier erstmals auf einem Thementag am 8. März in Kiel. Dort referierte Prof. Dr. Winfried Kluth, Universität Halle-Wittenberg, über die Selbstverwaltung der Heilberufe. Anders als die kommunale Selbstverwaltung sei dies eine Betroffenenverwaltung. Das ehrenamtliche Engagement schaffe Vorteile bei der Wissensgenerierung und der Entlastung des Staates, der Politik und der Haushalte. Deshalb dürfe der gesetzlich eingeräumte Gestaltungsspielraum weder durch den deutschen Staat noch durch Europa eingeengt werden. Da diese Gefahr jedoch permanent bestehe, müsse der Wert des freiberuflichen Modells immer wieder deutlich gemacht werden, forderte Kluth.


ts / DAZ.online
redaktion@daz.online


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