Hartnäckige Gerüchte um Pläne des Walgreens-Chefs

Liebäugelt Pessina mit Phoenix?

München - 20.03.2017, 14:20 Uhr

Gerüchten zufolge ist Walgreens Boots Alliance-Chefs Stefano Pessina an Phoenix interessiert. (Foto: picture alliance / AP Photo)

Gerüchten zufolge ist Walgreens Boots Alliance-Chefs Stefano Pessina an Phoenix interessiert. (Foto: picture alliance / AP Photo)


Es sind nur Gerüchte, sie halten sich aber hartnäckig. Angeblich soll Stefano Pessina, Chef des US-Apothekenkonzerns und Pharmagroßhändlers Walgreens Boots Alliance, Interesse an einer Übernahme des deutschen Großändlers Phoenix haben. Das Mannheimer Unternehmen stellt dagegen klar, man stehe nicht zum Verkauf. 

Es wäre eine Rochade mit vielen Beteiligten: Nach Marktgerüchten soll der 75jährige Vorstandschef und Großaktionär des weltgrößten Apothekenkonzerns und Pharmagroßhändlers Walgreens Boots Alliance (WBA) Stefano Pessina, ein Auge auf die Mannheimer Phoenix Group geworfen haben. Eine Übernahme könnte direkt oder indirekt über AmerisourceBergen (ASB) erfolgen. Angeblich soll Pessina dafür bereit sein, das bisherige Deutschlandgeschäft von WBA an Gehe/Celesio beziehungsweise den US-Mutterkonzern McKesson abzugeben. Die Alliance Healthcare Deutschland AG mit Sitz in Frankfurt betreibt landesweit 25 Niederlassungen. Vorstandsvorsitzender ist seit Mai 2014 Frieder Bangerter.

Inwieweit das Übernahmeszenario Bestand hat, ist ungewiss. Von Phoenix selbst kommt jedenfalls eine klare Absage. Gegenüber DAZ.online erklärt das Unternehmen, es gelte die gleiche Aussage wie bereits im April 2016, als bereits über ein Übernahmeangebot spekuliert wurde, sollte das Unternehmen bis Ende 2016 einen Marktanteil von 30 Prozent erreichen: „Mutmaßungen dieser Art entbehren jeder Grundlage! Familie Merckle, die Inhaberin der Phoenix Group, hat bereits mehrfach gegenüber der Geschäftsführung und den Mitarbeitern erklärt, dass sie Phoenix als ein wichtiges und dauerhaftes Standbein ihrer Unternehmensgruppe betrachtet und Phoenix nicht zum Verkauf steht. Gemeinsam mit der Geschäftsführung will Familie Merckle das Unternehmen weiterentwickeln und Wachstumschancen in Europa wahrnehmen, wo immer sie sich bieten.“

Eine Sprecherin von WBA in Deutschland teilte auf Anfrage mit, man gebe zu Gerüchten und Spekulationen keinen Kommentar ab. Allerdings sind die Überlegungen auch nicht völlig von der Hand zu weisen. Für Alliance und Gehe, heißt es, könnte ein solcher Deal durchaus Sinn machen, da die Niederlassungen teilweise nicht ausgelastet seien. Offen wäre allerdings, wie die Kartellbehörden diese Rochade bewerten würden.



Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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