PKV-Studie

Deutschland bei Gesundheitsversorgung in Europa vorne

Berlin - 20.03.2017, 08:25 Uhr

Wollen eigentlich gar nicht woanders hin: Die Deutschen lassen sich am liebsten in Deutschland behandeln. (Foto: Knierschke / Fotolia)

Wollen eigentlich gar nicht woanders hin: Die Deutschen lassen sich am liebsten in Deutschland behandeln. (Foto: Knierschke / Fotolia)


Einen Termin beim Arzt am selben Tag, wenig Wartezeiten auf ein Gespräch mit einem Facharzt und den schnellsten Zugang zu innovativen Therapien: In einer Studie der Privaten Krankenversicherung kommt Deutschland gut weg.

Die Gesundheitsversorgung in Deutschland steht nach einer neuen Studie des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) an der Spitze in Europa. Das deutsche Gesundheitssystem biete seinen Versicherten im europäischen Vergleich die kürzesten Wartezeiten, den schnellsten Zugang zu innovativen Arzneimitteln, die freie Arztwahl sowie einen umfangreichen Leistungskatalog. Das geht aus einer Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Demnach erhalten 76 Prozent der Patienten hierzulande am selben Tag der Anfrage oder am nächsten Tag einen Arzttermin. In häufig mit Deutschland verglichenen Staaten liege diese Quote darunter: in den Niederlanden bei 63 Prozent, in Schweden bei 58 Prozent oder in Frankreich bei 57 Prozent. Auf einen Termin beim Facharzt müssten in Deutschland nur drei Prozent der Befragten zwei Monate oder länger warten. In den Niederlanden seien es sieben Prozent, in der Schweiz neun Prozent und in Norwegen 28 Prozent.

Bei innovativen Arzneimitteln vergehen demnach in Deutschland zwischen Zulassung und Markteinführung 3,5 Monate, in Großbritannien sind es 3,9, in den Niederlanden 9,7 und in Spanien fast 16 Monate.

Ein Indiz für die Zufriedenheit der Patienten mit ihrem Gesundheitssystem sind Behandlungen im Ausland. Im europäischen Vergleich variiere die Bereitschaft, zur medizinischen Behandlung ins Ausland zu reisen, sehr stark. In den Niederlanden ist sie nach der Studie mit 66 Prozent der Befragten am höchsten und in Deutschland mit 11 Prozent am niedrigsten.


dpa / DAZ.online
redaktion@daz.online


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