Drohungen Trumps

Bayer-Chef besorgt über mögliche Strafzölle in den USA

Leverkusen - 13.03.2017, 16:05 Uhr

Bayer-Chef Werner Baumann fordert die Bundesregierung deutlich auf, Interessen deutscher Unternehmen gegenüber den USA zu vertreten. (Foto: dpa) 

Bayer-Chef Werner Baumann fordert die Bundesregierung deutlich auf, Interessen deutscher Unternehmen gegenüber den USA zu vertreten. (Foto: dpa) 


Angela Merkel besucht zum Wochenbeginn US-Präsidenten Donald Trump. Bayer-Chef Werner Baumann schickt der Kanzlerin mahnende Worte mit. Angesichts von Strafzöllen müsse die Bundesregierung die Interessen deutscher Firmen im Blick haben, betont er – und verteidigt im Interview mit der „Welt am Sonntag“ die Monsanto-Übernahme und den Einsatz von Gentechnik.

Pauschale Gentechnik-Kritik sei ethisch fragwürdig

Doch pauschale Kritik könne er nicht verstehen, betonte Baumann gegenüber der „Welt am Sonntag“ – so beim mit Provitamin A angereicherten Reis, der Kinder vor Erblindung schützen könne. „Wer da trotzdem sagt, er will mit Gentechnik nichts zu tun haben, der muss schon auf einem sehr hohen Ross sitzen“, sagte Baumann. „Derart kompromisslos gegen Gentechnik zu sein, halte ich für ethisch fragwürdig.“

Gleichzeitig kritisierte er die nur begrenzte Neuzulassung für das Unkrautmittel Glyphosat durch die EU. „Dass die Zulassung für Glyphosat nicht für mehrere Jahre erteilt wurde, wie sonst üblich, sondern nur für 18 Monate, war eine hochgradig politische Entscheidung“, bemängelte Baumann gegenüber der Zeitung. „Es gibt für diese Hängepartie überhaupt keinen inhaltlichen, wissenschaftlichen Grund.“

Baumann erwartet Stabilisierung in den USA

Politische mache er sich angesichts von Brexit und nationalistischer Tendenzen in vielen Mitgliedsstaaten sorgen um Europa. „Die Freizügigkeit, der Euro – all das wird nun von einigen Gruppen infrage gestellt“, erklärte er. In den USA erwarte er hingegen nun eine „gewisse Stabilisierung“ geben, wenn die neue Regierung Trumps sich weiter eingearbeitet habe.

Trumps Kritik an der Pharmaindustrie wie auch Ankündigungen, Arzneimittelzulassungen in den USA stark beschleunigen zu wollen, hatte ein Bayer-Sprecher gegenüber DAZ.online nicht kommentieren wollen. Der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa), zu dem Bayer gehört, hatte die Äußerungen Trumps hingegen stark kritisiert. So sei es „nicht nachzuvollziehen“, dass Trump die Pharmaindustrie angesichts hoher Arzneimittelpreise des Mordes bezichtigt habe, hatte ein vfa-Sprecher erklärt.



Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Redakteur DAZ.online
hfeldwisch@daz.online


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