Übernahmepoker

Stada hebt Dividende an

Bad Vilbel - 01.03.2017, 09:58 Uhr

Stada vor einer möglichen Übernahme: Der Pharmakonzern treibt den Preis hoch. (Foto: dpa)

Stada vor einer möglichen Übernahme: Der Pharmakonzern treibt den Preis hoch. (Foto: dpa)


Der Pharmakonzern Stada schüttet vor einer möglichen Übernahme durch Finanzinvestoren mehr Geld an die Aktionäre aus und treibt so den potenziellen Verkaufspreis in die Höhe. Derweil hat sich der Betriebsrat gegen eine Übernahme ausgesprochen.

Mit dem Anstieg der Dividende pokert Stada auch im Bieterrennen höher. Die Dividende für 2016 soll gemessen am Vorjahr um 2 auf 72 Cent je Anteil steigen, teilte der MDax-Konzern am Mittwoch mit. Nun muss der US-Finanzinvestor Advent mehr für eine mögliche Übernahme zahlen. Er hatte vergangene Woche 58 Euro je Aktie plus die Ausschüttung für 2016 geboten, um den Hersteller von Nachahmermedikamenten und rezeptfreien Markenprodukten wie Grippostad komplett zu kaufen. Stada hatte aber die Frist zur Annahme der Offerte am Montag verstreichen lassen und lässt sich nun auf ein Bieterrennen ein. Neben Advent hatten zwei andere Beteiligungsgesellschaften Interesse an Stada bekundet.

Im abgelaufenen Jahr belastete der Geschäftsumbau. Zwar stieg der Umsatz um 2 Prozent auf gut 2,1 Milliarden Euro. Der operative Gewinn ging jedoch um 2 Prozent zurück. Wertberichtigungen unter anderem wegen der Einstellung des Brasilien-Geschäfts und des Rückzugs aus Ägypten sowie Währungseffekte belasteten. Unter dem Strich verdiente Stada mit 92,9 Millionen Euro 16 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Für 2017 peilt Stada einen bereinigten Umsatz von 2,28 bis 2,35 Milliarden Euro und einen bereinigten Gewinn von 195 bis 205 Millionen Euro an. Die vollständige Bilanz für das vergangene Jahr legt Stada am 23. März vor.

Betriebsrat: Stada soll eigenständig bleiben

Der Betriebsrat von Stada hat sich gegen eine mögliche Übernahme des Pharmakonzerns durch Finanzinvestoren ausgesprochen. Die Interessen der Belegschaft in Deutschland ließen sich am besten vertreten, „wenn Stada als eigenständiges Unternehmen erhalten bleibt“, erklärte die Mitarbeitervertretung am Dienstag. Dem möglichen Verkauf an einen Investor stehe man kritisch gegenüber und mache sich Sorgen um die Arbeitsplätze in Deutschland. 

Für Stada hatte in der vergangenen Woche der US-Finanzinvestor Advent ein rund 3,6 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot abgegeben. Zudem sind die britische Beteiligungsgesellschaft Cinven und ein dritter Finanzinvestor, bei dem es sich um Bain Capital handeln soll, interessiert an einem Kauf. Am Wochenende hatte Stada einen offenen Bieterprozess mit allen Interessenten eröffnet und sie eingeladen, Einblick in die Bücher zu nehmen.


dpa / DAZ.online
redaktion@daz.online


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