Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

26.02.2017, 08:00 Uhr

Warum ist es für SPD- und Grünen-Politiker so schwer zu verstehen, dass viele Apotheken einen Boni-Krieg nicht überleben? (Foto: Andi Dalferth)

Warum ist es für SPD- und Grünen-Politiker so schwer zu verstehen, dass viele Apotheken einen Boni-Krieg nicht überleben? (Foto: Andi Dalferth)


Sorry, war nicht so gemeint – der Rechtsstreit, der die Apothekenwelt aus den Angeln hob, ist zu Ende. Die Parkinsonvereinigung will in Zukunft nicht zum Versender. Aber die SPD- und Grünen-Gesundheitsexperten klammern sich an Boni und Rx-Versand. Könnte der neue SPD-Messias Martin ein Machtwort für die hart arbeitenden Apotheker sprechen? Der Spiegel glaubt mehr zu wissen: Wir haben einen Apothekenminister! Aber das Magazin weiß nicht, worum es wirklich geht. Traurig!

20. Februar 2017

Noch immer geistert der absurde Vorschlag der SPD-Politiker Dittmar und Franke zum EuGH-Urteil durch die Landschaft: den Rx-Versand beizubehalten, Boni auf Rx-Arzneimittel für zwei Jahre auf einen Euro in Form von Warenzugaben zu begrenzen und in dieser Zeit die Apothekenvergütung neu zu regeln. Kann man so naiv sein, so etwas vorzuschlagen? Man kann! Der Hamburger Kammerpräsident Siemsen brachte es auf den Punkt: Die SPD-Politiker haben das Problem nicht verstanden. Denn: „Der EuGH hat gesagt, Preisvorschriften sind irrelevant, egal wo sie stehen“, erklärt Siemsen. Solche Vorschriften würden also auch nur wieder deutsche Apotheken treffen, während die niederländischen Versender munter weiter bonifizieren und rabattieren. Mein liebes Tagebuch, ganz abgesehen davon: Eine Preis- und Bonischlacht, auch wenn sie erst in zwei Jahren käme, können wir nicht gewinnen. Glaubt denn irgendjemand, dass unser Apothekenhonorar so fürstlich angehoben wird, dass wir dann Spielräume für Boni und Rabatte haben? Never! 

Wie diese beiden SPD-Politiker Dittmar und Franke ticken und wie die Gesundheitsexpertin der Grünen, Kordula Schulz-Asche, denkt, zeigte ein Streit zwischen diesen Politikern und Apothekern auf Facebook. Ehrlich gesagt, mein liebes Tagebuch, die Argumente der Politiker für den Rx-Versandhandel sind dermaßen weich und unhaltbar! Alle Gründe der Politiker, warum der Rx-Versandhandel erhalten bleiben sollte, können leicht entkräftet werden. Geht es da doch nur noch um Ideologie?  Da möchte man den SPD-Gesundheitspolitikern ganz im Sinne ihres neuen Messias Martin S. zurufen: Mehr Gerechtigkeit für den hart arbeitenden Apothekermittelstand! 


DocMorris holt zum Gegenangriff aus. Der Versender ruft seine Kunden dazu auf, gegen das geplante Rx-Versandverbots-Gesetz von Gröhe zu protestieren: „Wehren Sie sich!“ Wer DocMorris unterstützen will, soll eine DocMorris-Protest-Postkarte ausfüllen, die der Versandhändler dann an den zuständigen CDU/CSU-Bundestagsabgeordneten schickt. Man dürfe sich als mündiger Bürger nicht vorschreiben lassen, wie und in welcher Apotheke man seine Arzneimittel beziehe. Der Päckchenpacker spielt die gesamte Klaviatur: Durch Gröhes Gesetz sei es nicht mehr möglich, Arzneimittel bequem und mit Sparvorteilen geliefert zu bekommen, man sei gezwungen, verschreibungspflichtige Arzneimittel in einer stationären Apotheke zu beziehen. (Oh Gott, das geht doch gar nicht!) Mein liebes Tagebuch, die Aktion dieses Versenders, der seine Kunden mit entgehenden Geldvorteilen und dem Ende der freien Apothekenwahl aufhetzt, verschweigt natürlich alle Hintergründe und Folgen, was passiert, wenn ausländische Versandapos, unterstützt mit Investorenkapital, mit Boni und Rabatten die Kunden ködern. Viele kleine Apotheken vor Ort halten das nicht aus, wenn die Kunden mit ihren Rezepten ins Netz abwandern. Diese Apotheken schließen, der Weg zur nächsten Apotheke wird weiter, die Beratung vor Ort fehlt, das vertrauensvolle Gespräch. Ich glaube, das ist vielen Menschen, die eine DocMorris-Postkarte ausfüllen, so nicht bewusst. Was ich mir jetzt wünsche: Wir sollten jetzt wirklich mal „aus allen Rohren schießen“, unsere eigene Unterschriften-Kampagne hochfahren, vielleicht noch mal Anzeigen schalten, vielleicht irgendeine spektakuläre Aktion durchziehen, über die die Medien berichten. Wie wäre es, wenn jede Apotheke Deutschlands eine ihrer Schaufensterscheiben eine Woche lang im März mit den roten  Plakaten zur Unterschriftenaktion zukleistert?

21. Februar 2016

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml versteht nicht, warum sich die SPD so hartnäckig gegen ein Rx-Versandverbot stellt. Und sie spricht Klartext: „Die SPD positioniert sich als Interessenvertreterin der großen ausländischen Internetversender – zu Lasten der kleinen Landapotheken…“ Stimmt, mein liebes Tagebuch! Was Huml auch noch sagte: Nur große und gut verdienende Apotheken würden sich die Boni „nach den Vorstellungen der SPD“ leisten können. „Viele kleinere Apotheken und Landapotheken werden diesen Wettbewerb nicht mithalten können und schließen müssen." Außerdem lösen die Vorschläge der SPD-Gesundheitspolitiker (nämlich Rx-Versand beizubehalten und Boni auf Rx-Arzneimittel für zwei Jahre auf einen Euro in Form von Warenzugaben zu begrenzen) auch nicht das Problem, dass inländische Versandapotheken nach dem EuGH-Urteil gegenüber ausländischen benachteiligt sind. Mein liebes Tagebuch, mal einfach ausgedrückt: Der SPD-Kurs, der von den Grünen beklatscht wird, ist und bleibt Mist. 

Eine gute Initiative von Apotheker Christian Germinghaus. Er schrieb an den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz einen Brief: Wie passt es zusammen, wenn er, Schulz, Gerechtigkeit für den kleinen Bäcker will, der in Deutschland seine Steuern zahlt im Gegensatz zu internationalen Kaffeekonzernen mit Sitz im Ausland, und zeitgleich die SPD-Gesundheitspolitiker gegen das Rx-Versandverbot wettern und sich damit für ausländische Kapitalgesellschaften stark machen? Mein liebes Tagebuch, auf die Antwort von Schulz sind wir so was von gespannt – wenn sie denn kommt. 

Dass die Vorschläge der SPD-Politiker so überhaupt nicht zum sonstigen SPD-Kurs passen, stellte  die Apothekengewerkschaft Adexa in einem Schreiben an die Fraktionsspitzen von SPD und Grünen heraus. Die Gewerkschaft könne nicht verstehen, wie die Partei einen Prozess gutheiße, „in dem deutsche Heilberufler durch multinationale Konzerne verdrängt werden, denen es in erster Linie um Profit geht und nicht um die Gesundheit der deutschen Bevölkerung“. Mein liebes Tagebuch,  wie wollen sich die Sozen hier herauswinden?  

22. Februar 2017

Die Agentur 2hm, die vom Bundeswirtschaftsministerium damit beauftragt ist, ein Gutachten zur Überarbeitung des Apothekenhonorars und der Arzneimittelpreisverordnung zu erstellen, hatte sich mit Umfragen an die Apotheken gewandt, um Daten zur Lage abzufragen. Mein liebes Tagebuch, die Fragen offenbarten die schlimmsten Befürchtungen: Da brütet eine Agentur, die von Apotheke und Pharmazie null Ahnung hat, über Strukturen unseres Honorar und unserer Arzneimittelpreisverordnung – da kann doch nur ein lebensfremdes Apothekenmodell entstehen. Die Projektleiterin dieser Agentur kann allerdings die Kritik nicht verstehen, wie sie gegenüber DAZ.online erklärt. Sie meint, die Fragen seien in keiner Weise befremdlich gewesen. Hhmm, mein liebes Tagebuch, allein das zeigt schon, dass hier zwei vollkommen unterschiedliche Welten aufeinander prallen. Immerhin räumt sie ein, dass es Vorbehalte und ein gewisses Misstrauen gegen die Befragung geben könne. Wie wahr! Mein liebes Tagebuch, der gesamte Ansatz lässt nichts Gutes ahnen. Die einzige Hoffnung, die bleibt: Dass es diesem Gutachten so geht wie vielen anderen auch - ab in die Schublade, möge es für die Katz gewesen sein.

Der baden-württembergische Kammerpräsident Günther Hanke denkt über eine Bedarfsanalyse von Apotheken nach. Wie das? Mein liebes Tagebuch, eigentlich kein Wunder, denn das Schwabenländle ist ein bisschen gestresst durch das Dörfchen Hüffenhardt. Diese Gemeinde hat ihre Apotheke verloren und der Päckchenversender DocMo aus Holland will dort eine Videoberatung mit Arzneiautomaten eröffnen. Dabei gibt es mittlerweile vor Ort eine funktionierende Rezeptsammelstelle. Für Hanke wäre es daher gut, rechtzeitig zu wissen, wo es  im Ländle klemmt, wo Handlungsbedarf besteht – also wo Apotheken vor dem Sterben stehen. Könnte man dann besser helfen? Dazu meint Hanke, vielleicht durch Anreize wie günstige Mieten oder Hilfe bei der Wohnungssuche. Mein liebes Tagebuch, ja, vielleicht, aber möglicherweise wäre schon viel geholfen, wenn in diesen Gebieten die Kammer mit den ansässigen Apothekern rechtzeitig besprechen könnte, wer die Rezeptsammelstellen, wer Botendienste macht – damit ein Päckchenpacker gar nicht auf die Idee kommt, solche Video-Automatenspielchen zu installieren. 

23. Februar 2017

Die Deutsche Parkinson Vereinigung und die Wettbewerbszentrale haben ihren Rechtsstreit vorzeitig beendet. Der Rechtsstreit, der zum EuGH-Urteil führte, unsere Apothekenwelt aus den Angeln hebt und Politiker rotieren lässt, sollte abschließend vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf im April weiterverhandelt werden. Jetzt ist der Rechtsstreit zu Ende, denn die Patientenorganisation hat die geforderte Unterlassungserklärung abgegeben. Einfach so. Sorry, war nicht so gemeint. Wir wollten nur ein bisschen spielen… Mein liebes Tagebuch, einerseits ist es natürlich erfreulich, wenn die Patientenvertretung Einsicht zeigt, sich von DocMo-Boni abwendet und  für die Apotheke vor Ort wirbt. Aber, hätte das der DPV nicht schon ein bisschen früher einfallen können? Meine Güte, was  wäre uns da erspart geblieben! Ich fass es nicht! 

Die Grünen legten der Bundesregierung einen riesigen Fragenkatalog vor, mit dem sie wissen wollten, wie das Bundesgesundheitsministerium das geplante Rx-Verbot begründet, ob es mildere Maßnahmen gibt oder warum freie Arzneimittelpreise die Versorgungsqualität gefährdet. Doch das Bundesgesundheitsministerium lässt die insgesamt 21 Fragen und zahlreiche Unterfragen weitgehend unbeantwortet und schreibt nur, dass der Meinungsbildungsprozess innerhalb der Bundesregierung noch nicht abgeschlossen sei. Mein liebes Tagebuch, Kordula Schulz-Asche muss geschäumt haben, als sie diese Antwort bekommen hat. Und dann erklärt die Grünen-Politikerin: „Vier Monate sind seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes zur in Deutschland geltenden Apothekenpreisbindung vergangen. Vier Monate, in denen Versandapotheken aus dem europäischen Ausland mit Boni von bis zu 30 Euro pro eingereichtem Rezept auf Kundenfang gehen, während sich die inländischen Versand- und Präsenzapotheken weiterhin an die Preisbindung für verschreibungspflichtige Medikamente halten müssen. Wann die Bundesregierung bereit ist, diese akute Ungleichbehandlung aufzulösen, bleibt offen.“ Oh Gott, mein liebes Tagebuch, Kordula, die Scheinheilige! Die Bundesregierung ist schon lange bereit – aber die SPD blockiert und die Grünen klatschen Beifall. So sieht’s aus.

24. Februar 2017

Das Rx-Versandverbot: schön für Apotheker, schlecht für Patienten, schreibt der Spiegel in seiner neuesten Ausgabe und lässt sich vor den Karren der wenigen Patienten spannen, die Spezialarzneimittel von inländischen Apotheken per Versand erhalten. Diese Arzneimittel könnten nur wenige Apotheken in der gewohnten Form herstellen, heißt es in dem Artikel. Aber „der Apothekerfreund Gröhe“ habe sich von der Apothekerlobby einflüstern lassen, den Versandhandel zu verbieten, weil der Versandhandel eine Gefahr für die flächendeckende Versorgung darstelle. Und jetzt möchte „Apothekenminister Gröhe“ sein Gesetz noch in dieser Legislaturperiode durchbringen. Abgesehen von den üblichen Seitenhieben auf die Apotheken und die angeblich hohe Apothekendichte („mehr Apotheken als Metzgereien“ – früher hieß es immer mehr Apotheken als Bäckereien, aber nun ja), macht es mich sehr nachdenklich, mein liebes Tagebuch, wie das große deutsche Nachrichtenmagazin mit Fakten umgeht. Mit keiner Silbe erklärt der Spiegel-Autor Alexander Neubacher den eigentlichen Hintergrund, warum die Apothekerlobby und der „Apothekerfreund Gröhe“ den Versandhandel verbieten wollen. Neubacher erklärt dem Leser nur, dass es um die Konkurrenz aus dem Internet gehe, die der Minister den Apothekern vom Hals schaffen wolle. Wo bleibt da die journalistische Sorgfaltspflicht, Herr Neubacher? Es geht nicht um die Konkurrenz per se aus dem Internet! Mit dieser Konkurrenz leben die Apotheker schon 13 Jahre. Es geht um die Boni und Rabatte, die nur die Internetkonkurrenz geben darf, aber nicht die deutschen Apotheken. Was hat das mit Wettbewerb zu tun, wenn ein EuGH-Urteil einen Handelskanal bevorteilt? Und es geht auch darum, dass viele deutsche Vor-Ort-Apotheken einen Boni-Krieg, so sie Boni geben dürften, nicht überleben würden – mit allen Folgen, die Sie sich vielleicht gar nicht vorstellen können. Und was die Spezialarzneimittel angeht: Da wird schon über Lösungen diskutiert! Mein liebes Tagebuch, da bleibt am Schluss nur die Frage: Hat der Autor nur schlecht recherchiert? Hätte eine gute Recherche die Story verdorben? Oder wollte der Spiegel gar bewusst nur die halbe Wahrheit berichten?


Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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16 Kommentare

Umparken im Kopf!

von Reinhard Herzog am 26.02.2017 um 13:30 Uhr

So, da hat sich wieder unsere übliche Sonntags-Gemeinde eingefunden …

Machen wir uns bei dem ganzen Gehabe um die schließenden Apotheken doch nichts vor: Was für den einen die Kellertreppe ist, bedeutet für den anderen die Karriere- und Wohlstandsleiter … Märkte verteilen sich um.

Zu den Zahlen:
Der scheinbare Zuwachs des Versands (nicht nur Rx) bei den IMS-Daten beruht auf einer neuen Datengrundlage seit Anfang 2016. Es sind weitere (Versand-)Apotheken in das Panel hinzugekommen. Die Werte sind also nicht vergleichbar!

Genaueres weiß man in den nächsten Wochen: Zum einen kommen die vorläufigen Finanzergebnisse der GKV, dort kann man den Posten Arznei- und Verbandmittel aus Versand betrachten.

Zur Rose legt seinen Geschäftsbericht für 2016 am 11.04.2017 vor. Bis dahin bleibt nur diese Pressemeldung von der Homepage Zur Rose vom 01.02. (http://zurrosegroup.com/websites/zurrosegroup/German/2010/medienmitteilungen.html):

„Die im Herbst 2016 eingesetzten intensivierten Marketingmassnahmen in Deutschland zeigten erste erfreuliche Auswirkungen. DocMorris gelang es, ihren Versandhandelsumsatz im vierten Quartal 2016 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 13 Prozent zu erhöhen. Treiber dieses Erfolgs war das anhaltend dynamische Wachstum im Bereich der rezeptfreien Arzneimittel: Die Verkäufe in diesem Segment nahmen im vierten Quartal um 65 Prozent zu. Im Bereich der rezeptpflichtigen Medikamente konnte in den letzten drei Monaten 2016 erstmals seit dem Bonusverbot 2012 eine positive Neukundenentwicklung herbeigeführt werden. Diese Trendwende wird im ersten Quartal 2017 positive Umsatzeffekte zur Folge haben.
Im Gesamtjahr 2016 erhöhte DocMorris den Umsatz um rund 10 Prozent auf 361 Millionen Franken (331 Millionen Euro).

Die Verkäufe rezeptfreier Arzneimittel von DocMorris nahmen um 50 Prozent gegenüber Vorjahr zu und überschritten damit die 100-Millionen-Euro-Umsatzschwelle. Bei der Marke Zur Rose konnte der Umsatz im Jahr 2016 trotz des in der Schweiz erfolgten Versandverbots von rezeptfreien Arzneimitteln um knapp 2 Prozent auf 531 Millionen Franken gesteigert werden. Als wesentlicher Stabilitätsfaktor erwies sich wiederum das Ärztegeschäft im Heimmarkt Schweiz.“


Kollege Ulrich Ströh bringt es auf den Punkt:
Das Skonto-Urteil ist ggf. viel gefährlicher!!

Ganz einfache Rechnung: Zurzeit knöpft der Rx-Versand jeder Apotheke im Schnitt etwa 400 Rx-Packungen p.a. ab.

Nehmen wir an, das verdreifacht sich in den nächsten zwei Jahren (SPD-Zeithorizont) auf 1.200 Pckg. p.a., das ist schon eine Ansage. Macht am Ende noch mal 800 Rx-Packungen p.a. weniger in der Offizin, je angenommen 10 € Stückertrag (Preise etwas über Durchschnitt) = 8.000 € Rohertrag weniger.

Bei 1% Rx-Packungswachstum p.a. merkt man das übrigens fast gar nicht, das Wachstum bleibt halt aus …

So, und nun rechne mal jeder sein Rx-Einkaufsvolumen, ziehe die Hochpreiser ab (da separat bzw. fast gar nicht rabattiert), und bilde vom Rest die Differenz vom jetzigen Rabatt zu dann noch gut 3% - da steht aber bei vielen ein Mehrfaches auf der Uhr …

Trotzdem einen schönen Sonntag noch allerseits!

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AW: Umparken im Kopf

von Reinhard Rodiger am 26.02.2017 um 16:20 Uhr

"....Märkte verteilen sich um.."

Leider werden Märkte zugeteilt. Bevorzugung der einen Seite schafft unüberwindbare Asymmetrie.Und stetes Abschöpfen der vermeintlich freien (weil per Dekret beeinflussbaren) Marge fördert das.Das hat nichts mit Markt zu tun. Das ist Selektion.Darum geht es.Nur scheint das keiner zu verstehen.

Sicher,die Skontofrage ist gravierender in der direkten Auswirkung. Das könnte die Betroffenheit auf den Kopf stellen. Aber das zugrunde liegende Problem ist dasselbe.Welche Rentabilität braucht ein funktionsfähiges Netz.Da muss man sich schon entscheiden.Wer kann, muss, darf übrigbleiben.
Das ist Kernaufgabe der Politik.

Es geht nicht um den einzelnen, sondern um ein funktionierendes System.Wenn das nicht glaubwürdig zu beschreiben ist, wird es schrittweise beschnitten.

Die Akzent liegt beim Nutzen und dessen Kosten.Falsch gesteuerter "Markt" minimiert den Nutzen.Und erhöht die Kosten.Aber erst nach Verschwinden der Kapitalschwachen.
Kapital hat aber nichts mit Versorgungsqualität in der Breite zu tun.Eher mit dem Gegenteil.

Gefragt ist das Umparken der Argumente.Es ist kein Wettbewerb, sondern Selektion.Das ist kein Markt, der sich verteilt.


Spiegel Artikel

von Dr. Radman am 26.02.2017 um 13:14 Uhr

..... Fake News...

Fakten wurden ausgelassen... wirklich traurig...

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Spiegel und Co

von Veit Eck am 26.02.2017 um 12:22 Uhr

Es ist etwas kurios: Der Spiegel, aber auch WamS, BamS, Stern, Focus und viele andere Printmedien haben in den vergangenen Jahren Federn lassen müssen. Beispiel: Wer Microsofts Windows 10 hat, bekommt schon beim Computerstart alle möglichen Artikel angeboten...

...Und genau diese Printmedien trommeln vehement für den Versandhandel mit Rx Arzneimitteln. Sind die Redaktionen nun reine Menschenfreunde, die nur das Patientenwohl, das auch nur sie kennen, im Blickpunkt haben?

Wohl kaum. Es gibt den so beklagten Populismus auch mittlerweile in den Redaktionen, nach dem Motto - ich schreibe, was alle hören wollen-. So verspricht man sich Auflage und Werbekunden.

Guter Journalismus ist rar geworden, auch in Deutschland -aber bitte: mich nicht in eine Ecke mit Donald Trump stellen!
Ich bin für die gute Recherche, für das unangenehme Wort und die Unabhängigkeit der Redaktionen. Aber genau das ist das Problem: damit kann man hierzulande immer weniger Geld verdienen .

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Cannabis

von Karl Friedrich Müller am 26.02.2017 um 11:24 Uhr

Ich möchte hier noch den Artikel in der letzten DAZ über Cannabis ansprechen.
Ich bin aus allen Wolken gefallen, dass man Cannabisblüten usw auch noch auf Identität prüfen soll. Ein Produkt, das wie sonst keines kontrolliert wird.
Was genau sollen wir da noch entdecken? Wird hier die Bürokratie nicht auf die Spitze getrieben?
Weiter hinten im Text steht dann, dass für ein bestimmtes Produkt (noch) keine Prüfvorschriften existierten. Also würde der Lieferant die Identität usw mit Zertifikat garantieren.
Warum nicht für alle?
Warum überhaupt nicht für alle Ausgangssubstanzen und Drogen?
Hier wäre es längst fällig, einen antiquierten und teuren Zopf abzuschneiden!

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AW: Sie spinnen wohl!

von Wolfgang Müller am 27.02.2017 um 11:28 Uhr

Mit diesem ekligen Punkt kann ich Sie hier unmöglich alleine lassen, werter Namensvetter.

WE-Prüfungen können nicht abgeschafft werden, weil sie eine wichtige Grundlage unserer (der Kleineren und Mittleren Selbständigen Apotheker/innen) Führbarkeit und Erpressbarkeit durch "übergeordnete" Instanzen sind. Die einen 50 oder weit mehr Prozent von uns machen sie einfach sowieso nicht, müssen dann aber konstant schlaumeierische und schleimige Mittel und Wege finden, um damit so oder so durchzukommen. Dann aber meistens irgendwie doch mit bisschen schlechtem Gefühl, unter Verlust sämtlicher QM-Glaubwürdigkeit bei den Mitarbeitern. Gerade das steigert ja aufs Allerfeinste eben die Erpressbarkeit und Führbarkeit z. B. durch die Kammern.

Die Anderen (wohl ziemlich wenige, außer mir selber kenne ich gerade ein paar Handvoll) machen "Prüfungen" entweder weil sie Labor-Freaks sind oder unter Fluchen, Verachtung und Abscheu. Schaffen es aber nicht, sich dagegen durchzusetzen.

Eine kleine Gruppe hat´s so dicke (auch so viel billiges/williges Hilfs-Personal), dass der Aufwand dafür sowieso im Grundrauschen untergeht. Hier gehört auch die NIR-Fraktion hin, die einen weiteren Weg gefunden hat, sich der Erpressung wollüstig/privilegiert hinzugeben.

Das berufsübliche "Kontrolle und Entsetzen"-Prinzip Allerreinster Hoch-Pharmazeuten in unseren Reihen würde immens geschwächt, wenn in einer der zukünftigen Betriebsordnungen zur Abschaffung solcher Sado-Maso-Phänomene nur noch die Forderungen stünden, die der flächendeckenden Versorgung und unserer ordnungsgemäß NOTWENDIGEN Berufsausübung dienen. Auch würden viel mehr kleinere und mittlere Apotheken als Stätten hoher Arbeits-Zufriedenheit überleben, zu Lasten des Wachstums derer, die sich die Umsätze Ersterer gerne einverleiben möchten.

Es darf auch nicht vergessen werden, dass eine ganze Reihe Unternehmen (auch AVOXA) lecker an "Prüfungen" verdienen, in mannigfaltiger Form. Auch wir beide bewegen uns hier gerade in einem diesbezüglich durchaus-betroffenem Publikations-Umfeld ........ (sorry, liebe Kollegen Ditzel und Co,.).

Sie sehen, "Wir" dürfen die Abschaffung der "Prüfungen" keinesfalls wollen, bloß weil die uns gerade mal wieder einen Großteil Spaß an einem neuen Geschäft (Cannabis eben) vermasseln könnten. Zu viel ungleich Wichtigeres als unsere Buden-Interessen steht auf dem Spiel!

AW: Cannabis

von Karl Friedrich Müller am 27.02.2017 um 14:11 Uhr

Solche Foren sind zur Diskussion da. Das ist gut so. Es ist auch gut, dass nicht alle einer Meinung sind.
Aber Beleidigungen gehen gar nicht, Herr Müller.
Ich sage meine Meinung. Das ist mein Recht.

AW: Also bitte .......

von Wolfgang Müller am 27.02.2017 um 16:56 Uhr

Natürlich wollen Sie mich jetzt hereinlegen ........

Aber ein anderer Kollege hat solch einen völlig abseitigen, ähnlich bitterbösen Karikatur-Text von mir WIRKLICH schon mal ernst genommen, von wegen fehlendem "Ironie an" und so. Also sicherheitshalber, Zitat Joe Ackermann: "Es tut mir natürlich leid, und ich entschuldige mich auch dafür." Sonst löscht Herr Ditzel meinen Text am Ende noch.

AW: Cannabis

von Christian Giese am 27.02.2017 um 17:09 Uhr

Hallo ihr beiden Müller´s!
Zuviel gehascht oder was?
Sind beide tupfengleicher Meinung zu Ausgangsmitteln und haben sich hier Montagnachmittag in der Wolle. Der Eine sagts klarer, der Andere sagt das Gleiche ironischer, beide sagen das Gleiche!
Und dem schliesse ich mich inhaltlich an, ich sage auch das Gleiche!
Also gebt´s Euch gedanklich die Pfote und die Sache hat sich. Der "Feind" sitzt woanders.
Und ich hätte letztlich eine Bitte an beide: Bitte hierauf nichts sagen oder schreiben. Wenn hierauf nichts mehr steht, weiss ich, dass Ihr Euch still die Pfote gegeben habt und Ihr Euch wieder vertragt...
Grüsse

SPD, Grüne und Versand

von Karl Friedrich Müller am 26.02.2017 um 11:17 Uhr

Die SPD hat das Problem sehr wohl verstanden. Es ist ihnen egal und mehr noch: Sie haben sich ihre Meinung für 7000€ kaufen lassen. Ein Witz, wenn man bedenkt, dass dann Andere wie Herr Müller Millionen verdienen wollen...

Aus allen Rohren schießen? Mit rot plaktierten Schaufenstern, die nichts weiter transportieren als : Leute, kauft im Internet, da gibt es was zu holen"?

Viel zu harmlos. Wenn, dann müssen wir die SPD treffen. Und die Grünen.
Wir haben eine nicht wiederkehrende Chance: Mehrere Wahlen dieses Jahr! Die Parteien wollen das Problem bis nach den Wahlen verschieben? Das erhöht unsere Chancen. Mit den richtigen Mitteln.
Statt roten Plakaten müssen Anti SPD Plakate ins Schaufenster mit Themen, die die Bevölkerung treffen:
Agenda 2010, die mit unwahren Argumenten durchgesetzt wurde (nachzulesen auf den Nachdenkseiten)
das schlechte Rentenniveau und der soziale Abstieg mit dem Eintritt ins Rentenalter.
Die Lüge der Riesterrenten, die nur den Versicherungen nützen. Das hat sogar die Regierung zugegeben.
Ausbeutung durch das Anwachsen von Minijobs.

Im Internet habe ich ein Wahlplakat gesehen. ich geb mal nur den Text weiter:

"WIR
haben den Arbeitsmarkt liberalisiert. Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut,
den es in Europa gibt."

Gerhard Schröder, Ex Bundeskanzler

Das "Wir" entscheidet,
das "Du" wird verkauft

SPD

Die SPD muss Bedenken bekommen, dass wir ihnen schaden können. Die SPD muss Bedenken bekommen, ,ihre derzeit hoch fliegenden Pläne könnten scheitern.
Herr Schulz wird nichts ändern! Es ist egal, ob einer zu Rente 900 oder 920 € bekommt.
Die SPD vor der Wahl: links blinken
nach der Wahl: scharf rechts abbiegen.

Liebe Kollegen, keine Angst vor politischer Meinungsäußerung. Keine Angst vor Verlust von Kunden!
Wenn der Versand so bleibt, werden wir sehr viel mehr Kunden verlieren. Und die Existenz!

Also: AUS ALLEN ROHREN.
Aber nicht wie SIe sich das vorstellen, Herr Ditzel.

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Abgabe von Arzneimittel nur noch mit geleisteter "Gegen-Unterschrift"

von Christian Timme am 26.02.2017 um 9:44 Uhr

FS als "Spendensammler" für die seit Jahren" erwartete Gegenoffensive. Seit, Zeitpunkt wird nachgereicht ..., wird geschossen ... letzte Meldung aus dem HKS 13 HQ ...

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AW: Abgabe von Arzneimittel nur noch mit ... Nachtrag ...

von Christian Timme am 26.02.2017 um 10:29 Uhr

An das HKS 13 Headquarter. ApoRot in Not. Spenden nimmt die ApoBank gerne entgegen ...

Niedergang des Spiegels

von Frank Ebert am 26.02.2017 um 9:41 Uhr

Was für ein großes Magazin war der Spiegel ehemals. Und heute ? Man liest den Beriicht von Alexander Neubacher ,der über den Bereich wo man Ahnung hat handelt und denkt, sind die anderen Themen im Spiegel genauso schlecht rescherchiert. Das Vertrauen geht gegen Null. Man kann nicht sagen Lügenpresse aber einfach schwach und oberflächlich. Die DPV kann man nur mit dem Zauberlehrling vergleichen----unglaublich! Noch ein Wort zu Herrn Franke. Er kommt aus Gudensberg bei Kassel (meine Nähe). Man kann ihm keinen Vorwurf machen, er versteht es unabsichtlich nicht .


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Zahlen ersetzen alle Argumente

von Ulrich Ströh am 26.02.2017 um 9:05 Uhr

Moin,Moin,
wir sollten zunächst mal erfahren,wieviele Päckchen DMO und Co.aus Holland in den ersten vier Monaten nach Deutschland versandt haben. Es muß doch schon valide Zahlen darüber geben,oder?
Und aktuell gravierender wird sich das anstehende Skonto-Urteil demnächst in der GuV der Vorortapotheken auswirken.
Darüber sollte hier auch diskutiert werden.

» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten

AW: Zahlen

von Peter Ditzel am 26.02.2017 um 10:28 Uhr

Moin, Moin, Herr Ströh, verlässliche Zahlen über Päckchenzahlen von Holland nach Deutschland in den ersten vier Monaten gibt es meines Wisserns nicht, da wird man noch ein wenig abwarten müssen. Tja, das anstehende Skonto-Urteil.... Vor kurzem hörte ich die Frage: Warum nicht einen Großhandel in Venlo oder Heerlen gründen, der von dort deutsche Apotheken beliefert - dürfte der dann Skonti und Rabatte satt geben?
Schönen Sonntag!

AW: Zahlen ersetzen alle Argumente ... ach nee ...

von Christian Timme am 26.02.2017 um 10:47 Uhr

Moi, Moin,
"Doch habe Quintiles IMS für den Rx-Versand 7,9 Millionen Packungen beziehungsweise 1,0 Prozent Marktanteil im Jahr 2016 ausgewiesen – gegenüber 4,1 Millionen Packungen beziehungsweise 0,6 Prozent Marktanteil im Jahr 2015. Dies spreche für einen dramatischen Zuwachs in sehr kurzer Zeit." Aus DAZ.online ... wurde in Hamburg gesagt ... Vielleicht sollte mal, wer könnte das wohl sein?, einige € in die Hand nehmen und ein paar "Zahlen" bei o.g. einfach kaufen ... könnte auch die DAZ machen ... oder über Spenden für ApoRot in Not. Aber wie bereits a.a.S. gesagt, do not feed docmo.

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