Serie: Die Besonderen – Concordia-Apotheke, Velten 

Einträchtig am FrauenOrt

Velten - 17.02.2017, 14:00 Uhr

Die Concordia-Apotheke
in Velten feierte Anfang Februar ihr 130-jähriges Jubiläum. Seit 2011 ist sie
auch ein „FrauenOrt im Land Brandenburg“. Eine Gedenktafel erinnert an Emma
Ihrer, die Frau des ersten Apothekers, Emanuel Ihrer. (Fotos: Dagmar Möbius) Fotostrecke

Die Concordia-Apotheke in Velten feierte Anfang Februar ihr 130-jähriges Jubiläum. Seit 2011 ist sie auch ein „FrauenOrt im Land Brandenburg“. Eine Gedenktafel erinnert an Emma Ihrer, die Frau des ersten Apothekers, Emanuel Ihrer. (Fotos: Dagmar Möbius)


ZUSAMMENFASSUNG
Die Concordia-Apotheke im brandenburgischen Velten (Landkreis Oberhavel) feierte Anfang Februar ihr 130-jähriges Jubiläum. Bis 1990 war sie die einzige Apotheke im Ort. Ein Touristenziel ist sie aber aus einem anderen Grund. 

Die Offizin gleicht in diesen Tagen einem Floristengeschäft. Kunden mit und ohne Rezept kommen und gratulieren dem fünfköpfigen Team. Apotheker Stefan Riebe übernahm das Traditionsunternehmen im Januar 2016 von seiner Mutter. Birge Riebe (67) hatte ihre erste Stelle nach dem Studium 1973 als stellvertretende Leiterin der damals staatlichen Concordia-Apotheke angetreten. 1980 wechselte sie ins Klinikum Berlin-Buch. Auf Bitten der Mitarbeiterinnen kehrte sie 1990 zurück und übernahm die Apotheken-Leitung, weil die Vorgängerin in den Ruhestand ging. Sohn Stefan, 43 Jahre jung, arbeitet nach beruflichen Stationen in Berlin und Hamburg seit 2004 in dem 1994 komplett sanierten Gebäude. 

Der lange Weg zur Konzession

Bis in Velten eine Apotheke eröffnen durfte, waren einige Hürden zu nehmen. Im März 1878 hatte die Gemeindevertretung erstmals eine Konzession beantragt. Vergeblich. Der Industriestandort wuchs rasant. Zwischen 1858 und 1880 war die Bevölkerungszahl von 688 auf 3.262 Einwohner gestiegen. Die Besitzer der 30 Ofenkachelfabriken erklärten, benötigte Chemikalien im Wert von jährlich 25.000 Mark von der örtlichen Apotheke zu beziehen. Die von Familie Riebe zusammengetragene Apothekenchronik gibt leider keine Hinweise, welche das waren. Auch Rolf Schmidt, Geschäftsführer der 1872 gegründeten Ofen- und Kachelfabrik A. Schmidt, Lehmann, muss passen und verweist an das Ofen- und Keramikmuseum. Die Mitarbeiter wissen (fast) alles über die Historie der keramischen Industrie in Velten. Diese Frage müssen sie trotzdem vertagen. In alten Rechnungsbelegen könnte man eines Tages fündig werden. Zudem haben sich die Techniken der Kachelproduktion bedeutend geändert. Denkbar ist, dass die Chemikalien für das Verflüssigen der Ton-Masse ohne Wasser oder für Lasuren benötigt wurden.



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Lesen Sie hier die Zusammenfassung

Die Concordia-Apotheke im brandenburgischen Velten (Landkreis Oberhavel) feierte Anfang Februar ihr 130-jähriges Jubiläum.  Apotheker Stefan Riebe übernahm das Traditionsunternehmen im Januar 2016 von seiner Mutter.  Genehmigt wurde die Apotheke am 10. Juni 1886. Der Regierungspräsident von Potsdam empfahl. „dem Rezeptor Konrad Emanuel Ihrer aus Perleberg“ die Erlaubnis zu erteilen. Gelobt wurden dessen gute Zertifikate. Zudem sei er tüchtig und moralisch tadellos. Ihrers Frau Emma entwickelte sich in dieser Zeit zu einer bekannten Frauenrechtlerin. 

1 Kommentar

Rezeptor ...

von Axel Helmstädter am 23.03.2017 um 9:19 Uhr

... ich könnte mir vorstellen, es handelte sich um einen tadellosen Rezeptar (A!), ein Rezeptor ist eigentlich was Anderes ...

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