Stada

Vorstand offen für Übernahmegespräche

Bad Vilbel - 14.02.2017, 09:05 Uhr

Eine Mitarbeiterin überprüft die Produktion von Kapseln bei der Firma Stada. (Foto: Frank Rumpenhorst / dpa)

Eine Mitarbeiterin überprüft die Produktion von Kapseln bei der Firma Stada. (Foto: Frank Rumpenhorst / dpa)


Nachdem die beiden Finanzinvestoren Cinven und Advent International Corporation Interesse an einer Übernahme des Bad Vilbeler Arzneimittelherstellers Stada geäußert haben, zeigt sich der Vorstand des Unternehmens offen für Gespräche. Die Stada-Aktie ist auf Höhenflug.

Im vergangenen Jahr hat das Stada-Management noch erbitterten Widerstand gegen die Einflussnahme des sogenannten aktivistischen Investors Active Ownership Capital (AOC) geleistet, der tiefgreifende Reformen bei dem Arzneimittelproduzenten gefordert und zum Teil auch durchgesetzt hatte. Gegenüber den aktuellen Übernahmeangeboten der beiden Finanzinvestoren Cinven und Advent zeigt sich die Stada-Führung nun wesentlich aufgeschlossener: „Der Vorstand der Stada Arzneimittel AG hat in seiner heutigen Sitzung einstimmig beschlossen, ergebnisoffene Gespräche mit den beiden potenziellen Bietern für den Erwerb von bis zu 100 Prozent der Aktien der Gesellschaft aufzunehmen“, teilte das Unternehmen mit.

Die beiden rechtlich unverbindlichen Interessenbekundungen von Cinven Partners LLP sowie von Advent International Corporation, mit denen sich der Vorstand bereits seit einiger Zeit beschäftige, „könnten auf unterschiedliche Weise attraktive Optionen im Unternehmensinteresse bieten“. Der Stada-Vorstand sei deshalb in ergebnisoffene Gespräche eingetreten, in denen die Interessenten ihre strategischen Konzepte näher erläutern und weitere Wertsteigerungspotenziale im Hinblick auf einen potenziellen Angebotspreis bewerten könnten.

Gebot über 3,5 Milliarden Euro

Erst am Sonntag hatte der Stada-Konzern, der insbesondere seit dem Einstieg von AOC am 1. April 2016 als Übernahmekandidat gilt, bestätigt, zwei Interessenbekundungen für eine Übernahme erhalten zu haben. Cinven bietet demnach 56,00 Euro je Stada-Aktie. Das würde einem Börsenwert von rund 3,5 Milliarden Euro entsprechen. Die Details des Advent-Angebotes sind nicht bekannt. Die Stada-Aktie schoss daraufhin um bis zu 14 Prozent nach oben und notierte damit teilweise sogar über dem von Cinven gebotenen Preis. Analysten von Kepler halten nun einen Bieterwettkampf für möglich und sehen die Aktie bei 62 Euro fair bewertet. Insgesamt ist der Aktienkurs von Stada seit dem Einstieg des Frankfurter Investors AOC um rund 60 Prozent gestiegen. 



Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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