Guy Wyser-Pratte 

Investor attackiert Stada-Vorstandschef

Bad Vilbel - 14.02.2017, 14:27 Uhr

Großaktionär Guy Wyser-Pratte zu CEO Wiedenfels: „Aber dann: Bye-Bye. Im mittleren Management hat Stada exzellente Leute. Die Kerle an der Spitze braucht niemand.“ (Foto: dpa)

Großaktionär Guy Wyser-Pratte zu CEO Wiedenfels: „Aber dann: Bye-Bye. Im mittleren Management hat Stada exzellente Leute. Die Kerle an der Spitze braucht niemand.“ (Foto: dpa)


Kurz nach der Aufnahme von Übernahmegesprächen mit zwei Finanzinvestoren gibt es beim Pharma-Konzern Stada neue Unruhe. Der Großaktionär Guy Wyser-Pratte fordert die Ablösung des Vorstands des MDax-Konzerns. „Die Tage des Vorstands sind gezählt“, sagte der US-Finanzinvestor dem „Handelsblatt“. 

Großaktionär Guy Wyser-Pratte ist bekannt für markige Worte. So auch diesmal: Die Stada-Führung agiere bei der Umsetzung der neuen Strategie zu zögerlich und stehe der Entwicklung des Unternehmens im Wege, sagte er dem „Handelsblatt“. Für Vorstandschef Matthias Wiedenfels seien die Übernahmegespräche um Stada jedenfalls kein finanzieller Nachteil, so Wyser-Pratte. Wiedenfels übernahm das Amt im Juni 2016 von Vorgänger Hartmut Retzlaff, um den es Diskussionen wegen hoher Bezüge gegeben hatte. „Wiedenfels wird sich ein nettes Rentenpaket schnüren lassen, und wahrscheinlich wird er es auch bekommen“, sagt Wyser-Pratte. „Aber dann: Bye-Bye. Im mittleren Management hat Stada exzellente Leute. Die Kerle an der Spitze braucht niemand.“


Stada hatte am Montag Übernahmegespräche mit den Finanzinvestoren Advent und Cinven aufgenommen. Cinven bietet demnach in einer unverbindlichen Offerte 56 Euro je Stada-Aktie. Wyser-Pratte erwartet einen Bieterwettkampf und höhere Angebote. „56 Euro sind nur ein Billigangebot, um die Party in Gang zu bringen“, sagte er. „Jetzt werden auch die anderen Finanzinvestoren aus der Deckung kommen“. Stada kommentierte die Äußerungen nicht. Wyser-Pratte hält nach Unternehmensangaben weniger als fünf Prozent der Stada-Aktien.

Die Einmischung von kritischen Großaktionären ist bei Stada nichts Neues. Erst 2016 war der Investor AOC bei dem Hersteller von Nachahmermedikamenten und rezeptfreien Markenprodukten eingestiegen. Er hatte auf der Hauptversammlung im Sommer Aufsichtsratschef Martin Abend zu Fall gebracht und Änderungen im Geschäftsmodell gefordert. 


dpa / DAZ.online
redaktion@daz.online


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