Jahresabschluss 2016

DocMorris wirbt und wächst

Berlin - 01.02.2017, 12:00 Uhr

Mehr Rx-Kunden: Die niederländische Versandapotheke hatte im Herbst 2016 eine aggressive PR-Kampagne losgetreten, die sich nun auszahlt. Sowohl im OTC- als auch im Rx-Bereich konnte DocMorris 2016 dazugewinnen. (Foto: DocMorris)

Mehr Rx-Kunden: Die niederländische Versandapotheke hatte im Herbst 2016 eine aggressive PR-Kampagne losgetreten, die sich nun auszahlt. Sowohl im OTC- als auch im Rx-Bereich konnte DocMorris 2016 dazugewinnen. (Foto: DocMorris)


Das seit Herbst 2016 verstärkte Marketing der niederländischen Online-Apotheke DocMorris zeigt offenbar Wirkung. Sowohl im vierten Quartal als auch im gesamten Kalenderjahr 2016 hat das Unternehmen den Umsatz deutlich gesteigert.

Nach Angaben der DocMorris-Muttergesellschaft, der Schweizer Online-Apotheke und Ärztegrossistin Zur Rose, haben die seit Herbst 2016 „intensivierten Marketingmaßnahmen in Deutschland“ erste „erfreuliche Auswirkungen“ gezeigt. Zur Erinnerung: DocMorris hatte im Herbst eine breit angelegte PR-Kampagne gestartet. Im Zentrum standen TV-Werbespots, in denen die Niederländer um Chroniker werben.

Nach den neuen Zahlen von Zur Rose hat DocMorris den Versandhandelsumsatz im vierten Quartal 2016 gegenüber der Vorjahreszeit um rund 13 Prozent erhöht. Ursache dafür sei vor allem das anhaltend dynamische Wachstum der rezeptfreien Arzneimittel gewesen. Die Verkäufe in diesem Segment hätten alleine im vierten Quartal um 65 Prozent zugelegt.

DocMorris gewinnt Rx-Kunden 

Bei den rezeptpflichtigen Medikamenten habe das Unternehmen in den letzten drei Monaten 2016 erstmals seit dem Bonusverbot 2012 mehr neue Kunden gewonnen, so Zur Rose. Diese Trendwende werde im ersten Quartal 2017 positive Effekte auf den Umsatz haben. Im Oktober vergangenen Jahres hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass sich ausländische Versandapotheken nicht länger an die deutsche Arzneimittelpreisverordnung halten müssen. Ausländische Versender dürfen seitdem wieder Rx-Boni gewähren. Bereits vor dem Richterspruch hatte DocMorris seine Marketingaktivitäten in Deutschland deutlich erhöht.

Nach Angaben von Zur Rose erhöhte DocMorris im Gesamtjahr 2016 den Umsatz um rund zehn Prozent auf 331 Millionen Euro. Die Verkäufe rezeptfreier Arzneimittel nahmen dabei gegenüber dem Vorjahr um 50 Prozent zu und überschritten die Schwelle von 100 Millionen Euro.

Auch Zur Rose steigert Umsatz

Der Umsatz der Zur Rose-Gruppe kletterte nach Konsolidierungen im vergangenen Jahr um 5,4 Prozent auf 880 Millionen Franken (2015: 834 Millionen Franken). Nach Einschätzung des Unternehmens bestätigt das verstärkte Umsatzwachstum „die Richtigkeit der erhöhten Marketingaufwendungen zulasten der Ergebnisentwicklung im Rahmen der Wachstumsstrategie der Zur Rose-Gruppe.“

Bei der Marke Zur Rose stieg der Umsatz 2016 trotz des in der Schweiz geltenden Versandverbots von rezeptfreien Arzneimitteln um knapp zwei Prozent auf 531 Millionen Franken. Ein Stabilitätsfaktor sei erneut das Ärztegeschäft im Heimatmarkt Schweiz gewesen.

Die vollständigen Geschäftsergebnisse des Jahres 2016 inklusive Ergebnissen publiziert Zur Rose im April. Die Zur Rose-Gruppe hat ihren Sitz im Schweizer Frauenfeld und beschäftigt an verschiedenen Standorten über 800 Mitarbeiter. Die Aktien des Unternehmens werden auf den Handelsplattformen OTC-X der Berner Kantonalbank, eKMU-X der Zürcher Kantonalbank sowie der Lienhardt & Partner Privatbank Zürich AG gehandelt.


Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Erfolgsstory "tiefrote Zahlen"

von gabriela aures am 01.02.2017 um 14:32 Uhr

Gestern abend ist mir aufgefallen, was in der ganzen Diskussion um die tiefste Notwendigkeit des RX-Versandhandels bisher nie bedacht oder besprochen wurde:

DocMo und EAV schreiben seit Jahren tiefrote Zahlen, nur den vollmundigen Ankündigungen zukünftigen Reichtums am fernen Horizont verdanken sie die wiederkehrenden und diversen Finanzspritzen.
Jede “klassische” Vor-Ort-Apotheke wäre schon lange insolvent und die Bank hätte den Hahn zugedreht.
Und das obwohl es ihnen seit 2004 sehr wohl möglich ist, sowohl OTC aber eben auch RX zu versenden , also seit nunmehr über 14 Jahren !
So toll kann das Geschäft aber nicht laufen, wenn unterm Strich nur Miese stehen, oder ?
Wo ist denn das erfolgreiche Geschäftsmodell, wo ist der Mörderhammerertrag, welche durch eine Beschränkung auf den OTC-Versand nun plötzlich verloren wären ?
Hier mag Umsatz wegfallen – aber sicher kein Ertrag!
Nach welcher Rechenmethodik können denn die Erträge nennenswert steigen, wenn jetzt (also nun eben auch ganz offiziell) noch zusätzliche Boni gegeben werden ?

Nur ein verschwindend kleiner Teil der Bevölkerung, eine absolute Minderheit, nutzt im RX-Bereich die Onlineapotheken und diese paar Kunden werden jetzt als Argument vorgeschickt und mißbraucht, um – von Teilen der deutschen Politik unterstützt -
dem eigentlichen Ziel, nämlich dem Fremd-und Mehrbesitz, den Weg zu ebnen.
Dafür sind dann aber die PolitikerInnen verantwortlich – die, egal wie treuherzig sie sich immer wieder für die inhabergeführte “Privat”-Apotheke aussprechen, den NL-Versandapotheken die Rolle des “Robin Hood der Landbevölkerung”
abkaufen und sich vor deren Karren spannen lassen.

Ist das deutsche Gesundheitssystem erstmal durch den EuGH “angezählt” und das Gesetz von Herrn Gröhe findet keine Mehrheit, weil sich manche Parteien oder Politiker aus überweigend ideologischen Gründen dagegen entscheiden, dann gib es auch für die entsprechenden Akteure bald keinen Grund mehr, die Maske fallen zu lassen und die weitere, möglichst völlige Liberalisierung nicht endlich ganz offiziell zu betreiben.

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