Pro Generika

Politik tut zu wenig für Biosimilars

Berlin - 30.01.2017, 07:41 Uhr

Zahlreiche Patente laufen in den nächsten Jahren aus: Nach einer neueren Studie sind sieben der zehn ausgabenstärksten Arzneimittel Biopharmazeutika. Sie haben ein Umsatzvolumen von 2,73 Milliarden Euro. (Foto: kwainshift / Fotolia)

Zahlreiche Patente laufen in den nächsten Jahren aus: Nach einer neueren Studie sind sieben der zehn ausgabenstärksten Arzneimittel Biopharmazeutika. Sie haben ein Umsatzvolumen von 2,73 Milliarden Euro. (Foto: kwainshift / Fotolia)


Die Politik unternimmt nach Ansicht des Verbands Pro Generika immer noch zu wenig, um den Arzneimittelmarkt für biotechnologisch hergestellte Nachahmerprodukte zu öffnen. Krankenkassen und Ärzte sollten in ihrer Region Zielvereinbarungen treffen, damit Biosimilars schneller in die Versorgung gelangten.


In Sachen Biosimilars fordert der Branchenverband Pro Generika mehr Aktionen seitens Politik und Kassen. Mittels Zielvereinbarungen zwischen Kassen und Ärzten sollten Informationen über Sicherheit und Wirksamkeit der Biosimilars sowie eine Beratung über deren Wirtschaftlichkeit getroffen werden. Wie sehr der Einsatz dieser hochwertigen, aber im Vergleich zum Original günstigen Nachahmerprodukte von Zielvereinbarungen abhängen, zeige deren Versorgungsanteil, der zum Teil zwischen mehr als 40 Prozent an der Spitze und weniger als 5 Prozent am unteren Ende liege. „Sind Ärzte gut über Biosimilars informiert, verwenden sie sie auch häufiger anstelle eines teureren ‚Originals’“, sagte der Geschäftsführer des Verbands, Bork Bretthauer, der Deutschen Presse-Agentur.

2015 war ein Jahr des Paradigmenwechsels für Biosimilars. Erstmals war der Marktanteil der biopharmazeutischen Produkte, bei denen der Patentschutz ausgelaufen ist, größer (rund 1,34 Milliarden Euro) als der der klassischen chemisch-synthetisch hergestellten Arzneimittel (rund 0,5 Milliarden Euro). 2016 und 2017 kehrten sich die Verhältnisse zwar wieder um. Aber 2018 werden Patente bei Biologika auslaufen, die einen Gesamtjahresumsatz beim Hersteller von 771 Millionen Euro haben, während er bei Patentabläufen klassischer Arzneimittel bei 553 Millionen Euro liegt.

Mit dem Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz (AMVSG) sollte daher jetzt geregelt werden, dass in allen Bundesländern Zielvereinbarungen für Biosimilars abgeschlossen werden, fordert Bretthauer. Das spare dem Gesundheitssystem viel Geld. Biosimilars leisteten heute einen wichtigen Beitrag dazu, dass Patienten einen am Bedarf ausgerichteten Zugang zu modernen, preisgünstigen biopharmazeutischen Arzneimitteln bekämen.


dpa / DAZ.online
redaktion@daz.online


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