Nach dem EuGH-Urteil

Diabetikerbund Bayern pro öffentliche Apotheke

Berlin - 23.01.2017, 17:15 Uhr

Mit einem Video machen Apotheker in Bayern deutlich, warum das Versandverbot für Rx-Arzneimittel die richtige Antwort auf das EuGH-Urteil ist. (Screenshot: Bayerischer Diabetikerbund)

Mit einem Video machen Apotheker in Bayern deutlich, warum das Versandverbot für Rx-Arzneimittel die richtige Antwort auf das EuGH-Urteil ist. (Screenshot: Bayerischer Diabetikerbund)


Der Diabetikerbund Bayern weiß, was er an der öffentlichen Apotheke hat. Warum, das hat er bereits 2013 in einer gemeinsamen Stellungnahme mit der Landesapothekerkammer und dem Apothekerverband kundgetan. Jetzt bekräftigt er seine damaligen Aussagen – und die Apotheker steuern ein Video dazu bei.

Die Chancen für das Rx-Versandverbot stehen nicht schlecht. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe wirbt seit Wochen für seine Antwort auf das EuGH-Urteil zur (Nicht-)Preisbindung im grenzüberschreitenden Arzneimittelversandhandel. Nicht zuletzt beim Koalitionspartner SPD. Nun ist seit einer guten Woche Bewegung bei den Sozialdemokraten zu beobachten.

Derweil setzen die Apotheker ebenfalls auf weitere Überzeugungsarbeit bei den Bürgern und der Politik. Dabei finden sie auch Unterstützung bei Patientenorganisationen. Etwa beim Diabetikerbund Bayern e.V.. Dieser hatte schon 2013 in einer gemeinsamen Stellungnahme mit der Bayerischen Landesapothekerkammer und dem Bayerischen Apothekerverband festgestellt: Die Selbsthilfeorganisation steht voll und ganz hinter den klassischen Apotheken vor Ort. „Wir Patienten benötigen ein enges Netz in der Stadt und auf dem Land, um die Versorgung zu sichern und Wege kurz zu halten“.

               

In der Stellungnahme führen die Verbände aus, welche Vorteile die Apotheke vor Ort gegenüber Versandapotheken hat: Sie ist auch am Wochenende und nachts „Retter in der Not“, sie kann persönlich beraten und ergänzend zum Hausarzt in die Handhabung von Blutzuckermessgeräten und Insulinpens einweisen. Im Gegensatz zu Versandapotheken bräuchten Apotheken vor Ort viel qualifiziertes Personal und Zeit für die Beratung – zugleich profitierten sie weniger von Großabnehmerrabatten.

Neue Aktualität der Stellungnahme

Angesichts des mittlerweile ergangenen EuGH-Urteils hat der Diabetikerbund im Dezember vergangenen Jahres seine damalige Stellungnahme bekräftigt. Auch wenn seinerzeit das Versandhandelsverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel nicht explizit gefordert wurde. Kammer und Verband in Bayern verstehen die neuerliche Bekräftigung der damaligen Aussagen als „starken gesellschaftlichen Rückhalt“ für das Vorhaben des Bundesgesundheitsministers.

Dazu haben die Landesapothekerkammer und der Bayerische Apothekerverband nun ein Video „Diabetikerbund Bayern pro Apotheke vor Ort“ produzieren lassen. Hier erläutert Marion Köstlmeier, stellvertretende Vorsitzende des Diabetikerbundes Bayern, warum die Apotheke vor Ort für Diabetiker so wichtig ist. Und der Münchener Apotheker Dr. Peter Sandmann erklärt die Vorteile der Arzneimittelpreisverordnung für die Verbraucher. Aus dem Off werden dann das EuGH-Urteil und seine Folgen für die Apotheken in Deutschland erläutert – und dass diesen am besten mit dem Rx-Versandverbot zu begegnen ist. Zudem wird auf die laufende Unterschriftenkampagne in den Apotheken hingewiesen, die auch Köstlmeier mit Überzeugung unterschreibt.

Das Video ist übrigens auch für Gehörlose mit Gebärden-Dolmetscherin verfügbar.


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