Designierter US-Präsident

Trump bezichtigt Pharmafirmen des „Mordes“

New York - 13.01.2017, 06:40 Uhr

Während Trump im US-Wahlkampf lange deutlich zurückhaltender als seine Konkurrentin Hillary Clinton eine Absenkung von Arzneimittelpreisen gefordert hat, schlägt auch er jetzt eine härtere Gangart ein. (Foto: dpa)

Während Trump im US-Wahlkampf lange deutlich zurückhaltender als seine Konkurrentin Hillary Clinton eine Absenkung von Arzneimittelpreisen gefordert hat, schlägt auch er jetzt eine härtere Gangart ein. (Foto: dpa)


In seiner ersten Pressekonferenz als zukünftiger US-Präsident ging Donald Trump die Pharmaindustrie scharf an. Dank ihrer Lobbyisten würde sie aufgrund hoher Arzneimittelpreise Menschen töten. Er will Milliarden einsparen – und gleichzeitig Jobs in die USA holen. Derweil werben die Bayer- und Monsanto-Chefs für ihre Fusion.

Nicht nur die Hacking-Vorwürfe gegen Russland sowie möglicherweise belastendes Material gegen den zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump waren Aufreger bei seiner lange erwarteten ersten Pressekonferenz am Mittwoch. Der Immobilienmogul ging auch mit Arzneimittelfirmen hart ins Gericht – angesichts immer weiter steigender Arzneimittelpreise. „Sie kommen mit Mord ungeschoren davon“, sagte Trump. „Pharma hat viele Lobbies, viele Lobbyisten und sehr viel Macht.“

Während Trump lange deutlich zurückhaltender eine Absenkung von Arzneimittelpreisen gefordert hat, als seine Konkurrentin Hillary Clinton, kam jetzt auch bei ihm ein scharfer Ton zu Tage. „Wir werden Milliarden Dollar einsparen“, erklärte Trump vor Journalisten. Bislang würden die Preise seiner Ansicht nach zu wenig verhandelt. „Wir sind der weltgrößte Importeur von Arzneimitteln – und wir bieten nicht vernünftig“, kritisierte der zukünftige Präsident.

Trump will sein Motto „America first“ auch im Arzneimittelsektor durchdrücken. „Unsere Arzneimittelindustrie war katastrophal“, erklärte er in Bezug auf die Herstellung von Medikamenten. „Sie stellen unsere Arzneimittel zur Verfügung – aber sie stellen sie großteils nicht hier her“, betonte er. Die Firmen würden zunehmend das Land verlassen [Pfizer zieht es]. „Wir müssen unsere Arzneimittelindustrie dazu bekommen, zurückzukommen“, erklärte Trump.



Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Autor DAZ.online
hfeldwisch@daz.online


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9 Kommentare

Arzneimittelpreise

von Kristian Podrepsek am 25.01.2017 um 6:16 Uhr

Auf eines kann man leider vertrauen. Wenn die Pharmaindustrie gezwungen wird die Preise in den USA zu senken, wird sie sich den ausgefallenen Gewinn anderwärtig wieder zurückholen.
Und diese Rechnung wird in erster Linie Europa begleichen!

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AW: Arzneimittelpreise

von Igelin am 17.03.2017 um 7:57 Uhr

Es sollte nicht nur um Preise gehen, sondern auch um die Qualität der Chemikalien, die keine Medikamente sind - und : Nebenwirkungen sind keine Nebensächlichkeiten - sie sind reale Wirkungen !!! die Lüge und Betrug gehören zur Pharmaindustrie und ihre Priesterschaft wie der rechte Schuh zum linken. Die von der Pharmaindustrie angebotenen sogenannten Medikamenten werden gleichermaßen benutzt zur Ermordung von Menschen . und das sagt aus, was Pharma ist. . . ein profitables Betrugsunternehmen.

Bericht

von Thorsten am 23.01.2017 um 10:26 Uhr

Und was Stimmt mit der Aussage nicht?
Wir haben hier Dank unserer Pharma :

Flourid in Zahnpasta
Aluminiumoxid in Bürgern, Keksen
Mononatriumglutamat in 80% aller Produkte

Nur Gift hier im Essen

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Na ja

von Kevin Braun am 23.01.2017 um 4:16 Uhr

Ich finde es super, macht er einen auf "America First".
Dann kommen die Produkte im Export auch weniger zu uns, da die USA dann das Gift selber frisst. Würde ich begrüssen, da Made in USA, eher ein Qualitätsmangel - Siegel ist, als ein Qualitäten-Siegel für gute Produkte.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Wortwerk

von Monika Königstein am 22.01.2017 um 23:35 Uhr

Wie immer man es formuliert, es ist die erste Aussage Trump's, der ich - wenn ich grundsatzmurrend - zustimmen würde. Die Pharmaindustrie labt sich am Heer der Kranken und wird immer unverschämter, was die Preisgestaltung betrifft. DEM darf gerne mal wer Einhalt gebieten.

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Tendenziös

von Andreas Alber am 22.01.2017 um 4:00 Uhr

Ich denke, wenn man schauen würde, wer der Finanzier der DAZ ist, würde man auch wissen, warum der Artikel so Tendenziös ist.

» Auf diesen Kommentar antworten | 3 Antworten

AW: Tendenziös

von Tom am 23.01.2017 um 12:17 Uhr

Wer sind denn die Finanzierer? Hab jetzt nicht wirklich was im Internet gefunden und interessieren würde es mich Ja schon!

AW: Finanzier?

von Benjamin Wessinger am 23.01.2017 um 17:32 Uhr

Ja, lieber Herr Albers, das würde mich als Chefredakteur der DAZ auch brennend interessieren: Wer ist denn unser Finanzier? Denn ich dachte bisher, das sind unsere Abonnenten - aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren ... Mit freundlichen Grüßen, Benjamin Wessinger, Chefredakteur der DAZ

AW: Finanzier?

von Hansi Hansen am 24.01.2017 um 19:42 Uhr

Macht es doch transparent, dann sehen es alle und es bedarf keiner Fragen danach. ;)

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