USA

Trump beruft Kennedy-Sohn in Anti-Impfkommission

Berlin - 11.01.2017, 11:00 Uhr

Für ein transparentes Impfsystem: Der Sohn des ehemaligen US-Präsidentschaftskandidaten Robert F. Kennedy, Robert F. Kennedy Jr, wurde vom kommenden US-Präsidenten für die Leitung einer Impfkommission beauftragt. (Foto: dpa)

Für ein transparentes Impfsystem: Der Sohn des ehemaligen US-Präsidentschaftskandidaten Robert F. Kennedy, Robert F. Kennedy Jr, wurde vom kommenden US-Präsidenten für die Leitung einer Impfkommission beauftragt. (Foto: dpa)


Robert F. Kennedy Junior könnte in den USA Chef einer neuen Impfkommission werden. Der Sohn des ehemaligen US-Präsidentschaftskandidaten und Justizministers der USA, Robert F. Kennedy, teilte dies am gestrigen Dienstag dem Nachrichtensender CNN mit. Kennedy und President-elect Donald Trump sind beide Impfgegner.

In neun Tagen übernimmt Donald Trump das Amt des US-Präsidenten von Barack Obama. In den vergangenen Wochen hatten Trump und sein sogenanntes „Transition Team“ viel zu tun: Mehr als 4.000 Stellen gilt es mit dem Regierungswechsel neu zu besetzen. Da Trump das Thema „Impfen“ sehr am Herzen liegt und er ein bekennender Impfgegner ist, hatte er angekündigt, eine Impfkommission zu gründen, die unter anderem den Zusammenhang zwischen Impfungen und daraus entstehenden Krankheiten ergründen soll. Den Chef dieser Kommission wollte Trump sich offenbar selbst aussuchen – und scheint nun fündig geworden zu sein.

Der US-Nachrichtensender CNN berichtete am gestrigen Dienstag, dass Kennedy und Trump sich zu Gesprächen über die zukünftige Arbeit der Impfkommission getroffen hätten. Anschließend stellte sich „Bobby“ Kennedy Jr. den Fragen der Presse und sagte, dass er die Kommission leiten werde. Das Team des President-elect interpretierte die Gespräche allerdings anders: Es sei noch nichts entschieden, teilte ein Sprecher CNN mit.

Sollte Kennedy die Kommissionsleitung übernehmen, wäre dies in der Tat eine Überraschung. Schließlich gehört der Kennedy-Sohn den Demokraten an, Trump gewann bekanntlich als Republikaner die US-Wahlen. Der Rechtsanwalt Kennedy hat sich in den vergangenen Jahren allerdings als Impfgegner hervorgetan. Vor einigen Jahren veröffentlichte er beispielsweise ein Buch über die Gefahren von Quecksilber in vielen Impfungen. In Interviews erklärt Kennedy zwar des Öfteren, dass er alle seine Kinder geimpft habe und ein Befürworter der Immunisierungen sei. Er kämpfe aber gegen die Beimischung des Natriumsalzes Thiomersal in Impfpräparaten. Kennedy verweist auf Studien, denen zufolge Thiomersal neurologische Störungen bei Kindern hervorrufen kann.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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1 Kommentar

STIKO ebenfalls mit Interessenskonflikten

von Ben am 23.01.2017 um 17:03 Uhr

Es hat einfach keinen Sinn, Gremien wie die CDC oder die STIKO mit Leuten zu besetzen, die aufgrund ihrer Expertise befähigt sein sollten, vernünftige Impfempfehlungen auszusprechen - UNABHÄNGIG.

Leider ist dieses offenbar weder in den USA (CDC) noch in Deutschland (STIKO) geglückt, denn beide Entscheidungsgremien sind aufgrund ihrer Pharmanähe als bestechlich zu beschreiben.

Wenn es aber um die Gesundheit geht, vor allem um die von Kindern, dann müssen sich Eltern auf vernünftige Empfehlungen verlassen können und nicht auf solche, die dem empfehlenden Mitglied (der STIKO) die Taschen mit Geld füllen.

Kein Wunder, wenn es immer mehr Zweifler und sich alternativ-medizinisch behandelnde Bürgerinnen und Bürger gibt.
Irgendwann lässt sich auch der Dümmste der Dummen nicht mehr so einfach verschaukeln lassen.

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: STIKO ebenfalls mit

von Bernd Küsgens am 15.02.2017 um 8:45 Uhr

"Irgendwann lässt sich auch der Dümmste der Dummen nicht mehr so einfach verschaukeln lassen." meinen Sie die Impfgegner oder alle anderen?

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