Lancet-Studie

Ebola-Impfstoff womöglich bald auf dem Markt? 

Conakry/Genf/London - 26.12.2016, 07:00 Uhr

Zuversicht: Gegen das Ebola-Virus könnte schon bald ein wirkungsvoller Impfstoff zur Verfügung stehen. (Foto. dpa)

Zuversicht: Gegen das Ebola-Virus könnte schon bald ein wirkungsvoller Impfstoff zur Verfügung stehen. (Foto. dpa)


Während der Ebola-Epidemie in Westafrika starteten einige große Impfstudien. Nur eine wurde beendet: Die Vakzine erwies sich als zuverlässig und sicher, wie die Resultate zeigen. Nun sei man dem gefährlichen Erreger nicht mehr schutzlos ausgeliefert, betont die WHO.

Die bislang einzige große Studie eines Ebola-Impfstoffs am Menschen belegt einen zuverlässigen Schutz vor dem gefährlichen Virus bei guter Verträglichkeit. Das zeigen die im Fachblatt „The Lancet“ vorgestellten Ergebnisse der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geleiteten Zulassungsstudie (Phase III) in Guinea. Die Forscher hatten die Vakzine ab 2015 gegen Ende des verheerenden Ausbruchs getestet. „Diese überzeugenden Ergebnisse kommen zwar zu spät für diejenigen, die während der Ebola-Epidemie in Westafrika ihr Leben verloren haben“, erklärte Studienleiterin Marie-Paule Kieny von der WHO. „Aber sie zeigen, dass wir bei der nächsten Ebola-Epidemie nicht mehr schutzlos sein werden.“

Das Ebola-Virus war 1976 in Afrika entdeckt worden. Der schlimmste bekannte Ausbruch betraf Guinea, Sierra Leone und Liberia von Ende 2013 bis 2016. Damals wurden mehr als 11.300 Tote registriert. Gegen Ende der Epidemie testeten die WHO, die Regierung von Guinea und internationale Partner ab 2015 den Impfstoff am Menschen. Das Präparat rVSV-ZEBOV, das einmal in die Schultermuskulatur injiziert wurde, beruht auf einem Virus, das ein Glycoprotein des Ebola-Typs Zaire trägt, der in Westafrika zirkulierte.

Die Wirksamkeit solcher Mittel lässt sich naturgemäß nur während Epidemien prüfen. Andere Impfstudien, die während des Ausbruchs starteten, wurden wegen der sinkenden Infiziertenzahlen nicht beendet. „Ein verheerender Ebola-Ausbruch ist eindeutig nicht die ideale Situation für eine Impfstudie», schreibt das Team in „The Lancet“. 



Walter Willems, dpa
redaktion@daz.online


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